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Wer übernimmt webOS?

von - quelle: Reuters

Nach den mobilen Geräten ist nun das Bestriebssystem dran: Scheinbar steht bei webOS schon bald ein Besitzerwechsel bevor

Dass HP kein größeres Interesse mehr an webOS hat, hat der Hersteller mit seiner eindrucksvollen Ramschaktion, bei der innerhalb weniger Tage große Teile der auf Lager befindlichen Tablets und Smartphones zu Schleuderpreisen über den Ladentisch gingen, deutlich gezeigt. Doch während man sich der Geräte so in einer rekordverdächtigen Geschwindigkeit entledigen konnte, bleibt nach wie vor die Frage offen, was mit dem mobilen Betriebssystem webOS, das schließlich vor nicht allzu langer Zeit mit Palm übernommen wurde werden soll – die Anschaffung war zu teuer um sie einfach zu archivieren.

Nun scheint sich HP endgültig von seinem mobilen Betriebssystem trennen zu wollen – und stößt damit allem Anschein nach auf eine Vielzahl von Interessenten. Darunter finden sich Branchengrößen wie Amazon, Research In Motion, IBM, Oracle und Intel, wie Reuters berichtet. Diesen geht es allerdings – zu mindestens teilweise – nicht darum, das ursprünglich von Palm stammende OS wieder den Weg auf Geräte zu ebnen. Denn der Markt für mobile Betriebssysteme wird von Apples iOS und Googles Android dominiert; selbst das abgeschlagen auf dem dritten Platz stehende Microsoft-OS Windows Phone hat Schwierigkeiten sich gegen die mächtigen Konkurrenten zu behaupten.

Vielmehr geht es wohl einmal mehr um die zu dem System gehörenden Patente, mit deren Hilfe eigene Entwicklungen abgesichert oder unter Umständen auch ein Angriff auf einen Konkurrenten eingeleitet werden könnte. Nur zwei der oben genannten Hersteller könnten ein echtes Interesse an webOS haben: Amazon und IBM.

Amazon setzt zwar derzeit bei seinen Kindles auf Android, könnte aber durchaus Interesse daran haben Gerät, Betriebssystem und Medieninhalte aus einer Hand zu liefern, schon nur um von anderen unabhängig zu sein. Dagegen besitzt IBM einen derart großen Patentbestand, zählt zu den innovativsten Konzernen weltweit, dass Patente auch schon mal verkauft werden können. Man ist hier also nicht unbedingt auf diese angewiesen, allerdings wäre es durchaus möglich, dass man beim Big Blue darüber nachdenkt ein eigenes mobiles System für Businessanwendungen zu entwickeln, und dafür wäre webOS eine gute Basis – das ist aber reine Spekulation.

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