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Virtueller Tastsinn fürs Online-Shopping

von - quelle: tom's hardware DE

Wie fühlt sich ein bei eBay offerierter Gegenstand an? Teure Tastaturen sehen zwar gut aus, aber wie tippt es sich darauf? Fragen, die Forscher der TU Darmstadt schon bald mit dem »Haptik-Player« beantworten wollen.

Künfig sollen Kunden beim Online-Shoppen die Ware schon vor dem Kauf erfühlen können. An der Technischen Universität Darmstadt arbeiten Forscher derzeit an einem System, mit dem beispielsweise Käufer zuvor vom Veräufer ertastetes ebenfalls fühlen können.

Aufgezeichnet werden die Daten mit einem mit Sensoren ausgestatteten Handschuh. Beispiel: Ein Verkäufer preist etwa eine Jacke auf eBay an. Da der potentielle Käufer aber nicht die Katze im Sack ersteigern möchte, will er vorab wissen, ob die Jacke auch wirklich so kuschelig ist, wie vom Anbieter beschrieben. Hierfür streicht der Verkäufer mit einem solchen Haptik-Handschuh über die Jacke und betastet sie; Sensoren im Handschuh zeichnen dabei mehr oder weniger das auf, was seine Hand dabei fühlt. Die Daten erhält der Interessen per E-Mail oder Download. Zieht dieser seine mit den Daten gefütterte Abspiel-Variante des Handschuhs über, fühlt er, was der Verkäufer zuvor aufgezeichnet hat.

Derartige, auch Gloves genannte, Datenhandschuhe gibt es freilich bereits, auch mit Force-Feedback-Technik. Für Games, Musiker und VR-Freaks. Doch was die Forscher in Darmstadt antreibt, ist das Ziel, das Web in Verbindung mit Bildern, Tönen und Erfühltem zur kompletten virtuellen Realität zu machen.

Das Haptik-System wird in einfacher Form schon eingesetzt, beispielsweise in Japan beim Schreib-Unterricht: Der Lehrer schreibt vor, die Schüler spüren, wie sich ein Schriftzeichen anfühlt, wieviel Schwung dabei nötig ist und wie das Schreibgerät überhaupt zu halten ist, damit der Schriftzug auch gelingt. Derzeit wird noch daran getüftelt, wie die Tast-Daten zusammen mit Video- und Audio-Daten empfangen werden können. Sicher wird auch noch die Anzahl an Sensoren im Handschuh erhöht — sonst wird aus dem kuscheligen Jacke schnell mal eine kratzige Decke.

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allerkamp 02/10/2007 15:06
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Das ist ja schön, dass sich auch andere Forscher in Deutschland mit diesem Thema beschäftigen. Wir haben im Rahmen des EU-Projekts HAPTEX (http://haptex.miralab.unige.ch) ein ähnliches System entwickelt. Diese ermöglicht dem Benutzer die haptische Wahrnehmung von Textilien. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von physikalisch korrekten Deformationseigenschaften sondern auch um die Wiedergabe von Oberflächeneigenschaften wie z.B. Rauheit. Hierfür haben wir speziell auf die Anforderungen zugeschnittene Geräte entwickelt. Wenn Sie unser System einmal anschauen möchten, hätten Sie bei der Cyberworlds-Konferenz (http://www.welfenlab.de/hcw2007) Gelegenheit dazu.

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