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Österreichische Informatiker: »Zerschlagt Google«

Von - Quelle: Tom's Hardware DE | B 15 kommentare

Es drohen Realtätsverzerrung und Gefahr für die Kapitalmärkte: Grazer Informatik-Experten warnen mit einer Studie vor Googles Übermacht und fordern die Zerschlagung des Giganten.

Google gefährdet nicht nur unsere Wahrnehmung der Realität sondern auch bestehende Wirtschafts- und vor allem Kapitalmarktmechanismen: Zu diesem Schluß kommen die Autoren einer Studie der Technischen Universität Graz in Österreich. »Jeder, der die Situation betrachtet, muss sich dessen bewusst sein, dass Google in noch nie dagewesener Art Macht angehäuft hat und damit unsere Gesellschaft in Gefahr bringt«, so der Haupt-Herausgeber der Studie, Informatik-Professor Hermann Maurer.

Eine der Gefahren, die von Google laut der Studie »Report on dangers and opportunities posed by large search engines, particularly Google« (PDF, 7 MByte) ausgeht: Google hätte gerade als größte Suchmaschine zwar die Möglichkeit, Plagiate im Web zu verfolgen und geistiges Eigentum zu schützen, habe sich aber aus wirtschaftlichen Gründen dazu entschieden, dies nicht zu tun.

Unter anderem soll die Studie nachweisen, dass Google mit Wikipedia zusammen arbeitet. Demnach gibt Google bei willkürlich gewählten, deutschsprachigen Suchbegriffe in 70 Prozent aller Anfragen Wikipedia als obersten Suchtreffer aus, Yahoo nur in der Hälfte aller Anfragen. Die Gefahr dabei: Da die »Google-Wikipedia-Version der Realität« nicht der Wirklichkeit entspreche, führt googeln künftig zu einer verzerrten Wahrnehmung. Zusammen mit dem genannten Plagiatsproblem würde sich die Realitätsverzerrung durch das »Google-Copy-Paste-Syndrom«, wie es die Autoren nennen, rasch vervielfältigen.

Insgesamt habe Google der Studie nach universelles Wissen darüber erreicht, was auf der Welt gerade geschieht. Damit könne das Unternehmen an den Börsen ohne Risiko Aktien kaufen und verkaufen. Auch könne Google mittlerweile in vielen Bereichen Entwicklungen vorhersagen. Freier Handel basiert jedoch darauf, dass niemand über komplette Information verfüge — und so jeder mal verliere, mal gewinne. »Jeder Spieler, der nie verliert, gefährdet die Grundfeste des Kapitalmarktes«, propagiert das Dokument.

Hauptargument für die Zerschlagung Googles: Niemand würde grundsätzliche Bereiche wie Grundschule, Verkehrsinfrastruktur, Medikamentenzulassung dem freien Markt überlassen — »auch das Internet benötigt eine Regulierung«, notfalls durch Kartellverfahren gegen Google.
Grafik: Report on dangers and opportunities posed by large search engines, particularly Google

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  • tkr , 3. Dezember 2007 16:01

    Es drohen Realtätsverzerrung und Gefahr für die Kapitalmärkte: Grazer Informatik-Experten warnen

    Österreichische Informatiker: »Zerschlagt Google« : Read More
  • alphawolf , 3. Dezember 2007 16:11
    "Google hätte gerade als größte Suchmaschine zwar die Möglichkeit, Plagiate im Web zu verfolgen und geistiges Eigentum zu schützen, habe sich aber aus wirtschaftlichen Gründen dazu entschieden, dies nicht zu tun."

    Google ist auch ein Unternehmen und nicht die Wohlfahrt.

    "Da die »Google-Wikipedia-Version der Realität« nicht der Wirklichkeit entspreche, führt googeln künftig zu einer verzerrten Wahrnehmung."

