Chinafrage: Google wandert nach Hong Kong
China kocht. Nicht chao mian (炒麵) sondern vor Wut. Die Behörden haben anscheinend nicht damit gerechnet, dass Google seine Drohung wahr macht. Der Internet-Dienstleister leitet seine Mainland-Nutzer nach Hong Kong - solange es noch geht.
Schon letzte Woche hatte Google begonnen, die Zensur der chinesischen Webangebote aufzuheben, ging aber nicht auf Medienberichte ein. Nun lässt der Internet-Riese über seinen ranghöchsten Hausanwalt verkünden, das Angebot von Mainland China in die ehemalige britische Kronkolonie und heutige Sonderwirtschaftszone Hong Kong zu verlagern.
In einem Blog lässt Google verlautbaren, dass alle Suchanfragen, die an www.google.cn ab sofort auf das ungefilterte www.google.com.hk umgeleitet werden. Die TLD ".cn" steht für Mainland China, "com.hk" für Hong Kong. Über die Tragweite dieser Entscheidung ist man sich bewusst und nimmt offensichtlich in Kauf, dass China demnächst auch den Internetverkehr nach Hong Kong filtern lässt und damit diese Aktion ad absurdum führt. Bis dahin ist dieses Vorgehen sogar konform mit den Gesetzen der Volksrepublik, denn Hong Kong besitzt eine eigene Judikative (1 Land, 2 Systeme).
Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua zitierte einen ungenannten Regierungsbeamten mit den Worten, Google habe „sein schriftliches Versprechen gebrochen“. Der Stopp der Zensur der Suchbeiträge sei „total falsch“.
Google rechnet offenbar mit negativen Folgen für seine Mitarbeiter. „Wir wollen deutlich machen, dass diese Entscheidungen von der Konzernführung in den USA getroffen worden sind und keiner unserer Angestellten in China dafür verantwortlich gemacht werden kann“, erklärte Google-Chefanwalt David Drummond. In punkto Mitarbeiterstärke will sich Google China daran orientieren, inwieweit sich Google-Dienste aus der Volksrepublik künftig nutzen lassen.
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Für mich persönlich sieht das so aus, dass Google mit dieser Aktion Rufpflege betreibt.
Der Marktanteil in China war und ist nicht hoch, die Einnahmen dieses Marktes bei Anpassung sind wohl geringer, als der (finanzielle) Effekt durch einen besseren Ruf, wenn Leute denken Google kümmere sich um Meinungsfreiheit.
total unverantwortlich!!! auch die bericht erstattung...
Achso. Und warum? Behauptung Begründung Beispiel. Ich hoffe die drei Wörter sagen dir was.
Ich finds ne gute Aktion von Google.
Ich finde es sehr gut und bin, als Google-Fan/Nutzer der ersten Stunde, sogar ein wenig stolz!
Hut ab Google!
N Link dau wär jetzt nicht schlecht.
Mir ist es vollkommen egal wie Google sich versucht darzustellen, das ist jedem Unternehmen selbst überlassen.
Es ist ne gute Aktion und es ist doch völlig wurst, wegen was Google tatsächlich aus China abzieht. Zumindest ham se was gemacht, oder?
"China kocht. Nicht Nasi Goreng sondern vor Wut. Die Behörden haben anscheinend nicht damit gerechnet, dass Google seine Drohung wahr macht."
Bitte mehr polemisieren, dafür lebe ich. Leider steht ja meist die neutrale Berichterstattung im Vordergrund.
back-on-topic: „Wir wollen deutlich machen, dass diese Entscheidungen von der Konzernführung in den USA getroffen worden sind und keiner unserer Angestellten in China dafür verantwortlich gemacht werden kann.“
Ich hoffe das sich diese Leute nicht zu einer der bekannten "politischen Umgesinnungs-Stunden" bald in einem Lager befinden. Das wäre eine schreckliche Vorstellung. Google sollte diese Leute nicht in Gefahr bringen, deswegen finde ich es auch gut das sie eine klare Trennlinie zwischen Entscheidungen des Konzerns und der Mitarbeiter ziehen.
Google wehrt sich doch lediglich gegen die Volksverblödungs Politik in China. Dass eine Diktatur versucht, das Volk dumm zu halten, liegt auf der Hand, dennoch finde ich nicht, dass der Rest der Welt vor einer solchen Politik Respekt haben muss. Es ist gut für die Internet Benutzer dort, wenn sie endlich mal etwas von der Welt da draußen mitbekommen. Dass es zum Beispiel Menschen Rechte gibt. Das Beispiel mit den Studenten Aufständen (Tian’anmen) fand ich super gewählt, dann merken vielleicht alle mal, dass dieses Drama tatsächlich stattgefunden hat und begreift, mit welcher Brutalität die herrschende Brut durchgreift.
