Download the Tom's Hardware App aus dem AppStore
Die Referenz für aktuelle News aus dem Technologiebereich
Ja Nein

IT ist noch lange nicht Öko

von - quelle: Tom's Hardware DE

Den ineffizienten Einsatz von IT in Unternehmen beklagt eine aktuelle Studie: Ein Server ist so umweltschädlich wie ein SUV, das papierlose Büro in weiter Ferne und kaum ein Befragter kennt den »Carbon Footprint« seines Unternehmens.

Computersysteme fallen in Sachen CO2-Emissionen ebenso stark ins Gewicht wie die Luftfahrt: Über eine Milliarde Rechner weltweit erzeugen etwa zwei Prozent aller CO2-Emissionen, das entspricht dem Ausstoß der weltweiten Luftfahrtindustrie. Dies geht aus der Studie »An Inefficient Truth« (PDF) der britischen Umweltorganisation Global Action Plan.

Sie prangert vor allem den verschwenderischen Umgang mit IT-Mitteln in Firmen aller Größen an — es wird beim Kauf von Hardware grundsätzlich zu wenig auf die Energiekosten geachtet. So hat ein mittelgroßer Server den gleichen »Carbon Footprint« — zu deutsch »Ökologischer Fußabdruck« — wie ein durchschnittlicher Geländewagen. Auch bei der Verschwendung natürlicher Ressourcen muss sich die IT-Welt bessern. So wurden im Jahr 1980, als das Computerzeitalter noch keines war, 70 Millionen Tonnen Papier in den Büros der Welt verbraucht. Bis 1997 hat sich der Papierverbrauch aber auf mehr als 150 Millionen Tonnen verdoppelt, anstatt zu sinken. Das papierlose Büro? Fehlanzeige.

Im Blick auf den oben genannten Vergleich zwischen IT und der Luftfahrtindustrie wächst der IT-Sektor aber ungleich rasanter. Die Studie hängt dies am Speicherplatz der britischen Insel auf: 2007 wurden demnach in Großbritannien 48 Prozent mehr Datenspeicherplatz benötigt als im Jahr zuvor; Flugreisende in England gab es aber nur drei Prozent mehr.

Auch fehlendes Umweltbewusstsein prangert An Inefficient Truth an. Den Befragten 120 britischer Unternehmen sei zwar klar, dass sich ihre Arbeit auf die Umwelt auswirkt. Aber kaum einer wisse über den Ökologischen Fußabdruck dieser Aktivitäten Bescheid.
Bildmaterial: Pixelio.de

Verlinken:
6
Kommentare
X
Abschicken

Kommentare
Kommentar absenden
DarkKoushirou 10/12/2007 20:18
Ausblenden
-0+

Nunja, es mag sein, dass viele IT-Beauftragte für ihr Unternehmen nicht gerade auf den Ökologischen Fußabdruck schauen. Aber das Problem liegt hier meiner Meinung nach genau dort, wo es auch in jeder anderen Branche liegt: Beim Preis. Eine umweltschonende und energieeffizientere IT ist in den meißten Fällen eben doch teurer und wird vom Budget nicht mit abgedeckt.
Mir geht es zumindest so, das es schwer ist den (meist Kaufpreis orientierten) Chef davon zu überzeugen, das energieeffiziente Geräte auf lange Sicht auch mehzr Geld sparen.

Bezüglich des papierlosen Büros: Auch hier sehe ich das Problem der finanziellen Mittel. Allerdings liegt ein noch viel größerer Faktor meiner Meinung nach bei der Bürokratie. Es ist in vielen Fällen einfach nicht möglich aufgrund von Behörden und/oder bestehenden Gesetzen und Verordnungen Papiere gegen Daten aus zu tauschen.

Adzukibohne 10/12/2007 22:46
Ausblenden
-0+

Ich finde den Vergleich ziemlich nichtssagend.
"umweltschädlich wie ein SUV", mag sein, aber dafür muss man sagen: In IT-Unternehmen geht es nicht ohne Server. Auf den SUV könnte man verzichten.
Umweltfreundlich wäre wünschenswert, aber ich denk da zuerst an die Proteste, die es gibt, wenn ein Unternehmen aufgrund der gestiegenen Kosten durch umweltfreundlichere Server auch nur einen einzelnen Angestellten entlassen würde... Es gibt halt immer zwei Seiten.
Der Vergleich mit der Luftfahrt ist gänzlich sinnfrei wegen der deutlich unterschiedlichen Größenordnungen (Anzahl Rechner - Flugzeuge).

Wo man wirklich etwas tun sollte (was auch tatsächlich Kosten spart), ist die dringende Reduzierung des Papieraufkommens. Ich wundere mich im Alltag immer wieder was alles noch auf Papier gedruckt sein muss.

pan 11/12/2007 08:20
Ausblenden
-0+

...dabei wüssten wir ja genau was zu tun wäre! Die Energie besteuern und im Gegenzug die dümmste aller Steuern abschaffen, die Mehrwertsteuer. Denn es macht keinen Sinn, unser eigenes Gut, die Arbeit zu besteuern und nicht erneuerbare Ressourcen zu verschwenden.

waldimort 12/12/2007 19:01
Ausblenden
-0+

Strom ist eigentlich schon so teuer, daß sich die Anschaffung energiesparender Hardware durchaus nach einiger Zeit amortisiert. Damit es die Masse begreift, könnte man die Steuer auf Spritniveau ansetzen. MwSt abschaffen war aber ein guter Scherz.

