Infineon baut kräftig um
Dem deutschen Halbleiter-Hersteller steht ein radikaler Sparkurs bevor. Der neue Infineon-Chef plant eine frische Firmenstruktur, und schließt auch Entlassungen nicht aus.
Neue Besen kehren gut: Von »einschneidenden Schnitten« spricht der frischgebackene Infineon-Chef am heutigen Mittwoch. Zum 1. Juni wurde Wolfgang Ziebart durch Peter Bauer als Vorstandssprecher abgelöst. Und der hat angesichts des Rekordverlusts von 1,37 Milliarden Euro im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres viel vor, um den Halbleiter-Tanker wieder auf Kurs zu bringen.
Materialkosten sollen eingespart und die Organisationsstruktur effizienter werden. Davon erhofft sich Bauer Einsparungen um einen dreistelligen Millionenbetrag. Änderungen in der Struktur bei einem Unternehmen mit 43.000 Mitarbeitern bedeuten unter anderem Entlassungen, die Bauer nicht ausschließt. Allerdings soll es kein »Rasenmäherprogramm« werden. »So wenig Arbeitsplätze wie möglich« will Bauer streichen, auch eine Verlagerung der Werke Regensburg, Dresden und Villach (Österreich) in andere Länder ist nicht geplant.
Wohl aber die verstärkte Verlegung von Chipfertigungen an Auftragsfertiger im Bereich von Produkten, bei denen sich Infineon durch eine eigene Fertigung »nicht mehr differenzieren kann«. Fünf Säulen werden Infineon künftig stabil halten: Die Sparten Automobil, Industrieelektronik, Sicherheitselektronik, Drahtlose und Drahtgebunde Kommunikation. Sie sollen direkt dem Vorstand unterstellt sein.
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Sparprogramm schön und gut.
Nur sollten die leitenden Köpfe doch bitte mal mit gutem Beispiel voran gehen und an sich selbst mit dem Sparen anfangen...
Ich finde es immer wieder interessant..
Bei jeder Übernahme hat plötzlich der Neue ganz viele und tolle Ideen...
Wenn die wirklich so super wären, müsste der Konzern ja nach drei Wechseln fast schon gottgleich sein, so toll wäre der...
Letztendlich sind das doch nur große Töne. Der eine hat mehr Glück, der andere weniger. Alle werden sie mit hohen Summen verabschiedet. Der eine früher, der andere später. Der eine verdienter, der andere unverdienter...
Bei den Beträgen, die da "verabschiedet" werden, kann man von verdienen nicht reden.
Das ist bekommen, aber ganz sicher nicht verdienen!
Das ist ein vollkommen undifferenziertes und populistisches Bild, was du da hast.
Es gibt schon einige Manager, die ihre Sache auch mal gut machen.
Das glaub ich dir gern, aber es ist leider mehr die Ausnahme, als Regel..
Infineon ist sicher keine karikative Einrichtung. Es ist ein Unternehmen das Gewinn erwirtschaften will. Da muss man halt manchmal zu drastischen Maßnahmen greifen. Lohnkosten sind Fixkosten, um die zu senken muss man entlassen. Bei 43.000 IT'lern dürften da horrende Summen zusammen kommen. Wenn man etwas an 20-50 Managergehältern ändert, ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Und das sag ich als einfacher Angestellter in nem mittelständischen Unternehmen mit ~200 Mitarbeitern
Das Problem ist ja meist, dass es den Firmen, die ordentlich sanieren wollen, finanziell gar nicht schlecht geht. Würden die jetzt Verluste machen oder so... OK, bleibt ja nix anderes übrig. Aber im Großteil der Fälle scheffeln die Unternehmen Kohle wie noch was, wollen aber trotzdem noch immer MEHR. Geld regiert die Welt -.-
Ich finde, dass Manager schon ein bisschen mehr verdienen dürfen, aber natürlich nicht so viel mehr wie im Moment! ABER die ganze sache mit den Boni und Gewinnbeteiligungen usw. muss an die gesamte Mitarbeiterschaft ausgeschüttet werden und nicht nur an die Manager! Einige Firmen in der Schweiz machen das so und ich glaube dass die Glücklichsten und fleissigsten Mitarbeiter bei solchen Firmen angestellt werden.
naja, wenn du meinst glückliche mitarbeiter seien effizienter... irrst du! schau dir doch mal china an, ob die mitarbeiter da freiwilig arbeiten? u.a. die ganzen frauen ohne papiere, die es ja eigentlich, laut system, gar nicht existieren... diese unternehmen tragen aber die chinesische wirtschaft vorran und zweistellige wachstumsraten sind doch der regelfall dort, derzeit. =P
In der Halbleiterindustrie läuft es ein wenig anders. Die Lohnkosten machen ein Bruchteil (etwa 5%) der Fixkosten aus, hier von Entlassungen zu sprechen um Kosten zu sparen ist also ein Trugschluss. Vielmehr entlässt man fähige Mitarbeiter auf den Arbeitsmark und schafft ein angespanntes Verhältnis unter den Kollegen. Bei Mangerabfindungen im mehrstelligen Milionenbereich (siehe Ulrich Schumacher) sollte man schon darüber nachdenken in der Managementebene Abstriche vorzunehmen.
@chaksis:
Wachstumsangaben stehen ja immer in Relation zum vorherigen Wert.
Da China quasi von 0 an startet sind 2- oder in manchen Bereichen
gar 3-stellige Wachstumsraten eher die logische Konsequenz.
Die absoluten Zahlen dahinter sind interessant.
Und dazwischen liegen Welten im Vergleich zum Rest der westlichen Welt.
Ein System, welches nach Kennzahlen fast optimal läuft, ist wesentlich
diffiziler zu steigern als ein Karren mit Holzrädern.
Ihr wisst was ich meine.
Zudem geht VR China über Masse statt Klasse.
Noch können sie sich leisten die Massen zu verschleissen.
Greetz
Der Sille