Atom im Desktop: Lieber nicht
Inhaltsverzeichnis
- 1. Leistung und Effizienz: Atom gegen Core i3
- 2. Der Vorgänger: Atom 230 und ECS 945GCT-D
- 3. Das aktuelle Produkt: Atom D510 und Intel D510MO
- 4. Der Herausforderer: Core i3-530
- 5. Zotac H55-ITX WiFi
- 6. Prozessor-Vergleichstabelle
- 7. Testkonfiguration
Da diese beiden Produkte völlig unterschiedliche Marktsegmente bedienen, ist unser heutiger Test eher ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen: die Kontrahenten des heutigen Tests sind die neueste Pinetrail-Atom-Plattform von Intel und ein Core i3-System. Atom-Lösungen sollen vor allem preiswert und klein sein. Im Gegensatz dazu verfügt ein Core i3 über deutlich mehr Funktionen und dient als merklich leistungsstärkerer Prozessor in Desktop-PCs. Es macht allerdings durchaus Sinn, die beiden gegeneinander antreten zu lassen: Zwischen Atom und Core i3 liegen nämlich Welten, und das bewusst zu machen lohnt sich.
Dieser Artikel richtet sich vor allem an Anwender, die auf der Suche nach einem flexiblen PC-System zu einem vernünftigen Preis sind. Solche Systeme müssen anständige Performance bieten und sollten dafür nicht mehr Leistung als unbedingt notwendig aufnehmen. Zudem sollten wir erwähnen, dass wir uns heute nicht ausschließlich auf Performance oder Leistungsaufnahme konzentriert haben, sondern auf ein ausgewogenes Verhältnis von Performance, Leistung und Preis achten.
Atom gegen Core
Der Atom ist in der Tat sehr kosteneffizient, immerhin sind Nettops und Netbooks bereits für wenige hundert Euro zu haben. Er nimmt zudem faktisch wenig Leistung auf: Es gibt nicht sonderlich viele Systeme, die im den Betrieb noch sparsamer sind. Beides ist gut, da Intel neue Märkte erobern und dadurch zudem das Preisniveau für Systeme entsprechend senken kann, wodurch am Ende Computer auch in Entwicklungsländern erschwinglicher werden. Allerdings war der Atom nie auf Performance ausgelegt und eignet sich damit kaum für all diejenigen, die ihren PC für mehr als das Schreiben von Emails und das Surfen im Internet nutzen. Tatsächlich kommt der Atom nicht einmal an die Performance eines alten Pentium 4-PCs heran.
Die neue Core i3-Linie von Intel muss aber auch kritisch beäugt werden. Obwohl die Prozessor-Familie vergleichsweise hohe Performance liefert, eine niedrige Leistungsaufnahme bietet und damit eine deutlich bessere Effizienz im Vergleich zum Core 2-Vorgänger und den anderen Kontrahenten, bleibt der Preis bei Intel wie gewohnt hoch. Ganz egal, ob Prozessor oder Chipsatz und Plattform: Die komplette Produktreihe zwischen Core i3 und Core i7 ist deutlich teurer als das Portfolio von AMD.
Atom-Spaltung
Ende 2008 haben wir bereits einen ähnlichen Vergleich durchgeführt. In unserem Artikel Effizienz:Core 2 schlägt Atom vergleichen wir einen Atom 230 mit einem recht einfachen Core 2 Duo E7200. Zuvor hatten wir herausgefunden, dass die System-Leerlaufleistung eines Mainstream Core 2 Duo-Systems den Leistungsanforderungen eines Atom-Systems ziemlich ähnelt. Allerdings müssen Leistungsaufnahme und Performance ins Verhältnis gesetzt werden, da ein langsames Low-Power-System für intensive Arbeitslasten unter Umständen sogar noch mehr Leistung aufnimmt, weil es für die Fertigstellung mehr Zeit braucht. Nur wenige Monate später haben wir unseren Vergleich aktualisiert und den Dual-Core Atom 330 gegen die gleiche Core 2 Duo-Plattform antreten lassen. Die Ergebnisse dieses Prozessors waren besser, allerdings lag selbst der Dual-Core-Atom hinsichtlich Energieeffizienz weiterhin deutlich hinter dem Core 2 zurück.
