EU: Details zu Intels Machenschaften
Intels Vorwürfe gegen die EU-Kommission, Fehler im Prozess gegen den führenden Chiphersteller gemacht zu haben, lässt Brüssel nicht auf sich sitzen: Die Kommission hat weitere Einzelheiten zum Kartellverfahren veröffentlicht.

Bislang war die EU-Kommission recht zurückhaltend mit Details aus dem Verfahren gegen Intel: Der Hersteller habe mit Hilfe seiner marktbeherrschenden Stellung jahrelang Druck auf Händler und Vertriebspartner ausgeübt, damit diese Intel- statt AMD-Produkte einsetzen (siehe »Vertrag zwischen Intel und Media Markt«). Intel wurde für schuldig befunden und im Mai dieses Jahres zu Strafzahlung von 1,06 Milliarden Euro verurteilt (siehe »Milliardenstrafe für Intel«).
Das will Intel so nicht hinnehmen und wetterte gegen die EU-Kommission, zuletzt warf man der Brüsseler Behörde Fehler im Verfahren vor (siehe »Intel wirft der EU-Kommission Fehler vor«). Nun haben die EU-Kommissare auf die Vorwürfe reagiert und Details über die Intel-Praktiken veröffentlicht.
Anhand von Auszügen aus E-Mails und ursprünglich internen Powerpoint-Präsentationen mehrerer Unternehmen, darunter Dell und HP, wird bestätigt, dass die Intel-Partner vom Chiphersteller konkret unter Druck gesetzt worden sind: Sollte beispielsweise Dell AMD- statt Intel-Prozessoren ordern, hätte dies Auswirkungen auf ehemals gewährte Rabatte. Aus der E-Mail eines Dell-Managers gehe hervor, dass Intel die Rabatte auch ganz streichen würde, falls AMD-CPUs bestellt würden.
Ähnliches gilt für HP, dort seien Rabatte in den Jahren 2002 bis 2005 von vornherein an ein sattes Kontingent an Bestellungen bei Intel gekoppelt gewesen: 95 Prozent seines Prozessorenbedarfs für Business-PCs sollen von Intel stammen. Bei NEC sollen es nicht weniger als 80 Prozent gewesen sein. Die Fälle werden durch Auszüge aus E-Mails jeweiliger Unternehmens-Manager gestützt, die nicht an die Öffentlichkeit gelangen dürften.
Auf ihrer Homepage bleibt die EU-Kommission somit auch nach Intels Vorwürfen bei ihrer Ansicht: »Intel hat Millionen europäischer Verbraucher geschädigt, indem bewusst versucht wurde, Konkurrenten für Jahre aus dem Markt für Computerchips hinauszudrängen. Solch eine schwerwiegende, anhaltende Verletzung der Antitrust-Regeln der EU kann nicht toleriert werden«, so EU-Kommissarin Neelie Kroes.
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Mal ganz im Ernst:
Wenn DAS alles ist, dann hat sich Intel weniger zu schulden kommen lassen, als ich dachte!
JEDER Produzent versucht doch die Kunden an sich zu binden. "Kaufen sie mehr bei mir als bei der Konkurrenz, dann gewähre ich ihnen andere Rabatte! Wenn Sie die Menge von X überschreiten, dann erhalten sie zusätzlichen den nächst besseren Preis in der Staffelung."
Andererseits sind die Drohungen natürlich unterste Schublade und das gehört bestraft. "Kaufen Sie etwas von anderen, dann streichen wir alle Rabatte" - Wobei: Gibt es nicht einige Händler/Läden (nicht auf Computer bezogen!), die solche Bedingungen auch in anderen Bereichen akzeptieren?
Oder ganz extrem: Franchisenehmer. In keinem BurgerKing wird man Burger von McDonalds finden, da dem Franchisenehmer ein Vertrag vorgesetzt wurde: Du verkaufst unsere Produkte, dafür gibt's gute Preise und die Einrichtung (oder so ähnlich).
Da müsste man sich doch nun fragen, wo der Unterschied liegt.
Frag mal bei den Zulieferern und den dortselbst angeschlossenen Betrieben, die für Aldilidlnettousw produzieren. Das oben ist nur heiße Luft in ner dicken EU-Hose, wenn es wirklich nur das war.
sollen gleich die 1,06 Milliarden Euro an AMD überweisen !!!


schon eine Sauerei das man im Handel bei großen ketten nur Intel Systeme bekommt haben wohl gedacht kommen damit durch ?
von mir aus gleich noch Straf Zoll auf Intel Produkte machen
das wäre so ob man nur ein Marke von ein LCD TV bekommt im Handel bekommt
Vielleicht sollte AMD einfach mal an ihrer eigenen Bekanntheit feilen.
Ich kenne genug Leute, die sich für sowas nicht interessieren und halt einfach was kaufen. Intel ist bekannt. Intel funktioniert, so einfach ist das.
