Datensicherung – aber richtig: Drei Lösungen im Vergleich

Tragbare Festplatten eigenen sich hervorragend zur Datensicherung. Aber wie gut eignet sich das Windows BackupWerkzeug dafür? Wir haben Windows 7 Backup, True Image 2010 Home von Acronis und das Verbraucher-Backup von Rebit getestet.

Für viele Anwender ist eine Datensicherung anzulegen lästig und langweilig: Die Konfiguration dauert seine Zeit, das ganze passiert hauptsächlich im Hintergrund und bietet zudem keinen spürbaren Vorteil – bis zu dem Tag, an dem die Festplatte plötzlich und unerwartet den Geist aufgibt. Was dann? Wo war das letzte Backup nochmal? Wann habe ich überhaupt zum letzten Mal meine Daten gesichert? Es ist eindeutig angenehmer, wenn sich solche Fragen ganz vermeiden lassen und man im Notfall einen Plan B zur Hand hat. Erst kürzlich haben wir ein Speicherprodukt getestet, mit dem die Sicherung eines kompletten Systems bzw. einzelner Dateien zum Kinderspiel wird. Heute haben wir weitere Möglichkeiten getestet und Lösungen wie Rebit, True Image von Acronis sowie die integrierte Backup-Funktion von Windows 7 auf einer tragbaren Hitachi-Festplatte miteinander verglichen.

Backup-Möglichkeiten

Als erstes stellt sich für Anwender die Frage, welches Ziellaufwerk zur Datensicherung in Betracht kommt. Während der Begriff “Backup” noch immer mit Bandlaufwerken und komplizierten Lösungen in Verbindung gebracht wird, lässt sich die Datensicherung mitterweile nicht mehr nur auf ein bestimmtes Speicherprodukt festlegen. Tape-Streamer wurden hauptsächlich in den achtziger und neunziger Jahren zur Datensicherung verwendet. Solche Geräte werden heute noch zumeist in Enterprise-Umgebungen eingesetzt. Für Verbraucher kommen zur Datensicherung normalerweise optische Laufwerke, Festplatten oder Netzwerkziele in Frage, da deutliche Senkungen beim Preis pro Gigabyte Festplatten entsprechend attraktiv machen.

Man dürfte uns zustimmen, wenn wir sagen, dass das Anlegen einer Datensicherung mittels eines Bandlaufwerk für Verbraucher heutzutage die schlechteste Wahl ist. Schließlich braucht man dafür neben der passenden Backup-Software noch proprietäre Bänder sowie den Streamer. Außerdem muss ein funktionierendes System eingerichtet sein beziehungsweise wiederhergestellt werden um überhaupt auf die  gesicherten Daten zugreifen zu können. Optische Disks wie DVD- und Blue-ray-Rohlinge eignen sich prima zur Datensicherung. Zum einen sind die Schreibgeschwindigkeiten schnell genug, zum anderen sind DVDs inzwischen wirklich preiswert geworden und selbst die Anschaffungskosten für Blue-ray-Rohlinge sind mittlerweile recht annehmbar. Da die einmalig beschreibbaren optischen Disks nach Fertigstellung des Schreibvorgangs nicht mehr verändert werden können, erhält man als Zugabe praktisch noch eine automatische Versionierung der Dateien.

USB-Festplatten als Sieger

Verbraucher bevorzugen in diesem Zusammenhang allerdings Festplatten, da sie einfacher zu handhaben und mittlerweile fast schon lächerlich günstig sind. Zudem ist eine externe USB 2.0-Festplatte auf Grund der Tatsache, dass jeder PC und jedes Notebook – egal ob Apple oder Windows – mit USB-Geräten zurecht kommt, das womöglich vielseitigste und am universellsten einsetzbare Speicher- und Datensicherungsgerät.

Man sollte aber daran denken, dass Festplatten ab und zu kaputt gehen. Um auf der sicheren Seite zu sein sollte man daher beim Erstellen von Datensicherungen mehrere Laufwerke oder zusätzliche Speichergeräte verwenden. Heute werfen wir einen Blick auf ein paar Möglichkeiten wie man eine Datensicherung erstellen kann und von denen wir zudem der Meinung sind, dass sie sich für eine Datensicherung im privaten Umfeld am besten eignen. Wir haben uns mit dem tragbaren Portable Rugged 500 GB von Hitachi für eine angemessene Festplatte und drei verschiedene Backup-Lösungen entschieden: Acronis True Image, das einen weiten Weg von reinem Imaging zur kompletten Systemverwaltung hinter sich hat, der Rebit-Lösung und zudem der integrierten Backup-Lösung von Windows 7. Letztere hat sich ziemlich gemausert und dürfte für zahlreiche Anwender mittlerweile eine ansprechende Alternative bieten. Alle Lösungen sind in der Lage, beliebige Ziele wie das tragbare Hitachi-Laufwerk nutzen zu können, das wir auf Grund seines beständigen Äußeren und seiner Verbraucherfreundlichkeit für den heutigen Test gewählt haben.

