Leserwunsch: Innovation Cooling Diamond 24 im Test

Nachdem wir bereits unlängst unser Wärmeleitpasten-Tutorial in 2 Teilen samt Charts veröffentlich hatten und ein sehr großes sowie vielschichtiges Feedback bekamen, wird mit dem heutigen Test einer der häufigsten Wünsche nach einem Testprodukt erfü...

Vorab möchte ich mich beim Importeur PC-Cooling dafür bedanken, dass ich innerhalb nur weniger Tage bereits über ein Testmuster verfügen konnte, obwohl diese Paste gerade schwer lieferbar und zum Zeitpunkt der Nachfrage auch in keinem der großen Shops vorrätig war. Da selbst Marktgrößen wie Alternate keine 10 Packungen bestellen, muss man da schon etwas Glück haben. Doch kommen wir schnell zur Paste, denn das Leserinteresse war ja in dieser Hinsicht sehr eindeutig.

Innovation Cooling bietet mit der IC Diamond 24 eine silikonfreie Paste an, die fast ausschließlich aus Diamantstaub besteht (Partikel < 40 nm) und somit faktisch auch die Reinstform der Graphitpasten darstellt, die ich im 1. Teil des Wärmeleitpasten-Tutorials ja bereits ausführlich beschrieben habe. Dass so eine Paste ein ziemlich zäher Geselle ist, muss ich sicher nicht extra erwähnen, deshalb gibt es auch noch ein paar Tipps zur Verarbeitung.

IC Diamond 24
Wärmeleitfähigkeitkeine Herstellerangabe
ca. 4,5 W/(m*K) bei verschiedenen Messungen in Tests
CPU Water Cooling, High Pressure
31,2 ΔT (22 °C ambient)
CPU Air Cooling, High Pressure
35,0 ΔT (22 °C ambient)
CPU Air Cooling, Low Pressure
36,9 ΔT (22 °C ambient)
GPU Cooling64,0 ΔT (22 °C ambient)
Elektrisch leitend
Nein
Viskosität
8 (1-10, weniger ist besser zu handhaben)
Anwendungssicherheit3 (1-10, höher ist besser zu handhaben)
Anwendungshinweise                           Diese Paste kann einfacher verarbeitet werden, wenn man sie zuvor vorsichtig auf 40-50°C erhitzt (z.B. Heizung, dichter Beutel im Warmwasserbad)
Preis (Geizhals-Link)
ab ca. 20 EUR (4.8 Gramm)

Verarbeitungshinweise

Zäh wie Leder wäre wohl noch ein milder Kommentar, deshalb muss ich doch noch ein paar Sätze dazu schreiben. Es empfiehlt sich auf alle Fälle, die Paste gründlich vorzuwärmen und wiederum die übliche linsengroße Portion auf die CPU zu drücken.

Danach setzt man den Kühler auf und zieht ihn etwas, aber nicht vollständig fest. Er sollte jedoch genügend Halt besitzen, um nicht zu verrutschen. Im eingebauten Zustand sollte der PC also auf dem Rücken liegen. Nun heizt man die CPU vorsichtig auf ca. 45-50°C Tcase auf, trennt den PC vom Netz und nimmt den Kühler noch einmal kurz ab. Das Bild, das sich einem bietet, könnte ungefähr so aussehen:Die Paste ist nun absolut weich und kann auch leicht korrigiert werden. Es empfiehlt sich, wie hier am Rand die überflüssigen Reste abzuwischen, damit die Paste beim richtigen Verschrauben nicht (noch weiter) herausgepresst wird. Man schraubt nun den Kühler endgültig fest, nachdem man sich beeilt und vermieden hat, dass die Paste wieder komplett zäh wird. Noch einmal aufheizen, ausschalten und die Sitz des Kühlers noch einmal überprüfen bzw. die Schrauben nachziehen. Fertig! Ich habe noch Methoden mit insgesamt 9 kleineren Klecksen und dem Verpinseln der heißen Paste gegen getestet, aber das bringt am Ende außer mehr Aufwand auch keine besseren Resultate. Wer einen Kühler mit Intels Push-Pins oder AMDs Klemmverschluss hat, der wird schnell merken: diese Paste ist leider nichts für mich. Beide Kühler üben nicht genügend Druck aus, um die optimale Verteilung zu garantieren.

