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Auf Desktop-Computern hat Microsoft mit seinen verschiedenen Versionen der Windows-Betriebssysteme einen De-facto-Standard geschaffen, an dem nur schwerlich gerüttelt werden kann. Durch die Bemühungen des Unternehmens Canonical Limited konnte zwar vielen Anwendern die Existenz von Linux in Form der Distribution Ubuntu ins Bewusstsein gerufen werden, an eine hohe Verbreitung von Linux auf Desktop-Computern ist trotzdem nicht zu denken.

iPhone als Referenz

Die Situation auf dem Mobilfunkmarkt stellt sich anders dar. Hier hat es Microsoft nicht geschafft, sein Betriebssystem für Mobiltelefone, Windows Mobile, auf ähnliche Weise zu etablieren wie dies bei Desktop-Computern gelang. Schlimmer noch für das Unternehmen aus Redmond ist jedoch, dass es der Konkurrent Apple geschafft hat, mit dem iPhone und dem damit fest verbundenen Betriebssystem ein Gerät auf den Markt zu bringen, an dem sich alle Mobiltelefone messen lassen müssen. Ein Zustand, der für quasi-traditionelle Hersteller von Mobiltelefonen wie HTC, Samsung oder Nokia sehr unbefriedigend ist.

Diese Ausgangssituation sorgt jedoch dafür, dass die Entwicklung auf dem Mobilfunkmarkt spannend ist wie lange nicht mehr. Die Konkurrenz schläft nicht und auf der Suche nach alternativen Betriebssystemen gründete man Konsortien, um die Entwicklung Linux basierender Betriebssysteme voranzutreiben. Die bekanntesten sind die LiMo-Foundation und die Open Handset Alliance (OHA).

LiMo-Foundation für Telcos, OHA für Anwender

Obwohl beide Konsortien die Verbreitung von Linux auf Mobiltelefonen zum Ziel haben, differenzieren sie sich durch eine unterschiedliche Ausrichtung. Während die LiMo-Foundation durch eine geschlossene Plattform besonders für Telekommunikationsanbieter attraktiv ist, setzen viele Hersteller von Mobiltelefonen vermehrt auf das von Google initiierte und unter dem Dach der OHA entwickelte Betriebssystem Android. Denn Android präsentiert sich offen gegenüber der OpenSource Community, denen alle Möglichkeiten an die Hand gegeben werden, Programme für die Android-Plattform zu entwickeln. Als logische Konsequenz daraus entstand ein Marktplatz für Android-Software, der mit Apples App Store durchaus vergleichbar ist. War die einfache Erweiterung des Funktionsumfangs bei Mobiltelefonen bislang dem iPhone vorbehalten, liefert die OHA mit dem Android-Marktplatz einen Anreiz für Hersteller, Android als Betriebssystem auf Mobiltelefonen einzusetzen - wovon letztlich deren Kunden profitieren.

Anpassungsfähig

Allerdings ist auch Android noch nicht ganz perfekt. Die Standard-Bedienoberfläche von Android ist weniger attraktiv als die eines iPhones, was auch der Hersteller HTC erkannt hat. Wie viel Spielraum für Verbesserungen Android in diesem Bereich bietet, beweist HTC eindrucksvoll mit der auf den Namen "HTC Sense" getauften Erweiterung, die unter anderem auf dem Mobiltelefon HTC Hero zum Einsatz kommt. Auch hat es nicht lange gedauert, bis findige Entwickler eigene ROM-Versionen bereitstellten, die diverse Geschwindigkeitsoptimierungen oder sogar Möglichkeiten beinhalten, Programme auszuführen, die vom Hersteller nicht angedacht waren.

Android stellt somit eine sehr flexible, aber dennoch solide Basis dar, die das Potenzial dazu hat, als ernsthafter Konkurrent zu Apples iPhone und dessen Bedienkonzept wahrgenommen zu werden. Sollte dies gelingen, muss vor allem Microsoft um weitere Marktanteile fürchten, deren Windows Mobile Betriebssystem in der Vergangenheit viele Schwächen offenbarte und damit für einen breiten Kundenstamm zu unattraktiv war. Wir dürfen gespannt sein.

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anonymous 02/11/2009 13:24
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-0+

"Letztendlich bestimmt allerdings Google, welche Dienste den Anwendern zur Verfügung gestellt werden und welche Werbung sie auf ihrem Handy sehen."

Das ist nicht korrekt.
Vielmehr entscheided der Gerätehersteller bzw. der Mobilfunkbetreiber ob er sein Gerät mit seinen eigenen Diensten oder den Google Applikationen ausliefert. Zu diesem Zweck sind die Google Applikationen auch austauschbar und gehören nicht zu dem Betriebssystem Android.

Volki 04/11/2009 10:22
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-1+

Als Anwendungsentwickler stört mich an Android vor allem der Java Ansatz. Zwar soll das ganze Plattformunabhängigkeit sichern, aber da viele Sachen in der DalvikVM viel zu langsam sind, geht man dann doch wieder den Weg über das NDK und raus kommt eine .so Datei die wieder plattformspezifisch ist. Warum dann nicht gleich C/C++ verwenden und sich keine Gedanken über Garbage Collections oder fehlende JIT Compiler machen müssen.

Asgaard 07/11/2009 14:41
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-0+

Für Windows Mobile gibts übrigens das .Net Compact FrameWork (C#). Damit kann man die gleiche .exe auf PPC 2003, WM5, WM6 und Desktop Windows starten ! :) Als IDE nehm ich immer SharpDevelop.

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