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18 Kommentare
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  • senfabgeber
    Ich selbst war von der Windows7 eigenen Backuplösung sehr positiv überrascht und habe selbst 2x ein System damit komplett und absolut problemlos wiederhergestellt. Allerdings gibt es 2 Einschränkungen, die man nicht außer Acht lassen sollte:

    - Fat32 Patitionen werden nicht unterstützt, sondern nur NTFS.
    - Es lässt sich nur ein Systempatitionsbackup je Speicherort (Netzlaufwerk, ext. Festplatte, DVD, etc...) erstellen welches automatisch immer überschrieben wird.

    Aber ansonsten Daumen hoch für die einfache, aber tadellos funktionierende Lösung, die wohl den meisten Normalusern genügen dürfte.
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  • senfabgeber
    Noch eine kleine Anmerkung: Wer einen Wiederherstellungsdatenträger erstellt hat, kann den auch nur mit den Backups der jeweiligen Windows7 Version benutzen, sprich:
    Ein Win7 x86 Backup lässt sich auch nur mit dem Win7 x86 Datenträger wiederherstellen und ein Win7 x64 Backup nur mit dem Win7 x64 Datenträger.
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  • Harry_zz
    Ein von mir erstelltes Backup mit Windows 7 auf ein Netzlaufwerk wurde bei der Komplettsystemwiederherstellung nicht mehr wiedergefunden. Auch das übertragen des Backups auf eine USB-Festplatte brachte nichts. Ein "Durchsuchen-Button" fehlt um das richtige Verzeichnis auszuwählen.
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  • Dead-Eye
    Harry_zz ich hatte das Problem auch, mit einem Win2008 Server, sollte aber prinipziell das gleiche sein. Nach langer Recherche und viel ausprobieren ging es dann doch, eine Netzwerksicherung auf USB-Platte zu kopieren und diese bei der Wiederherstellung zu finden. Wenn es wichtig ist, schaue ich mal die Unterlagen durch wie das denn ging ;)
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  • Dead-Eye
    Harry_zz ich hatte das Problem auch, mit einem Win2008 Server, sollte aber prinipziell das gleiche sein. Nach langer Recherche und viel ausprobieren ging es dann doch, eine Netzwerksicherung auf USB-Platte zu kopieren und diese bei der Wiederherstellung zu finden. Entweder du suchst nochmal im Internet oder wenn es wichtig ist, versuche ich mein Glück in den Unterlagen von damals, falls existent ;)
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  • I-HaTeD2
    Wie siehts denn mit der Größe der Sicherungen aus? Werden die komprimiert oder hat man praktisch 1zu1 Kopien so das man mindestens die selbe Festplattengröße für die Sicherung braucht?

    Von Daten brennen um diese zu sichern halte ich eher wenig, zumindest bei großen Festplatten - so schnell geht das schreiben leider auch nicht.
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  • nightyy
    *hust*
    Rebit heißt dsa Tool, weil's im angelsächsischen Raum nicht "Quaak", sondern dort eben "Rebit" heißt!
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  • nightyy
    "Rebit" == "Quaak" im Angelsächischen!
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  • senfabgeber
    @I-HaTeD2
    ZIP Komprimierung, leider nicht so effektiv und schnell wie z.B. Acronis TrueImage das macht aber für umme OK.
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  • I-HaTeD2
    Schön wäre halt wenn man gleich ganze Partitionen samt Reg usw. komprimiert absichern könnte inkl. Partbestimmung (falls gewünscht) so das man das ganze mit wenigen Klicks wiederherstellen könnte (bzw. Teile daraus).

    Sicherlich ist normale Komprimierung (bevorzuge da allerdings 7zip) eine Möglichkeit, die Dauer beim packen & entpacken von Daten und dessen Aktualisierung ist aber einfach viel zu zeit- und rechenintensiv.
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  • Foyaxe
    Zitat:
    Noch eine kleine Anmerkung: Wer einen Wiederherstellungsdatenträger erstellt hat, kann den auch nur mit den Backups der jeweiligen Windows7 Version benutzen, sprich:
    Ein Win7 x86 Backup lässt sich auch nur mit dem Win7 x86 Datenträger wiederherstellen und ein Win7 x64 Backup nur mit dem Win7 x64 Datenträger.