    Wie habe ich das zu verstehen?
  • Deathdrep , 3. Dezember 2007 16:51
    @Alphawolf

    du kannst dich vll. noch an China erinnern, wo google einige zeit nicht erreichbar war (Chin. Regierung hatte den Zugriff darauf von innerhalb Chinas sperren lassen)

    ähnliche "Tricks" könnte google einsetzen, zb. bewusst gefakte "Fakten" in Wikipedia, nach bestimmten Suchbegriffen wird nicht gesucht etc.

    @Topic

    da ist was wahres dran, wie oft habe ich nicht schon in Foren gelesen "Google-ist-dein-Freund", "schau mal in der Wiki nach" oder einfach nur "googel doch selbst danach"
    Zumal die Statistik bei Google ja auch zeigt das zumindest der deutsche Teil der suchmaschine sehr gut mit Wikipedia arbeitet ... 70% sind doch schon recht viel.

    wollen wir hoffen das das google nicht in den falschen Hals kriegt und das Internet blockiert ^^

    aber ob eine zerschlagung notwendig ist, wage ich jetzt mal zu bezweifeln ... das Problem ist schlicht und ergreifend das diese "Macht" unter möglichst vielen Personen/Firmen aufgeteilt werden müsste, denn eine reine "Verstaatlichung" würde das Problem der Verzerrung nur verlagern ...

    allerdings wird dieses Problem immer wieder auftauchen ... dann halt bei MSN/Altavista/Yahoo oder sonst wem ...

    greez
  • Alle 15 Kommentare anzeigen.
  • Lotti , 3. Dezember 2007 17:02
    Wie bereits schon mehrfach erwähnt, was google und microsoft alles jetzt "Live" machen, sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern mal überlegen was es für die Unternehmen(AMI´s) für Vorteile bringt. Spionage etc.
  • dontcryjustfly , 3. Dezember 2007 17:09
    >"Da die »Google-Wikipedia-Version der Realität« nicht der Wirklichkeit entspreche, führt googeln künftig zu einer verzerrten Wahrnehmung."

    Wie habe ich das zu verstehen?<

    Was ist daran nicht zu verstehen?
    1. Wikipedia ist frei, d.h. da kann jeder seinen Senf dazu geben.

    2. Google bestimmt was du findest. Falls es dir noch nicht aufgefallen ist, es ist kein Zufall was auf den ersten Seiten angezeigt bekommst.

    Immer häufiger werde ich sogar auf Händler weiter geleitet als auf das von Google angezeigte Suchergebnis...da hilft nur "zurück" und link nochmal verfolgen.
  • karlika , 3. Dezember 2007 18:52
    Maurer... das war doch derjenige, der den größten Hörsaal auf der TU Graz im Gegenzug für eine kleine Spende in "Microsoft Hörsaal" umbenennen lassen wollte...
    Andererseits gibts auch den "Siemens TS Hörsaal", kann also auch eine komplett unparteische Werbeaktion gewesen sein.
  • jehaa , 3. Dezember 2007 19:09
    zur realitätsverzerrung könnt ich mir denken dass damit die schnelle verbreitung von fehlinformationen gemeint is, die meisten infos auf wikipedia scheinen für den unwissenenden meist richtig, dies trifft aber leiter nicht immer zu

    naja und den schneeballeffekt muss ich ja niemanden erklären
    eine solch enorme fehlerverbreitung is mit sicherheit verzerrung
    naja der ausdruck realität und wirklichkeit is aber wirklich schlecht gewählt, lässt viel zu viel spielraum

  • thinktank , 3. Dezember 2007 22:30
    Kleiner Tipp: googelt mal über "google". Da geht einem doch ein Licht auf!


    Aber die Sache ist vielleicht ganz banal:

    1.) Google machts dir bequem es übernimmt einfach Teile deines Hirns.
    Wir googeln doch mittlerweile schneller als wir selbst denken.

