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HP G62-130EG: Guter Einstiegs-Allrounder mit Makel

HP G62-130EG: Guter Einstiegs-Allrounder mit Makel
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Wenn man das Gros der interessierten Laptop-Käufer fragt, was sie suchen, lautet die Antwort nicht selten "Einen preiswerten Allrounder" oder so ähnlich. Genau das scheint Hewlett-Packards G62-130EG zu sein, denn mit einem Listenpreis von 599 Euro und einem Straßenpreis von grob 550 Euro bietet er mit Core i3-330M und einer Radeon HD 5430 eine durchaus brauchbare Ausstattung. Da könnte man eigentlich meinen, die Firma hätte Vermarktungsaktionen wie "Schwarz. Rot. Toll." vom Mai eigentlich nicht nötig, die übrigens noch bis Ende Juli läuft.

Dominieren bei vielen Konkurrenten entweder schwarze und graue Flächen oder gleich knallbunte Farben, geht HP beim Design einen eigenen Weg. Der Deckel besteht aus Kunststoff in einem kühlen, matten Anthrazit-Silber-Ton, der mit einem Escher-artigen Muster aus Dreiecken beprägt ist. Unten rechts sitzt das HP-Logo. Innen werden sowohl die Farbe als auch das Muster wieder aufgegriffen. Die Tastatur handhabt HP klassisch: Sie ist schwarz mit weißen Buchstaben. Über dem Keyboard ist ein angetäuschter Grill eingelassen, hinter dem sich die Lautsprecherchen verbergen. Insgesamt ergibt das eine Mischung aus edlem Look und, dank Hartplastikfeel, leider eher billiger Haptik.

Dass es sich beim HP G62 um ein Budget-Gerät handelt, merkt man ihm bei der Verarbeitung nur punktuell an. Insgesamt zeigt sich beispielsweise das Chassis sehr solide und weitgehend frei von Knarzgeräuschen. Das geht aber nicht zu Lasten des Gewichts, denn mit 2.556 Gramm ist der 15-Zoller noch gut tragbar. Mit Netzteil sind es allerdings schon 3 Kilo.

Punktueller Druck auf der rechten Seite über dem optischen Laufwerk zeitigte allerdings dann doch ein Knarren, während dort gleichzeitig der Rahmen nachgab. Der Deckel ist hingegen angenehm steif und verwindet sich wenig. Erst starker punktueller Druck sorgt für Flecken auf dem Display, und selbst stärkeres Verwinden des Deckels brachte nur wenige leichte Spannungsmuster zum Vorschein. Einzige weitere Auffälligkeit war, dass der einzelne USB-Port an der rechten Seite sich nur recht schwergängig bestücken ließ.

Die Tastatur birgt direkt nach dem Kauf ein hohes Frust-Potential. Die Tasten sind sehr flach gehalten. An sich gibt es eine kleine Stufe, die zwischen den einzelnen Tasten eine kleine Aussparung übrig lässt. Die Lücke ist aber leider zu klein, und da die Tasten sich nicht nach oben hin verjüngen und wie erwähnt nicht sehr hoch sind, löst man oft genug mehrere Tasten gleichzeitig aus, wenn man nicht direkt von oben im Sturzwinkel tippt. Das zwingt zu einer verkrampften Haltung, da man die Finger "spitz und gespreizt" halten muss. Darüber hinaus ist das Tippgefühl nicht wirklich angenehm - der Hub ist zwar groß, doch es fehlt an wirklichem Widerstand, sodass man recht trocken tippt. Das staucht auf Dauer in den Gelenken und  führt schnell zu Ermüdungserscheinungen. Dass sich die inneren Tasten leicht mitbiegen, fällt da nur noch wenig ins Gewicht. Das Klappern der F-Tasten 1 bis 3 stört hingegen, zumal auf ihnen der Shortcut für die Displayhelligkeit liegt.