Weshalb ist dieser Test so wichtig?
Man lässt sich gerne vom Aussehen und dem ansprechenden Preis zahlreicher Atom-Systeme verführen, nur um kurz darauf festzustellen, dass man mit dem Schnäppchen einer lahmen Ente aufgesessen ist: Zahlreiche Atom-Systeme können HD-Inhalt nicht flüssig wiedergeben oder zwischen Anwendungen hin- und herschalten während das System Dateien aus einem Archiv entpackt. Anwender, denen es gleichermaßen auf Kosten, Leistung und Performance ankommt, sollten auf jeden Fall weiterlesen.
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Klugscheißermodus an
Watt-Stunden ist eine Einheit der Energie, also ist die Energieaufnahme gemeint, und nicht die Leistung. Ich kann ja auch nicht ungestraft behaupten mein Auto hat eine Leistung von 7 Litern auf 100 Kilometern.
Der D510 hat nur einen Kern mehr als der 230. Bzw. sind Threads gemeint, wo Kerne geschrieben stehen.
Übrigens, vielleicht könnte mal ein Prakikant bei THG den Artikel quer lesen, damit solche Schnitze ausgemerzt werden?!?
zusäMehrwert
Übertaktungsversuchehinzu
ontopic
Das Fazit kann ich teilen, für Otto Normalo mit Internet (youtube, Facebook usw.) und Email ist so ein Nettop mit D510 völlig ausreichend und vor allem billig und sparsam.
Alle anderen die unbedingt Video und Audio bearbeiten müssen und Archive packen und entpacken, die nehmen einfach einen i3 oder noch besser, einen Phenom II.
btw: wenn man schon den kleinsten Core I3 gegenüberstellt, dann kann man auch den Pentium G nehmen... dann würde die Preisdifferenz nochmal um 15 bis 20€ schrumpfen.
@ fragger

...könnte man, hatte man nur gerade nicht da.
Es wäre noch interessant gewesen wie die Leistung und der Verbrauch bei
Taktabsenkung und etwas Spannungsabsenkung beim i3 ausgesehen hätte.
@ modena
Schon mal was von EIST gehört?
Wenn die Spannung abgesenkt werden soll, dann bitte bei allen Probanten!
ich finde die "Ergebnisse: Gesamteffizienz" sehr gut. danke!
Für reine Bürorechner ist das Preisleistungsverhältnis bestimmt unschlagbar
und schon wieder ein 750W Netzteil für diese Leistungregionen verwendet...tztztz
Ihr habt doch selbst den großen Vorteil eines kleinen Netzteils in eurem "StromSpar-PC" Artikel erwähnt...
Und es gibt auch billgere und stromsparendere Motherboards für den i3:
MSI H55M-E33
kostet um die 80€
Aber sonst ein schöner Vergleich. Man kan sich schon ein Bild machen, aber wenn man schon auf die Preis/Leistung im Vergleich aus ist, könnte man ein bischen besser rechachieren.
Das ist doch latte wieviel Watt das Netzteil in der Spitze bringen kann. Wenn es ein 80 Silberzertifikat hat musses auch bei sehr geringen Lasten 85% Effizienz haben. Also Verhältnis zwischen aufgenommener und abgegebener Leistung. Da ist die Dimensionierung des NT völlig wurscht.
Bezüglich Atom kenn ich auch so ein paar Typen die da etwas optimistisch waren. Die haben die "Leistungsfähigkeit" des Atom etwas falsch eingeschätzt. Es ist aber auch schwierig bei 1,6GHz Takt, Dualcore und Hyperthreading von einer lahmen Krücke auszugehen die sogar von einem P4 an die Wand geklatscht wird.
Ich besitze seit 2 Tagen Intel D510MO Mainboard + 2GB RAM. Als Fileserver Plattform ist es wie geschaffen, rennt unter Win7 Pro einwandfrei. Ich bin mit der Leistung pro Watt zufrieden. Ist in einem Antec ISK300-65 Gehäuse verpackt, rennt quasi lüfterlos (=unhörbar) bis auf die 2,5" hdds.
Habe den Kauf nicht bereut.