Was bringt die Paste aber nun für diejenigen, die einen gut verschraubbaren Kühler, eine heiße CPU und satte 20 Euro übrig haben? Aufschluss bringen die nächsten Seiten!

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18 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Bastian Fiek
    das ging ja mal echt schnell mit dem Nachtest.

    Vielen Dank auch dafür. :)
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  • FormatC
    Das kann ich gut nebenher laufen lassen, die Anlage steht ja noch im Labor. Nimmt mir zwar über 2 Meter Platz auf der Messtrecke weg, aber was solls - bin eh zu faul, das weg zu räumen. Ist ja noch genügend Platz übrig :)
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  • Big-K
    Dachte die schneidet besser ab. Irgendwo stand mal die würde die Oberfläche verkratzen. Deshalb nicht für GPUs geeignet?
    Da gibts nen paar Videos die zeigen wenn man den Kühler als wieder abnimmt das dann erst recht viele Lufteinschlüsse entstehen.
    Also ich setzt die Kühler immer auf lass die Kiste warm laufen und zieh dann die Muttern fest. Wobei ich aber auch wenig Unterschied zwischen 2 N (Eigengewicht),
    25 N (Herstellerangabe), und "max" etwa schätzungsweise 40-50 N feststellen kann.
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  • FormatC
    Das passiert nur, wenn die Paste nicht flüssig genug ist. Solange Heatspreader und Heatsink heiß genug sind, ist das kein Thema. Oberfläche zerkratzen? Wenn man damit einen Scheuerschwamm nimmt, dann ja.

    Ich habe übrigens nach dem GPU-Durchlauf den Kühler mehrmals abgenommen und wieder aufgesetzt: kein Unterschied.
    Quote:
    Dachte die schneidet besser ab.

    Als Flüssigmetall? Nee... Aber ansonsten ist die doch topp. :??:
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  • Big-K
    Dachte die schneidet besser ab. Irgendwo stand mal die würde die Oberfläche verkratzen. Deshalb nicht für GPUs geeignet?
    Da gibts nen paar Videos die zeigen wenn man den Kühler als wieder abnimmt das dann erst recht viele Lufteinschlüsse entstehen.
    Also ich setzt die Kühler immer auf lass die Kiste warm laufen und zieh dann die Muttern fest. Wobei ich aber auch wenig Unterschied zwischen 2 N (Eigengewicht),
    25 N (Herstellerangabe), und "max" etwa schätzungsweise 40-50 N feststellen kann.
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  • Big-K
    Scheinbar kann man net viel falsch machen aber eben auch nicht so extrem richtig.
    Eigentlich schade. Core Temp suggeriert mir bei kaltem Wasser ein Verbrauch von 93 W und in warmen Zustand 107 W, beim Video codieren.
    Denke jetzt kommt der Kopf ab :-)
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  • FormatC
    Schon mal den Unterschied zwischem den OC per Multi und dem per Turbo-Clocks probiert? Wenn nicht, mal am Montag hier einschalten. :D
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  • alterSack66
    Wie lange ist eigentlich so ne angebrochene Spritze mit Wärmeleitpaste haltbar?
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  • 7664stefan
    1-2 Grad weniger durch den "Klunkerkleister" im Vergleich zur MX-x deckt sich 1:1 mit meinen Erfahrungen. Das ist dann den deutlichen Mehrpreis sicher nicht wert. ;)
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  • FormatC
    Wenn Du die Spritze richtig verschließt... ich hatte hier schon Paste, die war nach einem Jahr noch gängig.
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  • alterSack66
    Ok, dann hau ich meine PK 1 weg. Oder will jemand ne gut abgelagerte Paste kaufen? :D
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  • Big-K
    Ich schalte jeden Tag hier ein leider immer ohne Video-guide :-)
    Da bin ich aber mal gespannt ob der "Turbo" auch brauchbare "Clocks" erreicht für mich bitte mit 5 GHz, danke ;-(,)
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  • FormatC
    Das ist genau der falsche Denkansatz. :)