Deppen Leerzeichen sind übrigens Scheiße! Und auch nach der Rechtschreibdeform immer noch falsch!
Weiter so Google, Freiheit für China
Das WWW kann ein sehr mächtiges Instrument sein. - Google könnte gerade dabei sein, die Geschichte und Geschicke eines Landes umzuschreiben.
Erhaben, irgendwie. - Und unheimlich.
wenn das was man macht in einem bürgerkrieg endet dann ist das nicht gut sondern mit abstand das böserste was einem einfallen kann!!! vor allem wenns nur dem eigenen marketing dient!!! das rennt in der kategorie bomben angriff auf zivilstädte!!!also bitte...
Das heißt, alles, was von außen kommt, erzeugt in China gleich einen Bürgerkrieg?? Das Ermöglichen des Zugriffs auf weltweit verfügbare Daten, für uns eine Selbstverständlichkeit, setzt Du mit Bombenangriffen gleich? Hää? Bitte erklären! Woher soll da bitte ein Bürgerkrieg kommen? Gerade die Bürger können doch froh sein, dass sie jetzt endlich mal die Wahrheit erfahren, statt immer nur den gefilterten, zensierten nud nach Gutdünken der Diktatur gefärbten Mist.
Und genau diese Diktatur ist die einzige Instanz, der diese Entwicklung nicht recht ist. Ich glaube aber kaum, dass sie deshalb anfangen werden, ihr eigenene Bevölkerung abzuschlachten oder einen Bürgerkrieg anzuzetteln. Die werden eher versuchen, auf politischer / rechtlicher Ebene gegen Google vorzugehen, und dabei haben diese nototischen Menschenrechtsverletzer denkbar schlechte Chancen... gut so!
Finde ich gut so, endlich mal was gegen die Zensur was tun.
Google, lasst euch nicht einschüchtern
Also mal ehrlich, Chinas Begriff von Menschenrechten ist eine Schande. Das ganze ist nur stabil, weil die Leute gar nicht wissen, wie sehr sie unterdrückt werden und was Freiheit eigentlich wirklich ist, obwohl sie wie jeder Mensch ein Anrecht darauf haben.
Insofern ist natürlich das, was Google macht, nicht ganz ohne. Aber China leistet sich seit Jahrzehnten ein erheblich größeres Verbrechen, und das muss vielleicht auch einfach mal ein Ende haben, auch wenn der Preis dafür hoch ist.
Wie kommst du darauf, dass 1,3 Milliarden Menschen in China sich deswegen
direkt die Pistolen an den Kopf halten?
Was ist falsch daran, das sich Google, eine nicht-abhänginge Internetseite, sich von einem Land bestimmen lässt, was Meinungsfreiheit und das Recht des Menschen mit Füßen tritt?
Oder findest du, dass was China macht in Ordnung? Darf man einfach so einen hinrichten, weil er etwas gesagt hat, was jemanden oben in dem Regime gestört hat? Ist das in Ordnung???
Ich finde, dass was Google macht, legitim und vollends in Ordnung.
Die "Kommunistische Partei" (Trademark) hat sich einfach mit dem Falschen angelegt: Er nennt sich Kapitalismus. Der Kapitalismus kann auch zu denen echt unangenehm werden, die so schizophren sind den Kommunismus und die Marktwirtschaft überhaupt in einem logischen Satz mit "ist" oder "und" gleichzeitig zu erwähnen. - Da haut es die unflektierte chinesische Sprache völlig aus'n Socken. Konfuzius und Lao-Tse können jetzt Stempeln gehen, und das ist die verdient Strafe für Maos Erben.

Bei 1,3 Milliarden Menschen, von denen 90 % mal so richtig angepisst sein werden in Zukunft, nachdem Ihnen die Augen geöffnet worden sind, hätte ich als Parteibonze auch eine Scheißangst.
Da ist google nur EIN Problem, das peripher tangiert.
Der Westen wird natürlich auch erschüttert: Die Finanzmärkte hängen zusammen wie ein inzestuöser Verein: Am Ende werden alle durch die nächste (Immobilien/Absatz)-Krise, mit Verlaub, gefickt.
Aber: Der kapitalistische Markt ist kein Ponyhof. Jeder, der das Spiel mitspielt, sollte auch seine Rolle im und die Spielregeln des Spiels kennen.
Google gibt da nun eine Lektion drinnen. - Geht vielleicht nach hinten los, aber geschichtlich sicher spannend.
mimimi
Glaubst du eigentlich, dass dein Beitrag durch das inflationäre Setzen von Ausrufezeichen an Wichtigkeit gewinnt?
klingt zwar krass, aber was für die Kommunisten Bürgeraufstände sind, sind für uns deutschen bspw. npd und die sed. staatsfeindlichliches gedankengut nennt sich sowas. wer sagt denn, dass wir durch die amerikanisierung nicht genauso verblödet sind wie das chinesische volk? aktuelle beispiele gibt es zuhauf, wenn man näher hinschaut (Kundus-Affäre, Kindesmisshandlungen in Kirchen,Finanzkrise...)
