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Microsoft umschmeichelt europäische Verleger

von - quelle: Tom's Hardware DE

Während einige führende Print-Medienhäuser auf Konfrontationskurs unter anderem mit Google gehen, tut Microsoft seinen eigenen Schachzug und umwirbt europäische Verleger um exklusiven Content für seine Suchmaschine Bing.

Erst letzte Woche hat sich Medienmogul Rupert Murdoch in einem Interview wieder mal so richtig Luft gemacht. Er ist nicht gut zu sprechen auf News-Aggregatoren wie Google & Co., die (noch) kostenlosen Content von Printmedien beziehungsweise deren Online-Pendants einfach so abgreifen und damit Geld machen (siehe »Murdoch will Google & Co. blocken«). Er will den »Content-Parasiten« den Zugang zu den Sites seiner News Corp verwehren.

Aus der Unsicherheit der klassischen Medienmacher, die zusehen müssen, wie ihre Inhalte ins Web abwandern und diese auch nicht bezahlt bekommen, versucht Microsoft wohl Kapital zu schlagen: Wie Techcrunch Europe berichtet, soll es in London ein »Geheimtreffen« zwischen führenden europäischen Zeitungsverlegern und Vertretern aus Redmond gegeben haben. Ziel der Zusammenkunft: Der Content der Medienmacher soll exklusiv durch Microsofts Suchmaschine Bing zu finden sein, und eben nicht über Google & Co. Die Inhalte von Zeitungen beispielsweise würden dann mit Bing zu durchforsten sein, aber nicht mehr auf den Indexseiten etwa von Google News auftauchen.

Von technischer Seite soll dies durch ACAP (Automated Content Access Protocol) geregelt werden: Dabei handelt es sich um ein Protokoll, das Content-Lieferanten umfassende Kontrolle darüber gibt, welche ihrer Inhalte mit welchen Suchmaschinen zu finden sein sollen. Microsoft will das auch »DRM für Zeitungsseiten« genannte Werkzeug zu einem guten Teil mitfinanzieren.

Die »Hamburger Erklärung«, wie sie der Axel-Springer-Verlag zeigt.Microsofts Suchmaschine würde durch ein solches Abkommen sicher Marktanteile hinzugewinnen. Ob jedoch die Medienhäuser mit dieser Strategie Google tatsächlich ein Schnippchen schlagen können, bezweifeln Brancheninsider. Die Rede ist von den 166 Verlegern, 148 davon aus Deutschland, die diesen Sommer die so genannte »Hamburger Erklärung« (PDF) unterzeichnet haben. Sie protestieren damit gegen den Abgriff ihrer Inhalte durch Google. Hierzu hat die Unternehmensberatung The Reach Group eine simple Frage gestellt: Wie leer wären die ersten zehn Google-News-Ergebnisseiten, wenn sich dort kein Verweis auf den Content jener 148 Verlage fände? Die Antwort nach der Analyse mehrerer Millionen Google-Suchanfragen: Ganz und gar nicht leer. Laut The Reach Group zählen lediglich etwas über fünf Prozent der Top-10-Ergebnisse bei Google zu den genannten Verlags-Angeboten.
Bild: www.axelspringer.de, Grafik: Klaus Thormann/Pixelio

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Casi 16/11/2009 22:21
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Der Markt regelt sich selbst. Probieren wirs aus, mal sehen wer den längsten Atem hat ;)

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