    2.) Google BEEINFLUSST Wissen - und zwar global und ÜBERMÄCHTIG - das ist ein Risiko.
    Aber die BEEINFLUSSUNG von Wissen ist etwas hochgefährliches, wenn sie übermächtig, geheim und nicht kontrollierbar erfolgt und wenn das Wertesystem des Beeinflussers nicht bekannt oder gut ist.
    Und ÜBERMACHT ist noch gefährlicher, sie ist in der Geschichte noch nie gut ausgegangen. Noch nie.

    3.) Wer kennnt googles Wertesystem?
    Anmerkung: Google ist ein gigantisches Unternehmen und rein auf Profit ausgerichtet. Und schon seit Menschen gedenken handeln Unternehmen eigennützig und eigenwachstumsorientiert. Denn die Existenzsicherung und das eigene materielle Wachstum ist nunmal auch für ein Unternehmen das Wichtigste.

    4.) Und die ganz banale Frage zum Schluss: Was will google? Und wozu?
    Nach Beantwortung dieser Frage kann jeder selbst ganz persönlich für sich entscheiden, wem er glaubt, und vom wem er sein Wissen bezieht.

    Zum Schluss könnte wohl doch wieder das "nicht bescheid wissen" über die Wahl der Wissens-Quelle entscheiden ;-) Oder der Stress, oder die Bequemlichkeit.


    PS: Nach allen Diskussionen gibts doch immer wieder nur zwei Dinge auf der Welt, die über alles entscheidend sind: Liebe/Glaube (nicht mal religiös gemeint) und Verstand/Wissen.

    Und dann bleibt nur die Frage, von wem mache ich am besten die Liebe/Glaube abhängig und von wem den Verstand/Wissen?

    Viel Spass beim googeln!
  • murphey , 3. Dezember 2007 23:27
    Alles 'n bischen überzogen...
  • Denken , 4. Dezember 2007 09:05
    Hintergrundinfos!?

    Wer sind diese Wissenschaftler!? Von wem werden Sie bezahlt!? Lobbyismus!?
  • powerhawk , 4. Dezember 2007 10:39
    Durch das Zerschlagen von Google werden die Leute nicht intelligenter. Wer heute zu faul ist, sich ordentlich (umfassend!!!) zu informieren, der informiert sich ohne Google einfach gar nicht mehr. Und das vollständige erfassen der Wirtschaft ist doch ein Scherz, oder!? Tausende Spezialisten haben den Crash bei US-Krediten nicht voraussehen/berechnen können (s. dazu auch aktuelles Technology Review), aber Google hat's natürlich vorher gewußt...lächerlich.
  • Oldgamer , 4. Dezember 2007 15:59
    Die Empfänger/Leser dieser Studie kennen die Problematik, der grosse Rest googelt ohnehin nicht sondern holt sich sein Wissen bei BILD.DE und BUNTE.DE oder auch mal KRONE.AT

    Oldgamer
    www.normalverkehr.com
  • tobias , 4. Dezember 2007 17:14
    wir nutzen natürlich auch alle google, weil es der einzigste anbieter ist?! wir sind gezwungen google zu nutzen?!

    Bevor Google zerschlagen wird, muss Coca Cola seine Rezeptur im sourceforge veröffentlichen.

    In dem Report geht es zu 60% um Plagiate und bildet damit meiner meinung nach den themenschwerpunkt, über deren folgen, verfolgung und erkennung, weiterhin richtet sich der report damit an studenten dozenten und alle die google benutzen.

    Die Sponsoren werden übrigends auch in dem report aufgeführt, nur leider nicht als solche benannt.
  • booster , 4. Dezember 2007 17:32
    warum regt sich eigentlich jeder über google auf? benutzt google doch einfach nicht!

    es gibt viele andere suchmaschinen im netz...

    wer will das google weniger macht hat, der solls nicht nutzen... fertig

  • BlackX , 4. Dezember 2007 19:05
    Dann will ich mal wissen was TV für ne "Realtätsverzerrung" ... Menschheitsverarsche!