Mehr Tasten, mehr Frust: Das Layout ist gewöhnungbedürftig bis frustrierend.Mehr Tasten, mehr Frust: Das Layout ist gewöhnungbedürftig bis frustrierend.Dass gut gemeint nicht auch gut gemacht bedeutet, zeigt eine weitere Eigenheit der HP-Tastatur. Obwohl sie an sich dem Desktop-Layout folgt, hat HP entlang der linken Seite eine zusätzliche Spalte eingezogen, in der Schnellwahltasten für den Taschenrechner, den Druckbefehl, den Browser, den Mediapayer und das Email-Programm liegen. Routinierte Zehn-Finger-Schreiber treffen also beispielsweise statt Shift den Druckbefehl, während ein Griff zum vermeintlichen Tabulator den Mediaplayer startet. STRG und Fn sind an sich richtig herum angeordnet, denn STRG liegt links - aber eben nicht außen. Wer häufig blind Tastenkombinationen nutzt, wird deshalb bald in die Tischkante beißen, weil je nach Tippwinkel ständig entweder der Druck-Dialog oder der Taschenrechner aufgeht.

Rechts ist die äußerste Tastenspalte mit den Bild-Auf/-Ab-Tasten und Pos1/Ende gefüllt. Auch hier werden Vertipper provoziert, denn die rechte Shift-Taste liegt innen, links vom nach innen aufgerückten Aufwärtspfeil. All dies erfordert eine gewisse Umgewöhnungszeit, in der man sicher das eine oder andere Mal laut fluchen wird - so zumindest erging es dem Autor beim Test.

Wo ist das Trackpad? DA ist das Trackpad!Wo ist das Trackpad? DA ist das Trackpad!Leider bekleckert sich auch das Trackpad nicht gerade mit Ruhm. Es nutzt dasselbe Material und dasselbe Design wie der Rest der Arbeitsfläche. Wäre nicht oben eine Aussparung und unten die Tastenwippe, wäre es komplett unsichtbar. Das erschwert bestimmte Bewegungen unnötig, weil man erst nach unten blicken muss, um das Bedienfeld zu finden. Die Präzision ist bei schnellen Bewegungen gut. Bei langsamem Anvisieren von Textstellen fühlt sich der Cursor aber manchmal "klebrig" an. Ab und an reagiert das Touchpad dann überempfindlich und verschiebt den Cursor, weshalb man dann an einer falschen Stelle weiter schreibt. Genau das soll eigentlich ein in der oberen linken Ecke sitzender Sensor verhindern. Auf Dauer wird das geriffelte Muster der Oberfläche unangenehm an den Fingern.

Die Trackpadtasten sind als versenkte Wippe ausgeführt, die nicht ideal zu bedienen ist. Sie lösen relativ schwer und schwammig und leider nur mit dumpfem Klang aus - es fehlt an akustischem Feedback. Mit den Standardeinstellungen scrollt das Trackpad vertikal sehr schnell. Das horizontale Scrollen ist ab Werk nicht aktiv. Der Synaptics-Treiber unterstützt zwar an sich noch weitere Multi-Touch-Gesten, doch sind keine weiteren aktiv - nicht mal die, die Windows 7 von sich aus mitbringt. Auf Pinch-Zoom und rotieren von Bildern muss man also verzichten.

Insgesamt liefert das G62-130EG eine durchweg enttäuschende Vorstellung in dieser Disziplin ab. Das kann auch nicht mit dem Preis entschuldigt werden, denn selbst Netbooks mit kleineren Maßen bringen teils weit bessere Tastaturen und Trackpads mit mehr Funktionen mit.

13 Kommentare anzeigen.
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  • Shini , 21. Juli 2010 08:46
    Beim HP hatte mein Vater Glück, den gab es mal als Sonderaktion bei Media Markt für 499 Euro.
    An sich ein gutes Gerät, vor allem zu dem Preis mit W7 HP 64 Bit. Dennoch würde ich es für mich bestimmt nicht kaufen, aufgrund des Designs. Dieses gekachelte Stück Plastik mit Polygonen sieht so dermaßen hässlich aus, auf den Bildern geht es ja noch aber in echt..pfui.
    An Der Tastatur habe ich ehrlich gesagt wenig auszusetzen und das Display ist beim HP in Ordnung, draußen sitzen (Im Schatten) stellt erstmal kein Problem dar. Im Hochsommer in der prallen Sonne ist es natürlich zu nichts zu gebrauchen, das trifft aber wohl auf alle Glossy Displays zu.

