Für 60 Euro Aufpreis gibt es leise Kühlkonzepte und höhere Taktraten ab Werk. Wir prüfen, was die Verbesserungen im Detail bewirken und wie viel Mehrleistung man bei einer übertakteten Radeon HD 5870 erwarten kann.
Bei übertakteten Grafikkarten werden unterschiedlichen Konzepte verfolgt, das betrifft Kühlung und Taktraten. Bei der Kühlung gibt es zwei Optimierungen: Stark und laut oder leise mit Reserven. Als Basis für die Vergleiche dient die Standardkarte mit Referenzdesign und Referenzkühler. Der ist auf leisen Betrieb im 2D-Modus ausgelegt und versucht unter 3D-Last die Temperatur bei 82 Grad Celsius zu halten.
Im Idealfall bekommt man eine verbesserte Kühlung, kompensiert damit die höheren Taktraten und bleibt beim Geräuschpegel auf dem Niveau der Referenzkarte. Als Powerkonzept gibt es übertaktete Modelle, die ihre Kühlleistung durch höhere Lüfterdrehzahl optimieren, um die Temperaturen niedrig zu halten. Das ist eigentlich immer mit mehr Lautstärke verbunden und nur sinnvoll, wenn man die OC-Möglichkeiten des Grafikchips voll ausreizen will. Meint es ein Hersteller besonders gut, wird zusätzlich das 2D-Lüfterprofil auf hohe Drehzahl gesetzt, da eigene OC-Einstellungen auch den 2D-Takt einer Radeon HD 5870 verändern.
Test: MSI R5870 Lightning gegen Radeon HD 5870
Gerade bei den Taktraten unterscheiden sich die Konzepte gewaltig. Bei zwei von drei Testkarten erhöht der Hersteller nur die Performance vom Grafikprozessor (GPU), legt aber ein Tool bei, mit dem sich alle Bereiche übertakten lassen. Das hat zwei Nachteile, man verliert die Garantie, da man das 3D-Board mit höheren Spezifikation betreibt und eine nachträgliche Übertaktung hebt den 2D-Takt an, wodurch das System mehr Leistung im Leerlauf aufnimmt, was mehr Hitze und eine höhere Lüfterdrehzahl bedeutet.
Wie sich aus der Erfahrung bei Grafikkartentests zeigt, kann man nicht pauschal sagen, ob eine übertaktete Karte ihre optimalen Werte beibehält. Setzt ein Hersteller die neuen Taktraten nicht korrekt um, wird das automatische Heruntertakten im 2D-Leerlauf deaktiviert, wodurch die Grafikkarte nur noch mit vollen 3D-Taktraten läuft. Bei den getesteten OC-Modellen wird soweit alles richtig gemacht. Die vorjustierten Taktraten wurden einwandfrei im 3D-Bios der Karte verankert, wodurch sie unabhängig von OC Tools und Treibern verfügbar sind. Im 2D-Leerlauf wird einwandfrei heruntergetaktet, wer allerdings den Grafikspeicher selbst übertaktet, verliert diesen Vorteil.
Ziel des Tests ist, die Unterschiede zwischen Referenzkarte und übertakteten Modellen aufzudecken und zu zeigen, wofür man das zusätzliche Geld bei einer optimierten Version investiert. Zum besseren Vergleich wird das Referenzmodell der Radeon HD 5870 mit Normaltakt und maximaler Übertaktung getestet. Die Ergebnisse geben Aufschluss über die Leistungsfähigkeit des Referenzkühlers und die Overclocking-Grenzen der Chipklasse, wodurch man Leistungszuwachs und Kühlleistung bei den gekauften OC-Modellen leichter einordnen kann.