    5 GHz mit einem Haswell sind sowas von gaga, da absolut nicht alltagstauglich... Was willst Du mit den ganzen Super-Duper-Kiddie-Gaming-PCs, wenn die Dinger am Ende so instabil sind, dass man nichts wirklich Produktives damit machen kann? Benchmarkbalken sind nicht das wahre Leben. Der Mehrwert besteht nicht in Sensatiönchen und kippeligen Setups, sondern in einer ausgetesteten Stabilität mit der einen oder anderen Erkenntnis, wieso oder womit.
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  • bluray
    Respekt für die Geduld, soviele Pasten getestet zu haben. Ist sicher eine Heidenarbeit, jedesmal die CPU von der eingebrannten Paste wieder zu befreien und dann neu zu bestreichen, testen etc.

    Aber es zeigt jetzt, welche Pasten der heimliche Star sind...

    Neben der (auch von mir verwendeten) Liquid Metal Serie, scheint auch die Gelid Solutions GC Extreme ein heisser Kandidat zu sein.

    Wenn mal wieder ein CPU-Tausch ansteht, werde ich mal diese ausprobieren.

    Bis jetzt rennt mein übertakteter 3930X aber anstandslos vor sich hin trotz Übertaktung auf 4,2GHz...
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  • FormatC
    Die Gelid nehmen viele GPU-Overclocker :)
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  • bluray
    Nun ja, beitet sich anhand deiner Tests ja an, aber ich overclocke meine 2x780 GTX vorerst nicht, denn bis jetzt hatte ich in allen Spielen, die ich spiele mit Max Settings volle 60fps... und die beiden Monster werden dank gutem Gehäuse auch ned brüll-laut.

    Aber sobald ich doch mal über eine WaKü für die GPU nachdenken sollte... wird wohl die Gelid eine Komponente werden ;)
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  • drno
    http://www.alternate.de/Innovation_Cooling/Innovation_Cooling+Diamond_7_Carat/html/product/792510/?

    Anderthalb Gramm für bummelig die Hälfte an Geld gibt's auch.

    Danke für den Nachtest vom Klunkerkleister! So teuer ist das Zeug ja auch nicht. Wenn wir als Anwender das Aufgeld zum Kaufpreis der Prolimatech PK 3 akzeptieren, bekommen wir mit dem Klunkerkitt von IC Diamond also durchaus eine Paste mit Top-Leistungen, die wir jetzt auch im Vergleich mit anderem Zeug einzuordnen wissen. Gute und beständige Leistung nach meinen Erfahrungen über mehrere Jahre im Gebrauch auf dem Prozzi. Anwärmen sollte man die Paste schon, dann kommt sie auch gut aus der Spitze raus. Ob der Computerbastler das Zeug jetzt haben muß, bleibt ihm selbst überlassen. Wie ihr ja wißt, ich nehms gern.

    Als Resultat vom Test werde mir die Gelid Extreme Paste demnächst besorgen und ausprobieren, in der Hoffnung, daß auch diese bei "gewölbten" Kühlerböden, bzw. ProzzOberflächen ebensogut wie der Klunkerkit einsetzbar ist. Ein interessantes Produkt, das auch noch Geld sparen hilft, wenn man will oder muß.
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  • FormatC
    Ich habe mir übrigens auch noch die Diamond 7 besorgt, die ist günstiger ;)
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