Musikwirtschaft lobt Frankreichs Hadopi-Gesetz

11:40 - Thursday, 14. May 2009 von Thomas Kretschmann - quelle: Tom's Hardware DE

Nachdem Frankreich gestern sein Anti-Piraterie-Gesetz verabschiedet hat, hält sich die Musikwirtschaft hier zu Lande nicht zurück: Regelrecht neidisch lobt sie die dort anstehende »3-Stufen-Regelung«.

Vertretend für die Musikwirtschaft in Deutschland lobt der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) den gestrigen Beschluss der französischen Nationalversammlung, die »Loi Hadopi«-Regelung (Haute Autorité pour la Diffusion des oeuvres et la Protection des Droits sur Internet) einzuführen (siehe »Frankreich stimmt für Internet-Sperren«). Das dreistufige »Warnmodell« findet Anklang: »Die französische Regierung macht uns vor, wie man mit dem Problem der massenhaften Urheberrechtsverletzung im Internet effizient umgehen kann«, so Dieter Gorny, der Vorstandsvorsitzende des BVMI. Er sieht die Politik gefordert: »Wir würden auch lieber warnen statt abmahnen, aber leider mangelt es in Deutschland immer noch am politischen Willen zur Umsetzung eines ähnlichen Vorgehens«.

Sieht Frankreich als Vorreiter in Sachen Anti-Piraterie: Dieter Gorny vom BVMIGorny vermisst in der deutschen Politik »die Erkenntnis, dass ein qualitativ geschäftsfähiges Internet nur durch das Zusammenspiel von technologischer Infrastruktur und Inhalten entstehen kann«. Fast schon neidisch blickt die deutsche Musikindustrie nach Frankreich: »Wer das Problem des massenhaften Diebstahls von Musik, Filmen, Hörbüchern, Games und Software im Internet in den Griff bekommt, verschafft seiner Kreativwirtschaft im internationalen Vergleich einen echten Wettbewerbsvorteil«, erklärt Gorny.

Laut dem französischen Gesetz müssen Internet-Provider die Daten mutmaßlicher Urheberrechts-Verletzer herausgeben. Betroffene erhalten zwei Verwarnungen per E-Mail, die dritte Stufe sieht vor, dass der Zugang zum Web für ein Jahr gesperrt werden kann. Überwacht wird das Ganze von der zu gründenden Behörde Hadopi.
Bild: BVMI

Kommentare
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fbx 14/05/2009 12:46
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-5+

ja härtere Strafen für alles, das hilft def. man schaue sich nur das Beispiel Todesstrafe an. Kaum eingeführt tendiert die Schwerstkriminalität gg 0. Vllt. sollte man sich mal etwas einfallen lassen und bei den Ursachen ansetzten (teilweise exorbitante CD Preise, bei niedrigsten herstellungskosten [Promo aussen vor]) anstatt immer nur die Symptome zu bekämpfen. Würde man hier ansetzten würde man mehr umsetzten und vllt. muss man sich vom Traum der jährlich steigenden Absatzzahlen in der Musikindustrie mal verabschieden. Glaubt Lobby Gorny wirklich daran das so ein Gesetz zu mehr Gewinn verhilft. Man sollte mal nen Kriminologen Fragen (aber bitte nicht den Pfeiffer) und nicht immer nur diesen Lobbiesten ein Forum bieten

oXe 14/05/2009 13:32
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/sign und Amen!

Aliencow 14/05/2009 13:43
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Geld regiert die Welt. Opfern wir jede Art der Freiheit, damit Madonna & Co in ihren 40 Mio $ Villen ihren Luxus genießen können.

xcender10 14/05/2009 14:51
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Jeder hat seinen eigenen Musikgeschmack... Deshalb ist für den Einzelnen 90 % der Musik Schrott... und dann muss man für seine Musik EXORBITANTE Preise zahlen welche mit so gar nichts zu rechtfertigen sind... Der Gorny sollte daran Arbeiten und nicht unsinnige Gesetzte kommentieren... Hier geht es nicht um Gerechtigkeit sondern um die enorme Profitgier der Music-Lobby...

ssbbkk 14/05/2009 15:50
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Also uebersetzt dann: wenn ich 3xschwarzfahre oder klaue, darf ich in keine oeffentlichen Verkehrsmittel mehr oder in keinen Supermarkt mehr?
Super Idee!

Bloss nicht neue Vertriebswege und sowas, ist ja alles nur anstrengend - wenn sich die Welt veraendert, dann macht man halt Gesetze, damit die Herren bei Warner und Sony schoen in ihren Glaspalaesten weiterkoksen koennen und nicht etwa arbeiten (um eben jene neuen Vertriebswege zu erschliessen)...

Von Laien regiert...

sanctus 15/05/2009 00:46
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-0+

Was für ein Schwachsinn! Ich persönlich wäre ja für eine generelle Abgabe in Höhe von sagen wir knapp 14€ und dafür unbegrenzt Musik laden können unabhängig von Copyright oder ähnlichem. Alles andere schadet der Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes im internationalen Vergleich erst recht. Aber da ja nicht jeder Musik kostenlos aus dem Netz laden möchte bleibt sowas Träumerei. Wobei Hand aufs Herz: Wer von uns hört nicht Musik und würde gerne einfach nur hören was er will ohne auf irgendetwas zu achten. Bezahlt werden könnte diese Abgabe an den Internet-Provider welcher das Geld dann einfach nur weiterleitet. Alle die KEINE Flat ins Netz haben, müssten dann auch keine Abgabe zahlen, da sie ja nicht soviel Musik laden könnten ohne dabei sich in unmengen von Kosten zu stürzen (was für ein deutsch). Einfach zu realisieren und jeder hätte was davon. Geschätzte (sichere Einnahmen): 20.000.000 Nutzer deutschlandweit x 15€ = 300.000.000€ MONATLICH! oder jährlich: 300.000.000 x 12 = 3,6 Milliarden. Somit müsste jeder sich rein theoretisch nur 3 Alben (alt) monatl. aus dem Netz laden und hätte ab da schon die gesamten Kosten abgedeckt. Viel Text für ein interessantes Thema!

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