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MPEG stellt Konzept für effizientere Videokompression vor

Von , Wolfgang Gruener - Quelle: MPEG | B 7 kommentare

Die Moving Picture Experts Group (MPEG) hat einen Konzeptentwurf für einen Videokompressionsstandard herausgegeben, der ein deutliche Steigerung der Kompressionsrate verspricht.

Der neue HEVC-Entwurf beschreibt eine Technologie, die etwa die doppelte Kompressionsrate des aktuellen H.264/AVC-Standards erreicht.

"Es gibt eine Menge Interesse in der Industrie, da man bei gleicher Bildqualität die Bitrate halbieren oder bei gleicher Bandbreite beispielsweise die Anzahl der TV-Kanäle verdoppeln kann, was enorme Auswirkungen auf die Industrie haben wird", so Ericssons Per Fröjdh, Leiter der schwedischen MPEG-Delegation. Laut Fröjdh könnte HEVC bereits 2013 marktreif sein. "Es wird Zeit brauchen, bevor HEVC von einem TV-Dienst eingesetzt wird. Aber die Annahme im mobilen Bereich ist viel schneller; hier werden wir vermutlich bereits nächstes Jahr die ersten Dienste für mobile Anwendungen sehen." Laut Fröjdh arbeitet seine Gruppe auch an einem 3D-Videokompressionsformat, das ohne Brille auskommt und 2014 marktreif sein soll.

Die Einführung eines neuen Videokompressionsformats ist aber immer problematisch und nur weil eine Technik überlegen ist, heißt es noch lange nicht, dass sie auch vom Markt angenommen werden wird. Beispielsweise gab es etliche Versuche, das JPEG-Bildformat durch etwas besseres zu ersetzen. JPEG2000 scheiterte vor rund 10 Jahren und auch Microsofts relativ aktueller Versuch, HD Photo (Windows Media Photo) als JPEG-Ersatz zu etablieren, der qualitativ mit unkomprimierten TIFF-Bildern gleichzieht, scheiterte.

Im Videobereich gab es beispielsweise um H.264 viele Diskussionen, da die Patentbasis die Adaption des Format durch Lizenzgebühren gefährden könnte. Das führte beispielsweise dazu, dass Google sein eigenes VP8-basiertes WebM-Format als Alternative in Spiel brachte. Und natürlich gibt es da auch noch OGG/OGV, das ebenfalls relevant bleibt. Trotz Googles riesiger Anstrengungen, WebM dem Markt schmackhaft zu machen, bleibt H.264 das aktuell bevorzugte Videoformat – und das zeigt, wie schwierig etwas zu ersetzen ist, das sich als Standard am Markt etabliert hat.

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  • sTITh@guest , 29. August 2012 08:23
    bin gespannt auf die ersten vergleichtests
  • BossHuhn , 29. August 2012 09:18
    Hallo,

    ich denke schon das der neue Videostandart sich durchsetzen wird. Dadurch ist es möglich das das doppelte an Werbung bei den TV Anbieter ausgestrahlt werden kann. Nicht zu vergessen von der neuen Vielzahl erotischer TV Kanäle die dann auch noch kommen werden und unvorstellbars wohl zeigen werden. Und das alles auf meinem Handy mit ner GRPS Flat.
    Alles wird gut :-)
  • Fabo@guest , 29. August 2012 09:56
    ....ich frage gar nicht erst^^

    ich jedenfalls würde mich über sinkenden traffic freuen!
  • Alle 7 Kommentare anzeigen.
  • ROFL_Kartoffel@guest , 29. August 2012 10:25
    ich glaub meine optische standart-maus hackt...
  • Sensenman@guest , 29. August 2012 12:24
    Was hat denn ein "3D-Videokompressionsformat" mit einer 3D "Brille" zu tun?
  • Krampflacher , 29. August 2012 21:51
    Ich hätte lieber mal wieder einen schnelleren Codec. Die Datenträger sind eh schon so gross, auch SD-Karten für Kameras gibt es schon in irrsinnigen Grössen.

    Für den Videobereich selbst hätte ich gerne sowas wie MJPEG nur mit einem besseren Bildcodec, zB oben genanntes HDPhoto von Microsoft.
  • Krampflacher , 29. August 2012 21:55
    Letzteres würde übrigens auch einfacheres "Smart Rendering", also Rendern von geschnittenen unveränderten Videos ohne Neukompression, ermöglichen.