Kommentar: HTCs Mogelpackung fürs Desire

Lang versprochen, nur halb eingelöst: Gingerbread fürs DesireLang versprochen, nur halb eingelöst: Gingerbread fürs Desire

Gestern veröffentlichte der taiwanische Smartphone-Hersteller auf seiner Facebook-Seite die Nachricht, dass das Update auf Android 2.3 nun auch endlich für das ehemalige Flaggschiff Desire fertig sei.  Allerdings handle es sich um eine Entwicklerversion, die

„ausschließlich für die Entwicklung und nicht für den allgemeinen Gebrauch konzipiert“ sei. Daher eigne es sich „…ausschließlich für Experten, die Android 2.3 erleben wollen und die Beschränkungen dieses Updates verstehen.“ Gleichzeitig betont der Hersteller, dass dies das offizielle Update sei.

Lassen wir uns das kurz auf der Zunge zergehen: Es handelt sich um ein offizielles Update, das der Hersteller ausdrücklich nicht für den allgemeinen Gebrauch freigeben will.

Das ist das jüngste Kapitel in einem wahren Lehrstück darüber, wie man keine Pressearbeit bzw. Kundenkommunikation betreiben sollte. Zur Erinnerung: Erst wollte sich HTC gar nicht dazu äußern, ob ein Update kommt. Dann hieß es, es sei in Arbeit, Veröffentlichungstermin unklar. Neuen Mut schöpften die Desire-User aus dem Update für das Desire HD. Ende Juni wusste man offenbar aber selbst nicht mehr so recht, was man eigentlich wollte und vorhatte, denn innerhalb eines Tages hieß es erst, man könne nun leider doch kein Gingerbread-Update auf dem Desire durchführen (aus technischen Gründen), dann machte man nur Stunden später eine Kehrtwende erster Güte. Und nun also ein „Expertenupdate“, dass weniger Apps mitbringt und persönliche Einstellungen sowie SMS und MMS löscht. Bravo, HTC.

Nicht, dass das das erste Mal ist, dass HTC so vorgeht – die Geschichte dürfte Lesern auch vom HTC Hero bekannt sein... Immerhin kam dann mit 2.1 sogar eine neuere Version, als ursprünglich versprochen.

Man kann nun einwenden, dass ein Unternehmen wirtschaftlich agieren muss, und irgendwann lohnt es sich natürlich nicht mehr, Entwickler damit zu binden, für alte längst verkaufte Geräte noch Updates zu entwickeln oder anzupassen. Das stimmt natürlich – aber es geht ja bei Updates nicht nur um neue Funktionen. Mit jeder neuen Android-Version werden auch Sicherheitslücken geschlossen. Insofern hat HTCs Aussage, es handle sich um das letzte Update, also auch Auswirkungen auf die zukünftige Sicherheit der Smartphones. Und das beim Flaggschiff-Produkt der letzten Generation.

In jedem Fall bleibt ein sehr fader Beigeschmack. Was HTC hier abgeliefert hat, ist eine absolute Mogelpackung, die eigentlich nur dazu dient, das Gesicht zu wahren. Nun kann die Firma ehrlich sagen, man habe Gingerbread auch für das Desire herausgebracht. Dabei sind aber die normalen Nutzer auf der Strecke geblieben – und die dürften wohl den Großteil der Käuferschaft ausmachen. Die Enthusiasten werden ob dieser Mogelpackung wohl nur müde mit dem Kopf schütteln und zu einem der vielen Custom-ROMs greifen die beweisen, wie es dann doch gehen kann.

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12 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • wwwwwwwwwwwwww
    Kommt kein Update über OTA ? -.- Sch*** HTC !
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  • Mathias
    Unglaublich, wie HTC seine Kunden an der Nase herum führt. Ich werde als Desire-Nutzer meine Konsequenzen daraus ziehen...
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  • boing
    ich besitze zwar ein anderes HTC Smartphone werde zukünftig aber auch meine Konsequenzen daraus ziehen und keine HTC produkte mehr kaufen.
    Aftersalesbetreuung bei diesem Hersteller ist nach unten hin fast nicht mehr zu toppen.
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