- GPU-Takt ist nur halbes Overclocking
- Grafikchips im Vergleich und Testkonfiguration
- Unterschiede Referenz- und OC-Modell
- 2D-Temperatur, -Geräuschpegel, -Leistungsaufnahme
- 3D-Temperatur, -Geräuschpegel, -Leistungsaufnahme
- Übertaktung
- Crosscheck
- Benchmark Alien vs Predator
- Benchmark Avatar
- Benchmark Battlefield Bad Company 2
- Benchmark Dragon Age: Origins
- Benchmark Left4Dead 2
- Benchmark Mass Effect 2
- Benchmark Supreme Commander 2
- Benchmark 3DMark06
- Gesamtleistung
- Leistungsaufnahme, Geräuschpegel und Temperatur
- 3D-Leistung nach Auflösung und Kantenglättung sortiert
- Fazit – Overclocking, dann aber richtig
Sorry, aber ich habe schon nach mechanischer beschädigung durch kühler-demontage garantieleistung erhalten :-O
Was das herabsenken der Taktrate im 2D-Modus betrifft, so kann ich für manche NVIDIA-Karten sagen: es hängt vom OC-Werkzeug ab ob dies noch funktioniert!
Das sind übliche Garantiebestimmungen. Die Tools der Hersteller weißen auch "fast" immer darauf hin, dass die Nutzung über die Spezifikation nicht abgedeckt ist. Wenn auf der Herstellerseite der Takt mit 900 MHz und Speicher mit Standard angegeben sind, ist das die Spezifikation der Karte. Umgekehrt kann man sich auch darauf berufen, falls man eine Karte mit weniger Takt verkauft bekommt.
Was das beschädigt zurückschicken angeht und keiner hats gemerkt. Es gib auch Leute, die Autos anfahren, weiterfahren und nie belangt werden. Thermische Defekte oder Überspannung kann man erkennen, sie sind nicht von der Garantie abgedeckt, wenn man die Karte außerhalb der Specs laufen läßt. Muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er die Garantiebestimmungen ernst nimmt, trotzdem sind sie vorhanden.
Was das erkennen einer Beschädigung angeht,
Betrifft eine Radeon HD 5870 ATI-Karte.
Ich meine nur, dass wohl kaum überprüft werden kann, ob ein Bauteil ausser der Spezifikationen betrieben wurde oder nicht. Und selbst wenn, dann könnte die Übertaktung/Overvoltage immer noch das Bios oder ein Defekter Widerstand etc auf der Grafikkarte schuld sein.
Woran liegt es, dass die ATIs ihren herabgesetzten 2D Takt vergessen? Ist es eine schlampigkeit in den OC-Tools oder Hardware/Bios-bedingt?
In den Artikel muss ich es schreiben, bevor sich jemand beklagt, dass es keiner erwähnt hat. Liest sich halt, als wäre es im Artikel übertrieben dargestellt. Ich bin mal böse und behaupte, man muss es wissen, um es dem Hersteller zu verschweigen
Scheint so, die GTX 460 lässt sich hoch- und runtertakten, stört ihre automatische Absenkung nicht. Bei ATI kenne ich es seit der HD 2000, Speichertakt = 2D Takt. Es muss wohl im Bios verankert sein, damit es geht. Bei den voreingestellten OC-Karten geht es immer, 2D bleibt nur oben, wenn man per Software den Takt nachbessert.
Leider auch beim Heruntertakten, GPU von 900 auf 850 MHz Standard. Ist man außerhalb der Bios-Einstellung , geht der Takt hoch. Immerhin taktet die GPU auf 400 MHz runter, mit den alten Modellen powerte die noch mit Maximum.
Mit doppelter Kartenpower durch Crossfire sind ohne Probleme Leistungsteigerungen von 42 Prozent möglich. Die 5 Prozent durch Übertaktung liegen im Verhältnis dazu sehr gut, sind nur für die tatsächlich gewonnene Framerate unbedeutend, selbst wenn es 10 Prozent wären, 100 auf 110 fps sind schon flüssig und 22 auf 24.2 fps ruckelt immer noch. Allerdings wird man sich im Bereich 25-40 fps über jedes Frame freuen.