Das Problem beim Atom ist, dass er auf niedrige maximale Leistungsaufnahme optimiert ist. Das mag für mobile Geräte wichtig sein, ist aber für Desktops Unfug.
Nichtsdestotrotz muss man zur Gesamteffizienz anmerken: Es sieht so aus, als würde der i3 weniger Strom verbrauchen. Das ist aber nur dann der Fall, wenn der Rechner nach Beendigung des Testparcours ausgeschaltet wird! Wenn er im Leerlauf weiterlaufen würde, bis alle anderen Systeme ihre Arbeit beendet haben, dann sieht das Ergebnis etwas anders aus...
Aber immerhin: Die Leerlaufleistung des i3-Systems ist phantastisch niedrig!
@ avaka
Aber Faktor 0.85 bei 20% (gemäss 80 Plus silver) bedeutet halt auch nur ab 150W.
Und wie du siehtst lasten die Systeme das Netzteil zwischen ca. 2.5% (das muss man sich mal vorstellen) und 12%, liegen also immer weit unterhalb des normierten Bereichs. So kann man auch eine Norm ad absurdum führen....
@Avaka: Das ist leider Falsch.
Die 80% muss es bei 20% Last erbringen. Bei 750 Watt wären das 150Watt... In den Regionen spielen diese Plattformen nicht im Entferntesten. Unter 10% Auslastung sinkt die Effizienz extrem stark ab.
Frage mich noch: Wie siehts aus, wenn man einen I3 oder X2 (z.B. 235e) heruntertaktet und sagen wir bei 2GHz und gesenkter Spannung laufen lässt? Wäre das nicht spannender gewesen als 1,66GHz mit 2,93GHz zu vergleichen?
Da bei einem Office-Rechner auch verschwendete Arbeitszeit richtig Geld kostet, ist der Atom für eine Firma wohl am falschen Ort gespartes Geld.
Tja, dass sich gegen Atom-CPUs im "Desktop"-Bereich ausgesprochen wird, ist ganz meiner Meinung.

Von "Nettop" ist logisch gesehen nicht die Rede, und da sind die kleinen Atome ganz gut für den Anwendungsfalls A, B oder C etc. aufgestellt.
Nix Neues an der Front also...
Edit: Ist aber gut, dass man auf die Katze im Sack aufmerksam gemacht hat. - Manche Beratungsgespräche bei einschlägigen Handelsketten, die palettenweise Atom-"Nettops" andrehen wollen, sind wirklich unsäglich.
Außerdem: Ein gut aufgestelltes Atom-System ist IMMER teurer als ein Athlon 2-Eigenbau.
Wer wirklich exzessiv Energie sparen will, kommt aber an Undervolting oder Atom nicht vorbei.
mmmh btw. bin ich grad drauf gestoßen. der AMD 250u und 260u ist schon draußen???
http://www.computerbase.de/news/ha [...] dp_handel/
Wann auch hier? Das wär verdammt interessant. 2*1,8GHz bei 25Watt TDP.
Wenn er draußen ist und ihr ihn in die Finger bekommt, macht bitte einen neuen Test und lasst ihn gegen den Atom antreten. Danke
@ derbene

Und: Wie teuer sind die kleinen Athlönchen?
Ich befürchte (und meine hier gelesen zu haben), dass die die beiden ULV Athlons nicht im Einzelverkauf auf den Markt sollten: Okay, die Japaner nun, die haben auch die vorangegangenen Athlon 2 "e" Varianten schneller spendiert bekommen.
Befürchte aber, dass der Preis gesalzen ist.
ATOMMÜLL NEIN DANKE.
das soll der test wohl aussagen, zumindest für den desktop bereich.
soweit so gut und richtig.
nur einen I3 zum vergelich zu nehmen um das zu untermauern seh ich eher als nicht zweckmäßig. das i3 system ist zwar wesentlich schneller aber auch deutlich teurer. das sugeriert das man sich zwischen einer lahmen oder "teuren" kiste entscheiden muss. wenn mans aber preiswert und schnell (für die preisklasse) will gibts bessere produkte.
dann wirds noch deutlicher das der atom ins endlager gehört. aber nicht in einen desktop pc.