Und ich bin ganz ehrlich, ich werd auch weiterhin Intel Systeme verbauen. Das was AMD da produziert ist einfach nicht das, was ich suche, zudem.. nennt es schwarzmalerei, aber vor allem Hersteller wie VIA haben AMD geschadet.. mit ihren tollen Chipsätzen.
richtig so, immer drauf auf intel. sind ja schon fast mafia vorgehensweisen die die an den tag legen. und ihr pro intel leute. baut ihr mal eine existenz auf und dann lasst mal ne andere große firma kommen und euch in den ruin drängen, dann findet ihr das auch nicht mehr lustig
Die Chip-Mullahs werden schon nicht so schnell pleite gehen. So gesehen ist die inflationäre Chipgeldwäsche der arabischen Petroldollars auch nicht grade ladylike
@derGhostrider,
es ist ein massiver Unterschied, ob ich in meinem Unternehmen Artikel von vielen unterschiedlichen Herstellern anbiete oder aber von vorneweg mich vertraglich an einen binde.
@mf-tribun:
Hmmm... da ich diesen Beitrag gerade an meinem dual-CPU Opteron verfasse, frage ich mich ernsthaft, wen Du mit "pro Intelleute" meinst.
Hätte Intel aktuell konkurrenzfähige Produkte im Angebot, dann hätte ich mir neulich nicht meinen ersten Intel-Desktop (naja, Dual-CPU Xeon) gekauft, sondern erneut, wie auch die letzten 18 Jahre, wiederum einen AMD.
Ich kaufe immer das, was zu der Zeit (für mich) am besten ist. 18 Jahre lang war das durchgängig AMD, da ich immer zu den günstigen Momenten nach neuen Rechnern ausschau gehalten habe, nun ist es Intel geworden.
Das Herstellerlogo ist mir total egal, solange die Leistung stimmt.
Levi88 muß ich in einem Punkt wirklich Recht geben:
Gerade ATI, VIA, UMC und wie sie alle hießen, haben AMD geschadet, indem sie verbuggte Chipsätze auf den Markt brachten. Aber auch AMD selbst hat dazu beigetragen.
Beispiele:
AMD 768: Die USB-Ports waren dermaßen verbuggt, daß die onboard-USB-Ports kurzerhand abgeschaltet wurden. Bei meinem Dual-AMD Tyan Tiger S2466N lag damals aus diesem grund eine USB-Steckkarte bei.
AMD 8151: Teil des 8000er Chipsatzes für die ersten Opterons. Das war die AGP-Bridge die derartig verbuggt war, daß so gut wie keine Grafikkarte unter 3D-Last stabil lauffähig war. Viele der damals aktuellen AGP-Karten liefen sogar GAR NICHT. Und das von AMD selbst - das war schon recht blamabel. Vor allem aus dem Grunde, da die Fehler bekannt waren und verschwiegen wurden. Hatte selbst ein Tyan Thunder K8W S2885 (dual Opteron) und Jahre lang nur Ärger. Es war aber kein Mainboardspezifisches Problem, was nur dieses Board von Tyan betroffen hätte...
Wenn ich nun lese, daß ausgerechnet mit dem Chipsatz-Knowhow von ATI geworben wird, dann wird mir etwas schummerig. Allein schon eine Unterteilung in drei Klassen ist für Server-Chipsätze merkwürdig. Das hat einen sehr faden Desktopmarkt-Beigeschmack. Zwei Ausführungen: "Maximale Ausstattung" und "Low Power" - OK. Aber was soll der dritte Chipsatz in der Mitte? Das gibt dann solche merkwürdigen "fast-Desktop aber vom Namen her noch Workstation" Computer, die nicht Fleisch und nicht Fisch sind.
So vergrault man sich auf lange Sicht auch die Kunden.
Crunkys Idee finde ich prinzipiell nicht schlecht. Es wurde überwiegend AMD geschadet, daher sollte AMD zumindest einen großen Anteil dieser Summe erhalten.
Wobei es ja unterschiede zwischen den Prozesstypen gibt. Wer weiß, wie es zivilrechtlich gehandhabt wird.
@mieleman:
In der Vergangenheit habe ich mal in einem Großhandel gearbeitet. Wir hätten kein Problem gehabt von einem Hersteller, der hinreichende Qualität liefern konnte, für einen guten Preis einzukaufen und dafür andere Hersteller aus dem Programm zu nehmen. Bei einigen Produkten ist das auch genau so passiert, wobei da die Qualität nicht immer hinreichend gut war für unsere Kunden. (War alles nicht mein Entscheidungsbereich...)
Soetwas regelt normalerweise der Markt. Wenn ich AMD und Intel anbieten würde und mir einer der beiden Hersteller "ein Angebot, was ich nicht ausschlagen kann" anbieten würde, dann wäre ich mit dem Klammerbeutel gepudert das als Geschäftsmann nicht anzunehmen.