    Ansonsten stimme ich den anderen Fakten des Tests zu.
    Und guter Test!
  • klomax , 21. Juli 2010 10:16
    Gibt ohnehin kaum Geräte, die einen richtig zufriedenstellen in einer Preisklasse zwischen 400 und 600 Euro. - Jedefalls suche ich mir regelmäßig den sprichtwörtlichen Wolf danach.
  • derwolf92 , 21. Juli 2010 11:26
    Ich bin doch hier...
  • klomax , 21. Juli 2010 12:23
    Zitat :
    Ich bin doch hier...


    Das war mir klar ... canis lupus 92 fühlt sich angesprochen. :lol: 

  • derwolf92 , 21. Juli 2010 12:25
    :lol: 
  • klomax , 21. Juli 2010 12:52
    off topic

    Wölfe gehören i. Ü. zu meinen Lieblingstieren. - Und Hyänen, die nicht jedermanns Geschmack sind.

    off topic


    Nein wirklich:

    Versuche mal jemand für 500 Tacken einen Schleppi zu ergattern, der


    -> Non-Glare ist

    -> sehr gute Helligkeit und Kontrast hat.

    -> ohne Klavierlack-Imitation

    -> Mit HDMI (+ DVI wäre auch toll )

    -> Mit Ati/Nvidia Grafikkarte (von mir aus auch Intel HD)

    -> 4 Stunden bei Last mit 6 Zellen durchhält

    -> lauwarm bleibt (Auflage und Unterseite)

    -> sehr leise ist

    -> 4 USB Ports hat

    -> Firewire oder eATA

    -> schick und edel und schlicht zugleich ist

    -> Gute Tastatur + seperatem Nummernblock

    -> nicht schwerer als maximal 2,5 Kilo

    -> Verwindungssteif und mit tadellosem, stabilem Schanier.

    -> Vernünftige Lautsprecher


    Es brauchen auch nur 2 GB RAM und ein 32 Bit W7 sein.

    Die Schnitzeljagt ist eröffnet. :D 
  • derwolf92 , 21. Juli 2010 12:58
    Du hast grad den perfekten Laptop beschrieben... Viel spass bei der Suche.
  • Anonymous , 21. Juli 2010 15:37
    Elegante flache Flunder. :D 
  • christoph1717 , 21. Juli 2010 20:04
    Ich glaube ein Teil der aufgeführten Wünsche schließen sich gegenseitig aus. z.b der "seperate Nummernblock" habe ich bisher nur bei Laptops die gößer als 15 Zoll sind gesehen. Bei großen Geräten sind aber oft Leistungsstarke CPUs und Grafikchips verbaut, womit der Akku schneller leer ist...
  • klomax , 21. Juli 2010 20:11
    christoph1717Ich glaube ein Teil der aufgeführten Wünsche schließen sich gegenseitig aus. z.b der "seperate Nummernblock" habe ich bisher nur bei Laptops die gößer als 15 Zoll sind gesehen. Bei großen Geräten sind aber oft Leistungsstarke CPUs und Grafikchips verbaut, womit der Akku schneller leer ist...


    Mein Arbeitsschleppi hat den Nummernblock.:)  (15,6 Zoll)
  • tadL , 23. Juli 2010 04:41
    frag mich ja immer wie gut bezahlt die leute sind die sich sowas ausdenken, sondertasten gehören brav weg von den seiten nach oben bzw wenn es net anderst geht nach rechts...aber das sind wohl fachkräfte deren design ideen wohl gut bezahlt werden.
  • Anonymous , 25. Juli 2010 18:41
    i ich hase das leptop i meins ist hüqscher echt in pink
  • crazymath , 25. Juli 2010 22:36
    Grauenhaft. Und der ganze Schrott, der vorinstalliert ist und erstmal deinstalliert werden muss, damit man nicht 5 Minuten für den Systemstart braucht.

    Kann da der Verbraucherschutz nicht mal was unternehmen? Bei MS maulen die auch nur rum.

    Wer auf Geiz-Ist-Geil steht, bekommt halt sowas...einen Vorteil für die Wirtschaft hat es: Man kauft sich alle 1-2Jahre ein neues Gerät.

    Sowas würde ich mir echt nicht antun. Dann lieber 300Euro mehr und was stabiles bekommen.