Weltweite Schnäppchenjagd: Einkaufen im Ausland

preisvergleich hardwareEinen neuen Rechner zu kaufen kann weitaus spannender sein, als Sie vielleicht denken – Märkte wie die USA und Europa bieten unterschiedlichste Bedingungen. Sollten Sie kürzlich Geld getauscht haben, kennen Sie den offensichtlichen Grund bereits; die günstigen Wechselkurse machen den Elektronik-Kauf im Dollar-Land derzeit besonders attraktiv. Allerdings sollten Sie auch auf lokale Einkaufsgewohnheiten, unterschiedliche Besteuerung, variierende Verkaufsmodelle, verschiedene Marken, Öffnungszeiten sowie Zahlungsarten des jeweiligen Landes achten, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Andere Länder, andere Sitten – auch beim Einkauf. Wer schon einmal in China oder Taiwan war, der weiß, dass gleichartige Geschäfte üblicherweise zahlreich und in Form eines Elektronik-Marktes organisiert sind. Die Läden sind oftmals nicht nur ähnlich bestückt, sondern verkaufen auch die gleichen Produkte – Gründe hierfür finden sich in der Kultur, ganz ähnlich der allgegenwärtigen Überklimatisierung in vielen asiatischen Ländern. Andererseits sind uns im deutschsprachigen Teil Europas Elektronik-Ketten wie Best Buy oder Circuit City nur zu gut bekannt – bei uns heißen sie allerdings Media Markt, Saturn oder Medimax. Käufer, die genau wissen was sie wollen, bevorzugen meist kleinere Geschäfte mit Fachpersonal, die auf bestimmte Produkte spezialisiert sind. Seit wenigen Jahren bieten sogar Billigketten wie Aldi und Lidl Tiefstpreis-Angebote für Rechner, Monitore oder Drucker. In Großbritannien gibt es ebenfalls einige dicke Fische wie Currys, Dixons oder PC World; allerdings unterscheidet sich das typische Kaufverhalten vom deutschen Nachbarn und ähnelt mehr den USA: Die Kunden ziehen los und kaufen, wonach ihnen der Sinn steht.

In Europa kauft man in der Praxis aber anders als beispielsweise in den USA: Niemand sollte davon ausgehen, dass ein großer Elektromarkt unsere Kreditkarte akzeptiert oder uns sogar mit Gutschriften für den Einkauf belohnt (Cash-Back nach Einsenden des Kaufbelegs). Wenn Sie schon einmal einen Kauf finanzieren wollten, mussten Sie noch vor wenigen Jahren mit verständnislosen Mienen rechnen. Mit einigen Ausnahmen können Sie in den meisten Geschäften mittlerweile wenigstens mit EC-Karte bezahlen, unterliegen dabei aber eventuell einem begrenzten täglichen Verfügungsrahmen für bargeldlose Transfers.

In den meisten Ländern Europas ist die Mehrwertsteuer schon im Preis inbegriffen, was in den USA und Kanada ganz anders aussieht und zudem noch von Staat zu Staat variiert. Durchschnittliche Elektronikmärkte sind verglichen mit amerikanischen Varianten in Europa oftmals bedeutend kleiner und bieten auch weniger Lagerbestand. In Europa sind die Läden sonntags zudem oft geschlossen. In Deutschland wurde das Ladenschlussgesetz erst im vergangenen Jahr gelockert, allerdings haben die meisten Geschäfte noch immer bis spätestens 20 Uhr geöffnet – Ausnahmen gibt es selten und wenn dann nur in größeren Städten.

Wenn Sie aber erstmal über alle möglichen Haken und Unterschiede Bescheid wissen, steht einem ersten Preisvergleich nichts mehr im Weg. Dabei werden Sie schnell feststellen, dass es nicht ausreicht, einfach nur den Preis in die landeseigene Währung umzurechnen (bedenken Sie auch Steuern, die bereits inklusive sind bzw. noch hinzukommen). Wir haben ein paar Komponenten ausgewählt und den jeweiligen Preis auf internationalen Märkten in Euro und US-Dollar verglichen.

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11 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • volkan
    PC Netzteile aus den USA bestellen?
    USA: 120 V a/c @ 60 Hz
  • Frantik
    Soweit mir bekannt sind Schaltnetzteile 120/230 V mit 50 ~ 60 Hz fähig. Bei manchen NT ist es manchmal noch notwendig einen kleinen Schalter um zu legen damit sie auf 120V eingestellt sind. Neuere dürfte dafür einen Detektorschaltkreis oder dergleichen besitzen.
  • snooze
    Habe nur das Fazit gelesen... aber da fehlt auf jeden Fall wichtige Hinweise!!!

