HP glaubt weiterhin an webOS

HPs Versuch mit dem mit Palm erworbenen und schließlich als webOS umgetauften Betriebssystem und den dazu passenden Smartphones und Tablets den schon weitestgehend besetzten Markt neu aufrollen zu wollen, war eines der größten Desaster in er Branche im letzten Jahr. Nachdem die Geräte in spektakulären Ramschaktionen aus den Lagern befördert wurden, blieb ein Scherbenhaufen rundum ein Betriebssystem, das so richtig kein anderer haben wollte und letztlich unter eine Open-Source-Lizenz gestellt wurde.

Dennoch ist das Thema Mobile für den Konzern längst nicht abgeschrieben, wie die derzeitige Spitze des Konzerns, Meg Whitman, verriet. Demnach wird es mit Windows 8 eine neue Tablet-Generation mit HP-Logo geben, wobei zunächst der x86-Architektur der Vorzug gegeben werden soll. Eine endgültige Entscheidung zu ARM-Chips in den Tablets ist offenbar noch nicht gefallen.

Zudem ist Whitman nach wie vor davon überzeugt, dass webOS in Zukunft eine gewichtige Rolle spielen könnte, weil die Plattformen der aktuellen Marktführer alles andere als perfekt sind. So bemängelt sie an Apples iOS die Abgeschlossenheit des Systems, während sie bei Googles Android die große Fragmentierung des Systems als Problem sieht. Mit dem Kauf von Motorola könnte sich Google überdies in eine ähnliche Richtung wie Apple bewegen und Android künftig mehr und mehr verschließen.

In webOS sieht die HP-Spitze nach wie vor ein sehr gutes mobiles Betriebssystem, das durch seine offene Form durchaus seinen Platz am Markt finden könnte: "But the fact is, the world can probably use one more operating system. So we're going to support it in a very big way and I'm excited about it. You can give us a grade in about a year, and I think the proof will be in the pudding in about two or three.", so Whiteman wörtlich. Neben der Open-Source-Strategie soll ein trotz zahlreicher z.T. namhafter Abgänge – wie dem ehemaligen Palm-Chef Jon Rubinstein und dem webOS-Chefarchitekt Brian Hernacki – das System zum Erfolg führen.

Es bleibt abzuwarten, ob Whitman mit ihren Einschätzungen Recht behalten wird. Eines der größten Probleme des Betriebssystems dürfte jedoch darin liegen, dass sich derzeit kein Gerätehersteller – nicht einmal HP selbst – findet, der das System auf einem Smartphone oder Tablet nutzen will.

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6 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Cryogenes14@guest
    Neben der Open-Source-Strategie soll ein -- was? -- das System zum Erfolg führen.
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  • Guest
    mein tp geht wegen rissen im gehäuse nun zurück und da webos 3.0.5 keine flüssige wiedergabe egal ob in kalemsoft oder webbrowser mehr bietet gehts danach zu ebay.
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  • Karl Ranseier
    HP sollte auf Android, Tizen oder Windows setzen, kann man nicht vorstellen das bei der Marktstärke webOS konkurenz fähig sein wird, Symbian und Bada/Tizen haben es schon relativ schwer.
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