Fette Notebook-Platten: TravelStar 7K200 und 5K250

hdd hitachi travelstarSeit Juni dieses Jahres gibt es Notebook-Festplatten mit einer Kapazität von 250 GB; die WD2500BEVS Scorpio von Western Digital (Englisch) war die erste seiner Art. Andere Hersteller zogen schnell nach: Samsung bietet ebenfalls ein Modell mit 250 GB, die Spinpoint M5S HM250JI (Englisch), Fujitsu ist mit der MHY2 am Start, die wir allerdings noch nicht getestet haben; das gleiche gilt für die neue 46GSX-Reihe von Toshiba. Bei Seagate steht die Geburt der vierten Generation Momentus – der 5400.4 – in Kürze bevor. Allerdings greift derzeit Hitachi nach der Krone im 2,5“-Reich der Notebook-Laufwerke. Die Travelstar 7K200 soll die Kontrahenten hinter sich lassen; die 5K250 ist so positioniert, dass sie sowohl hohe Leistung als auch größte Kapazität vereinen soll.

Verglichen mit den Fortschritten bei den 2,5”-Notebook-Laufwerken sind die Leistungsunterschiede bei den 3,5”-Festplatten im Desktop-Bereich bislang eher gering. In den Schlagzeilen waren vor allem Festplatten-Hersteller, die Produkte mit einer Kapazität von einem Terabyte bieten; schließlich sind diese Laufwerke und deren Ableger mit geringerer Kapazität heutzutage meist die beste, weil schnellste Wahl. Allerdings ist es heute gar nicht mehr so einfach, für ein Notebook die “richtige” Festplatte zu finden, da eine hohe Kapazität nicht unbedingt auch Höchstleistung bedeutet. Einige Hersteller von 2,5”-Festplatten wie Fujitsu, Hitachi, Seagate und Toshiba bieten für den leistungshungrigen Kunden Festplatten mit 7.200 U/Min. Modelle mit 5.400 U/Min, die auf zwei Platten verteilt eine Gesamtkapazität von 250 GB bieten, sollen dagegen große Kapazitätsanforderungen bedienen. Die schnelleren Laufwerke sind noch immer auf 200 GB (Hitachi, Seagate, Toshiba) oder 160 GB (Fujitsu) beschränkt.

Die kürzlich erzielten Leistungs- und Kapazitätssprünge im Bereich der 2,5”-Laufwerke werden von zwei Technologien begleitet, die den Performance-Feinschmeckern die Wahl der passenden Festplatte fast noch schwerer machen. Bei Hybrid-Festplatten sind zusätzlich 256 MB oder mehr Flash-Speicher auf dem Laufwerk integriert, auf welchem sich Daten des Betriebssystens und häufig verwendeter Anwendunge zwischenspeichern lassen. Durch diese so genannten H-HDDs soll der Anwender von langen Wartezeiten verschont bleiben und der Energieverbrauch gesenkt werden, indem vermehrt vom Flash-Speicher gearbeitet und der Spindelmotor bei Nichtbedarf abgeschaltet wird. Samsung und Seagate haben H-HDDs bereits im Portfolio, benötigen für eine sinnvolle Verwendung des Flash-Bereichs (ReadyDrive) allerdings Windows Vista – und selbst dann sind die Leistungsgewinne noch immer gering.

Als zweiter Konkurrent mechanischer Festplatten kommt eine weitere Technologie ins Spiel, die vollständig auf Flash-Speicher basiert und so super-schnelle Flash SSDs (Solid State Drive) ermöglicht. Vergangenes Jahr haben wir uns mit der Flash SSD 32 GB von Samsung einen ersten Prototyp angesehen ; dieses Jahr folgte mit der SSD SATA5000 von SanDisk ein erstes Modell mit ebenfalls 32 GB, das so auch im Handel zu haben ist. Diese Flash SSDs bieten zwar hervorrragende Latenzzeiten beim Lesen und einen guten Datendurchsatz, leiden allerdings unter langen Schreib-Latenzen. Die Schreiblatenz ist hier sogar um ein Vielfaches höher als die Zugriffszeit eines herkömmlichen Festplattenlaufwerks. Zusammen mit den hohen Anschaffunsgkosten von € 300 und mehr für gerade einmal 32 GB sind Flash SSDs für leistungsfanatische Anwender nicht immer erste Wahl –Windows Vista allein beansprucht schon ungefähr 10 GB.

Die klassische Festplatte sieht also alles in allem nicht schlecht aus, schließlich leistet die neuste Generation knapp 60 MB/s (5.400 U/Min) bzw. 70 MB/s (7.200 U/Min) für einen Verkausfpreis von gerade einmal € 150 bzw. € 170. Im Gegensatz dazu müssen Sie für eine 32 GB Flash SSD schon bereit sein, mindestens stolze € 350 hinzulegen – noch deutlich mehr ist dann für Modelle mit größerer Kapazität fällig, die auch Enthusiasten ausreichend Platz bieten.

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4 Kommentare
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  • didi64
    Wie ist es denn mit der Lebensdauer der vielfach angesprochenen SSD Laufwerke? Ein USB Stick hat ja auch eine begrenzte Lebenszeit aufgrund der limitieren Anzahl an Schreibvorgängen. Bei einem Betrieb als Festplatte unter Windows dürften diese doch relativ schnell erreicht sein?
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  • VelleX
    Von der Transferrate her ist übrigens eine Samsung HM160HI sogar etwas schneller als die 7K200, trotz nur 5400rpm. Bei den anderen Tests wie Zugriffszeit etc. würde diese deswegen aber natürlich schlechter abschneiden.
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  • Wobik1
    Hallo,
    ich weiß nicht in welcher Welt die Tester leben?!
    Hitachi ist für neuwertigen Schrott berühmt berüchtigt. Was nützen mir tolle testwerte, wenn die Dinger dauernd kaputt gehen? Da ist auch mit ner Garantie nicht geholfen,denn Zeit und Datenverluste werden mir nicht ersetzt. Zumal meist dann etwas kaputt geht,wo schneller Ersatz nicht möglich ist.
    Gegenbeispiel: WD 250GB Eide-Modell! Shock Proved, schier nicht kaputt zu kriegen. Jeder Händler und Werkstätten sowieso kann bestätigen, das kaputte FP Hauptgrund für Reklamationen darstellen.
    Die meisten Leute denken nun mal nicht daran, Ihre tragbaren wie rohe Eier zu behandeln. Ich hoffe,das WD demnächst auch Modelle mit SATA und Shock Proved auf den Markt wirft. Dann gibt es nur noch eine Wahl für die tragbaren.. ;-)
    W.B.
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  • Bzzz
    Grade deswegen wäre mir ein Test aktueller PATA-Platten auch sehr recht gewesen - habe vor etwa 2 Wochen meine 60GB IBM/Hitachi ersetzt. Hatte zuerst an eine 5k250 gedacht, letztendlich aber zur WD2500BEVE gegriffen. Bisher hab ichs nicht bereut...
    Ausgegeben hab ich für die Platte inkl. Versand sowie Einbaurahmen (2,5"->3,5") knapp 130 Euro.
    Benchmarkergebnisse sind mit denen der SATA-Version, also der BEVS, ganz gut vergleichbar.
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