IBM will keine Bürosoftware von Microsoft auf den Rechnern seiner 360 000 Mitarbeiter. Sie sollen auf die IBM-eigene Applikation Lotus Symphony umsteigen.

Nach Informationen des Handelsblatt räumt der US-Konzern IBM auf auf den Rechnern seiner Angestellten: Sie sollen innerhalb von zehn Werktagen auf Microsofts Office-Software verzichten und stattdessen auf Lotus Symphony umsteigen. Dies geht laut Handelsblatt aus einem IBM-internen Dokument hervor. Bis zum Jahresende will IBM seine Dokumente nur noch im ODF-Format (OpenDocument) erstellen.
Demnach wird Microsoft Office nur noch auf ausdrückliche Genehmigung auf einem Rechner der rund 360 000 IBM-Mitarbeiter installiert. 330 000 Arbeitsplätze sollen bereits mit Lotus Symphony ausgestattet sein. Sparmaßnahmen sollen jedoch nicht der Grund dafür sein, dass Microsoft Office auch von allen restlichen Rechnern verschwinden soll. IBM will sicher gehen, dass künftig alle Informationen auf allen IT-Plattformen und im Web verfügbar sind, und dafür stehen eben offene Dateiformate und natürlich Open-Source-Applikationen – auch Lotus Symphony basiert auf OpenOffice.
Open-Source-Verfechter wittern nun Morgenluft. Das Handelsblatt zitiert Jan Wildeboer vom Open-Source-Anbieter RedHat: »Die IT-Welt wandelt sich von einer produktbasierten zu einer standardbasierten Welt. Das wird gravierende Auswirkungen auf Anbieter wie Oracle oder Microsoft haben«.
IBMs Schwenk wird Microsoft nicht gerade erfreuen: Einerseits steht Office 2010 in den Startlöchern, andererseits versucht der Konzern, sein eigenes offenes Format OOXML zu verbreiten, doch es klappt nicht so richtig. Immer wieder wird Kritik an OOXML laut, das nicht dem Standard für ODF-Dokumente entsprechen soll, zuletzt von der ODF Alliance selbst (siehe »Kritik an Microsofts ODF-Unterstützung«).
Für Wildeboer hat IBMs Umstieg auf Open Source einen »Leuchtturmeffekt, so wie der Umstieg der Stadt München auf Open Source in der Behördenszene«, erklärt er. »IBM hat die Macht, den Wechsel vorzuleben«.
Wohl wieder ein Seitenhieb weil für IBM damals der Zug abgefahren war und sie MS nicht gerade gut leiden können.
Lotus Suite war damals echt ziemlich miserabel, aber seit Lotus Notes 6.5 habe ich mit dieser Suite auch keinen Kontakt mehr gehabt. Möglicherweise hat sich da tatsächlich was getan. OpenOffice ist selbst nämlich ziemlich brauchbar und hat als erster die 256-Spalten-Grenze bei Tabellen gebrochen. Erst mit Office '07 hats auch MS geschafft...
Naja, lasst uns mal abwarten, was die Konzernleitung in Redmond dazu sagen wird, wenn der Ankündigungsbrief seitens IBM ins haus flattert, dass man künftig keine (oder nur ganz wenige) Lizenzen mehr für Office benötigt.
Sehr warscheinlich dürfte auch bald Windows fallen und sich eine Linux-Distri auf Bürobüchsen dort einfinden...
Die Frage wird sein, wie sich Windows 7 in der Unternehmenswelt verbreiten wird, immerhin zeigt sich das neue OS von seiner bisher besten Seite... (im Gegensatz zu Vista...)
Jedenfalls belebt Konkurrenz den Markt und solange es MacOS und Linux gibt, wird Microsoft stets im Zugzwang stehen und das OS nicht abartig teuer (also >500 Eucken) machen.