HGST pumpt Helium in Festplatten

Das Datenaufkommen, das von sozialen Netzwerken und Mobilgeräten verursacht und auf Servern gespeichert werden muss, verzeichnete schon in der jüngeren Vergangenheit ein rasantes Wachstum und dürfte durch die immer populärer werdenden Cloud-Anwendungen auch in Zukunft nicht eben geringer werden.

Um diesen Entwicklungen gerecht zu werden und die Kosten, die durch den wachsenden Speicherbedarf für die Betreiber entsprechender Rechenzentren im Rahmen zu halten, arbeitet der von Western Digital übernommene Hersteller HGST (Hitachi Global Storage Technologies) an neuartigen Festplatten. Die Speicherlaufwerke im 3,5"-Format können nicht nur bis zu sieben Magnetscheiben aufnehmen, sondern HGST versucht deren Leistungsfähigkeit mit Hilfe von Helium weiter zu erhöhen.

Weil Helium deutlich leichter als Luft ist, sind die Strömungseffekte, mit denen die einzelnen Scheiben bei der Drehung in einer mit dem Gas gefüllten und entsprechend versiegelten Festplatte zu kämpfen haben, deutlich geringer. Dies entlastet auch die anderen mechanischen Bauteile wie etwa den Motor. Darüber hinaus werden die Strömungskräfte, die bei der Positionierung der Köpfe entstehen und das Vibrieren der einzelnen Scheiben und Träger auslösen, verringert. Dadurch kann auch der Abstand zwischen den Scheiben reduziert werden. Zudem ist die Wärmeleitfähigkeit von Helium besser als von Luft, was für einen - etwa 4°C - kühleren und leiseren Betrieb der Laufwerke sorgen soll.

Dies soll sich nicht nur positiv auf die Zuverlässigkeit auswirken, sondern auch zu einem geringeren Energiebedarf führen. Der Verbrauch einer Helium gefüllten Festplatte soll im Vergleich zu einem herkömmlichen Modell um bis zu 23% sinken. Durch den kühleren Betrieb müssen entsprechende Server-Racks weniger stark gekühlt werden, was zu einer weiteren Senkung des Energiebedarfs des Gesamtsystems führt.

Bisher investierte der Hersteller sechs Jahre Entwicklungsarbeit in die Speicherlaufwerke; die größte Schwierigkeit stellte dabei das Befüllen der Gehäuse mit Helium sowie das anschließende Versiegeln in der Massenproduktion dar. Im Laufe des kommenden Jahres sollen die Festplatten jedoch auf dem Markt verfügbar sein. Zu den verfügbaren Kapazitäten und den Preisen hielt sich HGST noch bedeckt.

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7 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • garak
    Klar, Helium hat ja nur 3 Freiheitsgrade und noch dazu eine geringere Dichte, also auch weniger Reibung. Ohne Gas geht es ja nicht, da Schreib-/Leseköpfe auf dem Gaspolster über die Platter gleiten.

    Ich glaube aber nicht an die Dichtigkeit, selbst wenn Metalldichtungen aus meinetwegen Indium zum Einsatz kommen. Bin noch skeptisch.
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  • Scour
    Wenn das wirklich klappt und sich kaum auf den Preis auswirkt, warum nicht?
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  • besterino
    Ich find's jedenfalls immer wieder sehr beeindruckend, auf welche Ideen die Jungs so kommen. Wenn man es dann hört, klingt es sofort einleuchtend, aber das ist halt der Unterschied zwischen den Vordenkern und den Nachbauern... ;-)

    Daher: Hut ab!
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