Schlimm wird es eben dann nur, wenn man hintenrum damit erpresst wird, da man abhängig geworden ist.
@derGhostrider
Schlimm wird es eben dann nur, wenn man hintenrum damit erpresst wird, da man abhängig geworden ist.
1. Das und zweitens hat Intel eine Quasi-Monopolstellung. Das darfst du dabei nicht vergessen. Dafür gelten andere Regeln. Was übrigens gut für alle ist, da Intel ohne einen Konkurrenten 1. lange nicht so große Fortschritte gemacht hätte und 2. die Preise komplett diktieren könnte.
Abgesehen davon läuft mit Sicherheit auch ein (illegaler? bin mir über die Rechtslage nicht sicher) Vertrag zwischen Intel und Microsoft, dass Microsoft Windows nicht für andere Prozessortypen als x86 kompatibel machen darf, sonst wäre Intel schon längst aus dem Rennen (IBM, Fujitsu,...).
@Hatebreeder:
Windows gab es früher bereits für MIPS, Alpha und andere Architekturen. Da gibt es wohl ehr keine speziellen Absprachen. Bedenke auch, wie Microsoft sein Windows für IA64 hat einschlafen lassen.
Andererseits gab es Windows XP x64 für AMD elendig lange nur in einer BETA-Version und wurde "rein zufällig" erst zu dem Zeitpunkt "final", als auch Intel x86 CPUs mit 64bit-Erweiterungen anbot. Nun kann an eine Verschwörung zusammenspinnen oder einfach denken: Der Markt ist mit diesem Zeitpunkt um ein vielfaches größer geworden und somit auch die Nachfrage.
Mir hat es damals auch nicht gefallen, daß WinXP 64bit so hinterher hinkte. Andererseits war auch Linux in der 64bit Variante, entgegen aller Gerüchte und Behauptungen, mehr als nur "lückenhaft" umgearbeitet worden. Ich weiß noch, wie mir Linuxer vorbeteten: "Selbst schuld! Linux gibt es schon Ewigkeiten für 64bit, da hättest Du keine Probleme."
Dann habe ich es ausprobiert und bin erstmal feste auf die Nase geflogen, da noch weniger funktioniert als unter Windows. Treiber gab es für meine Hardware und einen 64bit Kernel oftmals nicht, selber Treiber programmieren ist irgendwie nicht meine Sache und viele Programme liefen erst, als es bereits Vista gab, also mal locker 5 Jahre später oder so.
Da möchte ich nur mal an den Wrapper für Flash erinnern. Seitwann kann man Flash im 64bit Linux verwenden? Letztes Jahr?
Um es kurz zu machen: Die schlechte Unterstützung von AMDs 64bit CPU-Architektur war ehr eine allgemein schlechte Unterstützung und nicht nur auf MS Windows beschränkt.
Nachdem sogar Apple die PowerPCs fallen gelassen hat, sehe ich keinen Markt mehr für ein Windows auf PowerPCs. Auf POWER! CPUs schonmal gar nicht, denn Heimanwender kaufen keine CPU für "ein paar Tausend Euro", die dann 150W verbrät und nur in Dingen besonders schnell ist, die auf dem PC daheim eh nicht verwendet werden.
Achja: Außerdem gibt es Windows auch für andere CPU-Typen. ARM z.B.. Dann heißt das Windows allerdings CE.
Der Markt für andere Systeme ist, vergleichen mit x86ern, einfach sehr gering. Das wird wohl eine einfache Kosten/Nutzen Rechnung sein. Wieviel kostet es, wieviel könnte man damit verdienen.
Wenn man die Firmengrösse von Intel und AMD vergleicht kann man sich nur wundern, dass da AMD überhaupt etwas gegen ausrichten kann. 1 Mrd. Bußgeld ist je nach Börsenlaune so 30 bis 50% des Marktwerts von AMD. Vermutlich ist das auch mehr als die meisten EU Mitgliedsstaaten überhaupt einzahlen...
Und was lernen wir daraus? Auch Erpresser können sich freikaufen.
Naja das ist erst der Anfang der Fahnenstange.
Sobald Intel endgültig schuldig gesprochen wird, kann AMD
einen Zivilrechtsprozess anreissen welcher nur noch darauf verweissen muss, aber sicherlich trotzdem sehr lange dauern wird.
Wenn wir dabei etwas rechnen, und ich mein die 1 Mrd € Busse an die EU ist für eine Firma wie Intel immer noch nicht gerade tragisch, bei einem jährlichen Umsatz von um die 10 Mrd.
Dann sehen wir uns noch an über wieviele Jahre Intel diese Praktiken an den Tag legt. So 5-10 Mrd können da für AMD schon drin sein....
LG