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Streetview: Google hält Ultimatum ein

Von - Quelle: Tom's Hardware DE | B 3 kommentare
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Google hat pünktlich auf das Ultimatum reagiert, das der Hamburger Datenschutzbeauftragte gestellt hat: Man will den Datenschutz beim Streetview-Dienst einhalten – allerdings gibt es immer noch Klärungsbedarf.

Derzeit fahren in Hamburg die so genannten Google-Autos herum. Sie fotografieren Straßenzüge und Häuserfronten, die noch dieses Jahr im Streetview-Dienst des Suchmaschinen-Giganten zu sehen sein sollen. Doch Datenschützer sorgen sich: Auf den Bildern könnten Menschen oder auch KFZ-Kennzeichen zu erkennen sein. Auch wer nicht will, dass beispielsweise sein Haus in Streetview auftaucht, soll Einspruch erheben können. Google bietet auf einer FAQ-Seite längst die Möglichkeit, »Einspruch« gegen einzelne Aufnahmen zu erheben.

Das hat dem Hamburger Datenschutbeauftragten Johannes Caspar nicht genügt: Er stellte Google ein Ultimatum zur Beantwortung diverser weitere datenschutzrechtlich relevanter Fragen (siehe »Streetview: Hamburg setzt Google eine Frist«) – das Google auch eingehalten hat.

Gegenüber der Deutschen Presseagentur meldete Google: »Wir haben pünktlich auf das Ultimatum reagiert«. Die meisten von Caspars Forderungen seien schon vor seiner Forderung vereinbart gewesen. Allerdings wünscht er auch eine Möglichkeit, bereits bei den Bilder-Rohdaten vor Ort eingreifen zu können. Google soll bereits Daten von Deutschlands Straßen ins US-Mutterhaus zur Weiterverarbeitung gesendet haben – genau dies wollte Caspar wohl verhindern. »Wir sind bei einer Sache noch nicht mit Google auf einer Linie«, so Caspar im Interview mit der taz. Grundsätzlich lehnt Google es ab, Rohdaten oder Teile davon zu löschen: »Google begründet dies damit, dass man die Technologie zur Unkenntlichmachung verbessern müsste. Demnach ist eine solche Optimierung nur durch das immer wieder erfolgende Aufspielen von Rohdaten möglich. [...] Wir sind der Meinung, dass das nicht notwendig ist«, so Caspar.

Zusammen »mit Informatikern« will sich der Datenschützer nochmals mit Google in den nächsten Wochen zusammensetzen. Sie sollen Googles Argumente gegen eine Rohdatenlöschung zu Gunsten der verbesserten Verpixelung überprüfen: »Sollten diese nicht stimmen, muss sich Google fragen lassen, was die Firma tatsächlich mit den Rohdaten vor hat«. Allerdings sieht er nur wenig Chancen für eine rechtliche Handhabe gegen die Google-Autos in Hamburg: »In jüngerer Zeit gab es immer wieder Versprechungen seitens der Politik, das Datenschutzrecht zu verschärfen – auch hinsichtlich der Durchsetzbarkeit«, so Caspar, »das Datenschutzrecht ist nicht das schärfste Schwert, das man führen kann«.

Letzte Woche wurde bekannt, dass sich Google bei den Streetview-Fotografien in Japan einen bösen Schnitzer erlaubt hat: Die Kameras auf den Fahrzeugen waren um 40 Zentimeter zu hoch angebracht, weshalb über Zäune und Hecken in auch Privatgärten hinein fotografiert wurde. Alle Bilder werden nun vernichtet und die Streetview-Autos müssen erneut ihre Runden durch Japan drehen.
Bild: DiePresse.com

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  • fbx , 20. Mai 2009 18:13
    Ist doch super. man clickt dann auf die Person und es poppen alle möglichen persönlichen Daten auf, die derjenige vorher bei facebook, studiVZ oder sonstwo freiwillig eingtragen hat. Das gleiche geht natürlich auch bei der Adresse. Dazu dann noch die persönl. Top10 der Suchbegriffe. Und wenn dann noch unsere Krankenakten online gehen haben wir alles zusammen, was man über einen Menschen wissen muss.
  • svD4 , 22. Mai 2009 11:41
    @fbx:
    Alle Gesichter werden verfremdet. Erst informieren bitte.
  • fbx , 26. Mai 2009 09:01
    Upps vergessen zu schreiben: Ironie zu ende! oder war deins auch nur ironisch gemeint?