17/19" TFT rechnet sich schon heute nach ca 4 Jahren gegen eine Röhre. Abgesehen von dem positiven psychologischen Effekt.

Zeitschaltuhren für Drucker und vielleicht sogar sämtliche Clienthardware würde auch einiges sparen bei geringem Finanzaufwand.

Bei den Servern, die ja häufig 24h laufen müssen gibt es noch viel Nachholbedarf in Sachen Effizienz. Ebenso bei PCs mit ihren 7Watt Standby für ...

Seitdem wir auf Thinclients-Terminal Server umgestellt haben, sparen wir deutlich mehr als die Hälfte der Stromkosten bei deutlich gesunkenen Wartungskosten/aufwand. Netter Nebeneffekt: Die Dinger haben weder Lärm- noch nennenswerte Wärmeemissionen und fahren schnell hoch.


derGhostrider 13/12/2007 00:07
Ausblenden
-0+

"Ökologischer Fußabdruck"... So ein Schwachsinn.
Wenn ich sauberen Atomstrom benutze, dann habe ich durch den Betrieb quasi keine Umweltverschmutzung. Es hängt dann nur davon ab, wieviel der Infrastruktur man mit hineinrechnet: Die erbauung des Kraftwerks? Die Erbauung der Stromleitungen? Das schmelzen des Metalls für die Strommasten und Stromleitungen? Die Herstellung der Baumaschinen für die Errichtung des Kraftwerks und der Masten? Wo hört es auf? Wo fängt es an?

Wo berechnet einer das, was an Energie eingespart wird durch die Benutzung von Computern?

In unserem Unternehmen brauchen manche Mitarbeiter auch immer die schnellsten, besten und tollsten Computer. Der neueste Trend war nun sogar, daß einige gleich 2 Monitore haben mußten. Begründung: "irgendjemand hat irgendwo gesagt, daß das optimal für die Entwicklung von irgendetwas wäre"... Besonders toll fand ich das noch, als ich einen solchen Monitor unheimlich dringend SOFORT aufbauen mußte und ich später am Tag an dem Büro vorbeigelaufen bin und der neue 2. Monitor, der ja DRINGEND benötigt wurde, AUSGESCHALTET war. Muß dringend gewesen sein. Andere haben nun 2 Bildschirme, nutzen diese aber oftmals nicht wirklich. Da geht's dann ehr darum: "Muß ich haben, hat der Kollege auch." Schlimm daran nur, daß dieses von der GL befürwortet und gefördert wird.
Ebenso Testserver... Ich erinnere mich da an einen damals unheimlich teuren IBM-Server. Wurde mit einer CPU gekauft, war maximal für 4 CPUs gedacht. Eine Zweite CPU wurde nochmal richtig teuer hinzugekauft, die sonstigen Erweiterungen wurden irgendwie nie ausgenutzt und zum schluß stand der gute Server (mindestens ein halbes Jahr) unbenutzt in der Ecke rum - natürlich permanent eingeschaltet. Vorher wollte niemand zugeben, daß der Server gar nicht mehr genutzt wird.
DIESE Verschwendung tut weh und schadet der Umwelt bestimmt irgendwie - auch mit Atomstrom.
Man sollte sich nur auch immer mal fragen, was die Umwelt mehr belastet: Alle Nase lang neue Computer, die dann ein paar Prozent Energie sparen, oder eben die alten länger benutzen. Ist wohl nicht so einfach Pi*Daumen zu berechnen.

rogard 21/12/2007 03:57
Ausblenden
-0+

Wenn sinnlose Verschwendung von Energie und Resourcen reduziert würde, dann wäre schon viel gewonnen. Keiner behauptet, ab morgen bräuchte man keine Server oder PCs mehr. Aber Geräte die nutzlos Strom verbrauchen, die braucht auch keiner. Wenn sich wenigstens die Entscheidungsträger mal mit dem Aspekt Energiesparen beschäftigen würden, und beim Einsparpotenzial nicht nur ans Geldsparen denken sondern auch an bewussten Umgang mit Rohstoffen...
Wenn bei Neuanschaffungen auch darüber nachgedacht würde, ob es nicht vielleicht sparsamere Alternativen gäbe, die alles in allem noch nicht mal mehr kosten müssen, tja das wär doch schon was.

Generell kann es doch nicht schaden, weniger Energie zu verballern, selbst wenn diese zu 100% aus Atomstrom käme, was ja gar nicht der Fall ist.
Das Ganze gilt sowohl für Firmen als auch Privatleute. Einfach mal drüber nachdenken ist schon mal ein guter Anfang.

Dabei wird sicherlich "hilfreich" sein, dass die Kosten für Energie und Kraftstoffe sich im freien Fall befinden - nur leider in die falsche Richtung. Und das wird sich bis zur Anwendung völlig neuer Techniken der Energiegewinnung auch nicht ändern, im Gegenteil. Na denn: Licht aus! :-)

Beste Angebote

Newsletters


OK