Es passt uns nicht, wenn die die Amerikaner mit ihrem ganz ureigenen Weltbild in unsere Belange drängen und den weisen, großen Bruder spielen. Gebt den Chinesen die gleiche Chance - Demokratie kann man nicht exportieren, so was passiert entweder aus Überzeugung von innen heraus oder gar nicht. Die knapp 300 Mio. Internetnutzer gehören überwiegend zur Nomenklatura oder geistigen Elite des Landes. Das eigentliche Volk, das weitgehend in großer Armut lebt, betrifft dies eh nicht, die haben andere Probleme. Wem also nutzt das ganze Gezerre? Google allein. So kann man vom Streetview-Desaster ablenken und sich als Gralshüter der Demokratie verkaufen, der man nie war, ist und sein wird.
Google nimmt ein paar Studenten und Dissidenten vielleicht ein klein wenig Freiraum - die überwiegende Nutzerzahl aus Mittelschicht und Parteigrütze benutzt Google eh nicht. Somit wird es in China auf der Bemerkbarkeitsskala von 1 bis 10 vielleicht eine magere 0.5 werden. Gewissermaßen ein Erdbebchen und kein Beben. Eigentor.
Und an all die kleinen Demokratieexporteure:
Treffen kann man die Funktionäre und die Staatsmafia der Festlands-Chinesen nur übers Geld. Solange hier alle "Geiz ist geil" schreien und die billigen Importwaren säckeweise kaufen, solange lachen die sich eins. Vielleicht sollte der eine oder andere einfach mal seine Kaufgewohnheiten überdenken. Das ist wirksamer als das Abschalten einer Suchmaschine, die dort eh keiner vermisst und hilft den Arbeitern vor Ort mehr, als unsere selbstverliebte Propaganda.
Wenn... Zuviel Sand in der Luft
Ich bin mal auf Chinas Reaktion gespannt. Dass ein einzelnes Unternehmen derart viel Druck auf einen Staat ausüben kann ist relativ neu (vor allem wenn man bedenkt, dass dies der Einwohnerreichste Staat sowie der wirtschaftstärkste Staat der Welt ist). Im Falle Chinas empfinde ich es als richtig. Nicht für China, sondern für Google. Was China innenpolitisch macht, kann uns halbwegs egal sein, es ist ein souveräner Staat und da haben wir uns eigentlich nicht einzumischen (bitte jetzt keine Moralischen Argumente, ich kenne das Konzept der "Human Security"). Es ist gut für Google, denn sie bewahren sich damit (vllt ihr letztes Stück) ihre Glaubwürdigkeit in Bezug auf ihr Unternehmensmotto. "Tue nichts böses"
Dass Google jedoch einen solchen Einfluß auf Staaten haben kann empfinde ich besorgend. Schließlich könnte das Unternehmen auch jeden anderen Staat unter einem Vorwand so in die Mangel nehmen.
Wow! Respekt wieviele China Experten sich auf Toms Hardware tummeln. Ich erlaube mir in dieser Sache lieber kein Urteil da ich
1. Noch nie in China war und auch nicht deren Mentalität aus erster Hand kenne.
2. Nicht sicher beurteilen kann was Google damit wirklich verfolgt. Alles Vermutungen.
3. Die Dinge nicht immer so sind wie sie scheinen bzw wie manche sie erscheinen lassen.
4. Ich kein Urteil aufgrund von manipulierbaren Medienberichten treffen möchte.
Von daher Hut ab!
Wenn betrifft das überhaupt nur die Leute die in den größeren Städten wohnen die auf dem Land haben wahrscheinlich nicht mal irgendwie eine Verbindung zum Internet. Und sind meistens Bauern und/oder bettelarm.
Und die Leute in den Städten da haben auch nur die "reicheren" also die die nicht in Slums wohnen Internet bzw gehen in ein Internetcafe welche eine wesentlich höhere Besucherzahl aufweist als in Deutschland.
War erst vor kurzem da und da reiht sich (wie fast überall in Asien) ein Internetcafe neben dem anderen.
Und vom wirtschaftlichen Aspekt her gibts die auch nur in den Großstädten aber da die Städte da um ein vielfaches größer ist als in Deutschland ...
Naja ich glaube nicht das das sooo viel aufsehen in China erregt, die Regierung versucht wahrscheinlich eh alles zu blockieren das kaum was in die Chinesischen Nachrichten kommt und über sowas wenn überhaupt nur über Deutsche Welle und andere ausländische Fernsehsender informiert wird ... wenn überhaupt!