    Wer im Ausland kauft, der verzichtet auf den in der EU üblichen Verbraucherschutz, denn im überwiegenden Teil vom Rest der Welt sind 2 Jahr Gewährleistung keinesfalls Standard.

    Wenn man dann noch ein No-Name-Produkt erwirbt, dann hat man im Garantie-Defekt-Fall auch keine Möglichkeit, dieses direkt an eine Deutschland-Niederlassung des Herstellers zu schicken... somit bleibt nur der Händler im Ausland, wo man das Produkt gekauft hat - und den dementsprechend hohen Versandkosten. (hier könnten auch noch die Versandkosten für das Zurückschicken nach Deutschland hinzu kommen - denn im Ausland gilt schließlich kein deutsches Fernabsatzgesetz)


    Man muss auch beachten, dass es z.B. in den USA bei technischen Geräten typisch ist, einen 15%igen "restocking fee" zu bezahlen, wenn man ein Produkt innerhalb von 14 Tagen nach dem Kauf zurückgeben will (z.B. aus Nichtgefallen).


    >> Grundsätzlich würde ich raten, den Kauf im Ausland sehr gut zu überlegen.


    PS:
    Wenn man schon im Ausland kauft, dann am Besten kurz vor Rückreise nach Deutschland (~ 1 Monat), denn in einigen Ländern hat man die Möglichkeit, einen Antrag auf Rückzahlung der dortigen Mehrwertsteuer zu stellen.

    Dem deutschen Zoll muss man dann nicht unbedingt auf die Nase binden, dass man z.B. die Digicam im Urlaub gekauft hat. ;) - So kann man sich die MwSt ganz sparen.
  • snooze
    PPS: bei den Netzteilen gebe ich Frantik Recht. Problematisch wird es aber beim Stecker - hier benötigt man einen Adapter oder ein Kabel (falls separat) mit Schuko-Stecker.
  • cosmik
    Ich will ja nicht die redaktionelle Arbeit in Frage stellen aber wenn ich mir die Preisunterschiede in "Netto" anschaue und dann noch nötigenfalls alle Mehrwertsteuern+Zollsteuern+Versandkosten aufrechne. Dann Frage ich mich wozu dieser Artikel dient, denn es bleibt nach meiner Rechnung bei uns in Deutschland am günstigsten.

    Aus eigene Erfahrung sind mir die Nachteile aus Exportbestellungen sehr bekannt. *kopfschüttel*

    Ausserdem Frage ich mich was mit der SanDisk Extreme III SD-Card gemeint ist. Das was ich da auf dem Bild lesen kann ist eine "CompactFlash" Karte. Schreibfehler oder sind SD-Cards auch gleich CF-Cards?????????
  • MonkMaster
    Wie verhält es sich denn wenn ich in USA in einem Onlineshop eine Software kaufe und diese dann über einen Download bekomme. Muss sowas in Deutschland verzollt werden ?? Warscheinlich nicht , oder ?
  • Knuprecht
    Bis 350€ Waren wert gilt ein vereinfachter Steuersatz von 13% der eine kombination aus MWST und Zoll ist. Bis 150€ Warenwert ist die Einfuhr Zoll und MwStfrei.
  • MrBurns
    @Snooze: das, was Du da vorschlägst ist soviel ich weiß steuerhinterziehung und daher eine strafbare handlung.

    @cosmik: der Artikel wurde wahrscheinlich wie jeder THG-Artikel fürs internationale THG auf Englsich geschrieben und dann bloß in alle anderen Sprachen übersetzt. Daher ist das nichtz möglich.

    Was die Speicherkarte angeht: ich denke eher, dass die SD-Karte gemeint ist und irrtümlich das falsche Foto eingestellt wurde. Das passt vom geizhals.at-Preis her nämlich eher.
  • Anonymous
    @volkan

    Darauf brauchste fast nicht mehr achten, da hier wahrscheinlich keine 2% der Netzteile mehr nur auf die amerik. Spannung/Frequenz festgelegt ist. Inzwischen bekommste nur noch Komponenten, die Multi-Voltage sind!
  • Boffo
    Vor einigen Wochen gab es so einen Preisvergleich mal zwischen Deutschland und den USA im Fernsehen.

    Da kam man zu dem Schluß, das es sich nur lohnt, teure Notebooks (über 1500€) aus den Staaten zu bestellen. Da kann man dann aber auch gleich einige hundert Euro sparen, trotz Steuer, Zoll und Versand.

    Allerdings hat man dann die amerikanische Tastatur.
  • Anonymous
    ich hab mir serato scratch live in den usa bestellt
    im grunde genommen nur ein externe soundkarte
    hier kostet das teil mind 580,-
    gezahlt hab ich 450,- inkl. zoll und fedex