Infineon baut drastisch Stellen ab
»Einschneidende Schnitte kündigte der neue Infineon-Chef bereits Anfang Juli an, und nun ist es so weit: Nach einem Rekordverlust will Peter Bauer den Halbleiterhersteller unter anderem durch Stellenstreichungen wieder auf Kurs bringen.
Rund ein Zehntel aller Arbeitsplätze sollen bei Infineon abgebaut werden. Heute teilte das Unternehmen mit, dass 3000 Stellen gestrichen werden. Betroffen sind laut Infineon-Vorstandssprecher Peter Bauer »alle Standorte, Funktionen und Hierarchieebenen«. »Die Risiken der aktuellen Marktbedingungen, die nachteilige Wechselkursentwicklung und die Anforderungen der Reorganisation an das Unternehmen machen einen Personalabbau unvermeidlich«, so Bauer. Nach dem Rekordverlust von 1,37 Milliarden Euro im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sollen aber Kosten nicht nur durch die drastische Kürzung von Personalkosten sinken. Vom Sparprogramm mit der sperrigen Bezeichnung »IFX 10+«, das auch Einsparungen bei Materialkosten und die Umstellung hin zu einer »effizienteren Organisationsstruktur« vorsieht, erhofft sich Bauer Kostensenkungen von rund 200 Millionen Euro jährlich. Und die dürfte Infineon nötig haben: Allein im abgelaufenen Quartal musste man ein Defizit von 529 Millionen Euro hinnehmen — doppelt so viel vorausgesagt.
Die Schuld an den schlechten Zahlen und dem Stellenabbau trägt Qimonda (PDF). Infineons Speicherchip-Tochter machte im dritten Quartal des Infineon-Geschäftsjahres 411 Millionen Euro Verlust; erwartet wurde aber ein Minus von nur 276 Millionen Euro.
Infineon allein stände ohne Qimonda fast glänzend da: Im gleichen Zeitraum fuhr Infineon — die Zahlen des Tochterunternehmens herausgerechnet — einen Gewinn von 71 Millionen Euro ein. Zwar vor allem durch Verkauf der Festplatten-Sparte und mit 2 Prozent weniger Umsatz als im letzten Jahr, aber immerhin: Vor Zinsen und Steuern haben sich die Einkünfte damit fast verdoppelt.
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Ich denke es schreibt sich "Infineon".
Wieso wird immer behauptet das Qimonda für die Infineon Missere schuld ist? Ohne Qimonda hätte Infineon heute schon 3000 Mitarbeiter weniger.
Kein Geld Menschen, aber für unnötige Flaggen reicht es, oder was? oO
Im Plus dar zu stehen nach dem man eine ganze Sparte verkauft hat, ist auch nicht schwer. Würde ich meinen Verstärker verkaufen, könnte ich auch für den Rest das Jahres 3mal täglich außerhalb essen.
Würde ich dann noch meine Mietkosten heraus rechnen, hätte ich auch noch ordentlich Plus.
Wieso mach Qimonda Miese? Stellen die nicht Hightech-Speicher für Grafikkarten her und haben nur dünne Konkurrenz?
Zum Glück wird bei uns in Warstein-Belecke keine einzige Stelle abgebaut. Einzig die Regensburger tun mir leid... 25% der Belegschaft sind übrig... traurig sowas!
Das ist bitter. 600 Stellen werden in Regensburg gestrichen.
Moin Jungs,
mein Tipp an alle: Bildet euch unbedingt nebenberuflich auf eigene Faust weiter! Studiert am Besten (geht auch ohne Abi) oder wenn ihr schon studiert habt, macht Weiterbildungen und macht euch so attraktiv für den Arbeitsmarkt.
toi toi toi
Die nächsten 20 Jahre werden richtig hart ;-(
schön wie qimonda immer der buhmann ist. dabei arbeitet infineon (Ex-Siemens-Halbleiter) wieder nach dem guten alte siemens prinzip:
bringt keine kohle mehr = abspaltung/verkauf
wenn ich meine nicht funktionierende sparte abtrete, ist es klar, dass ich fein da stehe. ich finds jedenfalls schade.
dabei ist qimonda technologisch garnicht so schlecht. die burried wordline technologie gibt einen grossen vorsprung und die firma stellt exklusiv speicher für ps3, xbox360 und ati radeon 48x0 her. der verlust resultiert aus den abartig niedrigen verkaufspreisen. wenn man nebenbei nach neuer technologie forscht, dann entstehen nunmal kosten, die leider nicht wirklich durch die niedrigen speicherpreise gedeckt werden können.
... stellt exklusiv speicher für ps3, xbox360 und ati radeon 48x0 her....
Vielleicht ist das der Fehler... Billige Speicher für "exklusive" Verträge zu fertigen und sich selbst den Markt versperren. Dann wunderts mich nicht.
Aber das mit den Entlassungen ist halt mal wieder typisch Großunternehmen. Traurig aber war, die größten Kosten im Unternehmen sind immer die Mitarbeiter.
Wenigstens entlässt Infineon die Leute weil das Unternehmen Minus macht, nicht so wie die Geld-Geier bei Nokia.