Hunderttausende schicken Widerspruch wegen Street View

Google fotografiert Häuser.Google fotografiert Häuser.Google versucht derzeit die Fassaden, Straßen und Sehenswürdigkeiten deutscher Großstädte zu fotografieren und digital mit Street View einzubinden. Wer sein Haus nicht online sehen will, kann bei Google einen Antrag zur Unkenntlichmachung stellen. Laut Spiegel sollen mittlerweile Hunderttausende an Google Widersprüche geschickt haben, obwohl die Frist noch nicht mal zur Hälfte um ist, Google wollte keine konkreten Zahlen nennen (Stand Ende letzter Woche). Mieter und Hauseigentümer aus 20 Städten können bis zum 15. Oktober weiterhin einen Antrag stellen, damit das Gebäude im Netz unkenntlich gemacht wird.

Der verantwortliche Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar soll sich im Google-Büro davon überzeugt haben, dass das Widerspruchsverfahren, "soweit von außen beurteilbar", bisher "ordnungsgemäß zu laufen" scheine. "Es bleibt abzuwarten, ob Google den Sturm der Anträge auch ordnungsgemäß abarbeiten kann", sagt Caspar. Da sich Häuser auch aus verschiedenen Bildern zusammensetzen können, dürfte der Aufwand zur Unkenntlichmachung größer sein.

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19 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Mehr Macht den Ahnungslosen!
    Vielleicht sollten all diese Leute mal erst ihr Hirn, dann das Internet einschalten (so vorhanden, eines davon oder gar beides) und mal http://sightwalk.de aufrufen, just 4 fun.
    Man sollte zumindest denen, die aus den dort schon zu besichtigenden Städten kommen, einen Zettel mitten auf den Moni pappen, auf dem steht:
    'Guck mal, du Doof: Ein Streetview für Deutschland ist schon lange online.'
    Unfaßbar krank.
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  • Warscheinlich sind unter den 100.000 Querulanten auch jene dabei, die immer maulen, dass ort XY nicht so leicht gefunden werden kann. Ich habe StreetView schätzen gelernt, da ich mich vor Besuch eines Kollegen immer mal virtuell orientieren kann.

    Schade, dass es immer noch soviele Technikverweigerer gibt. Dabei lichtet StreetView nix Verbotenes ab. Es gab hier in der Schweiz zwar auch oft Dispute, aber die wurden dann recht schnell bewerkstelligt.
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  • Früher gab es in Bibliotheken sogenannte Giftschränke mit den verbotenen Schriften, segregierten Beständen, die LISTE 1 des schädlichen und unerwünschten Schrifttums (herausgegeben von der Reichsschrifttumskammer mit dem Vermerk Streng geheim! Nur für den Dienstgebrauch! Also alle Bücher, die das "...nationalsozialistische Kulturwollen gefährden." (Anordnung des Präsidenten der Reichsschrifttumskammer am 25.04.1935)
    Vielleicht gibt es bald Listen der geschwärzten Häuser, welche die Suche nach besonderen Objekten (lohnenden?) je nach Absicht erleichtert, will sagen, auch eine Schwärzung oder Verblindung ist ein Hinweis auf ein Zielobjekt, eine Hervorhebung. Eine Maskierung wäre da dienlicher zur Unkenntlichmachung. Und intelligent.
    Nachdem die Giftschränke in vielen Bibliotheken weitgehend aufgelöst und die Bestände z.B. einfach nur alphabetisch oder nach Anschaffungsdatum ins Literaturmeer gekippt wurden, ist es heute wesentlich schwieriger, in nichtvorsortierten und nichtstrukturierten Beständen nach den Ausnahmen zu suchen - also muss man intelligentere Suchstrategien entwickeln, um an Dinge heranzukommen, von denen einigen nicht recht wohl ist, wenn manche zu leicht darankommen. Manchmal ist es besser, etwas zu zeigen, um es zu verstecken, zum verschwinden zu bringen. Für ein Update hierfür wäre die kleine aber feine Geschichte von Edgar Allen Poe zu empfehlen: " Der entwendete Brief ". Visuelle Typen sehen sich alternativ Hitchcocks verschwindende Lady an: " The Lady Vanishes " von 1938. Wenn dann auch noch ein Fleckenentferner namens VANISH auf dem Markt ist, auf deutsch so gut wie Verschwinde, Fleck!, stellt sich die Frage, welche Befleckung da zum Verschwinden gebrächt werden soll? Befleckte Häuser? Und was ist, wenn wir davon sprechen, dass wir auf einem Flecken (Erde?) leben? Entfernen wir dann den virtuellen Flecken, auf dem wir virtuell leben?
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