    Das ist keine Einschränkung sondern einfach Logik.
    Ich weiß, Windows user befassen sich nicht gern mit solchen Dingen, aber kurz:
    x86 und x86_64 bzw. amd64 sind verschiedene Architekturen.
    Die kann man nicht mischen.
    Das ist, als wollte man einen Schiffsmotor in einen Polo bauen.
    Die einzige Lösung ist, eine ganze Partition mit einer anderen Architektur zu backupen. Das kann das Win7 Tool aber nicht, weil es ja gebootet ist, während es wiederherstellt (vermute ich, ich habe kein Windows zur Hand ;-))
    Ich mache meine Sicherungen immer mit ganz normalen Archiven, zB. tar.bz2, allerdings weiß ich nicht, ob das auf Windows Systemen auch so einfach funktioniert.
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  • Anonymous
    Danke für den sehr guten Beitrag. Ich interessiere mich sehr für dieses Rebit SaveMe Teil. Kann man das auch irgendwo in Deutschland oder zumindest in der EU kaufen? Weil Versand aus den USA ist leider recht teuer ($30) und es gibt scheinbar keine direkte Download-Version.

    Dazu kommt noch, dass dann wohl noch extra Zoll gebühren fällig werden, oder nicht?
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  • dietrich
    Die Beiträge von tomshardware sind im allgemeinen sehr gut. Aber warum wird in einem deutschen Artikel fast alle Einstellungen und Einblendungen von Programmen etc. nur auf Englisch wiedergegeben?? siehe obigen Artikel!!
    Die Programme wie Windows 7 oder Acronis haben auch eine deutsche Oberfläche und die sollte man in einem deutschen Artikel auch benutzen.
    Es gibt in Deutschland immerhin noch ein paar Millionen Menschen, die nicht perfekt Englisch können.
    Bitte mal darüber nachdenken:

    Pierknüppel
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  • kiwikawa
    Ich habe Retrospect 7.5, Acronis True Image 2010 (und die beiden vorversionen) und die Backup-Lösung von Windows 7 ausprobiert. Wer nur Daten und nicht nicht die Systemplatte sichern will, ist m. E. mit Retrospect bestens bedient (schnell und sicher). Acronis ist auch schnell und sichert sowohl Daten- als auch Systemplatten. Aber ich habe nach einiger Zeit bei allen drei Versionen, die ich getestet habe, Fehlermeldungen beim Überprüfen der Archive, unabhängig von Kompression und Verschlüsselung.

    Bleibt nur die Windows 7-Lösung. Ich finde sie sehr ausgereift und komfortabel, aber zu langsam. Bei der Vollsicherung von 1,5 TByte sichert der PC (QuadCore@3,4 GHz) fast 60 Stunden lang. Und dabei ist der Prozessor fast gar nicht ausgelastet. Es gibt also auch da noch Verbesserungspotenzial.
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  • Anonymous
    Ich finds frech, daß bei windowsbackup nicht auch automatisch der xlive ordner gesichert wird, den man braucht um an spielstände von gfwl ranzukommen.
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  • Bierkistenschlepper
    Also True Image fasse ich nicht nochmal an. Nicht nur, dass sie sich mit den jährlich neuen Versionen ins eigene Fleisch schneiden (wegen der Konsistenz), sondern ich hatte zumindest in der 2008er Version auch ganz große Probleme mit dem Wiederherstellen. Das mag an meinem exotischen MB-Chip gelegen haben, aber sowas darf bei einem solchen Produkt auf garkeinen Fall passieren. Und den Kunden dann damit abzuspeisen, dass der Fehler ja in der neuen Version behoben sei, ist eine Frechheit.

    Nutzt daher lieber das kostenlose Backup von Windows, denn das wird von Microsoft besser gewartet.
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  • Anonymous
    Schöner Artikel!

    Nur frage ich mich, warum ihr nicht Diskdump (dd unter Linux) in euren Artikel miteinbezogen habt. Sicherlich nicht das schnellste Werkzeug um Datensicherungen anzulegen, dafür zu 100% mit jedem System kompatibel und danke gzip auch komprimierbar.

    Gruß
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  • Peter78@guest
    Toller Test, falls jemand gerne noch mehr Fakten gegenübergestellt hättte bzgl. BackUpsoftware soll doch mal in unserem Vergleichsportal vorbeischaun: http://www.softwaremonster.com/de/tools-security-tuning-antivirus/back-up-software.html optimal um endgültig zu einer Entscheidung zu kommen!
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