Knights Corner: Intels Larrabee Nachfolger kommt 2012?
Mit Knights Corner will sich Intel im kommenden Jahr wieder als Hersteller von Supercomputer-Architekturen in Szene setzen
Schnelle Grafikprozessoren für Anwendungsbereiche jenseits grafischer Berechnungen zu verwenden, gilt gerade im Bereich des High Performance Computing (HPC) als ein guter Weg um die Rechenleistung als solche weiter steigern zu können. Vor allem bei stark parallelisierbaren Aufgaben können die mit vielen Rechenkernen ausgestatteten GPUs im Vergleich zu klassischen CPUs schneller arbeiten und höheren Speicherdurchsatz aufbieten, und als Steckkarten lassen sie sich deutlich dichter packen als selbst der klassische Blade-Server.
Über solche Entwicklungen können sich die Anbieter leistungsfähiger GPUs, allen voran AMD und Nvidia, freuen, deren GPGPU-Kerne in immer mehr Hochleistungsrechner einziehen – eine Entwicklung die man bei Intel mit Unbehagen verfolgt. Nicht zuletzt weil man mit der eigenen Entwicklung Knights Ferry erst Ende letzten Jahres auf der International Supercomputer Conference (ISC) vorstellig wurde.
Dementsprechend ist es nicht weiter verwunderlich, dass der große CPU-Hersteller und x86-Gigant nun zum Angriff bläst und mit Knights Corner eine Mehrkernarchitektur vorstellt. Allerdings setzt Intel dabei wohl nicht auf Grafikprozessoren, wie seine Konkurrenten, sondern auf ein Cluster aus x86-Kernen der Xeon-CPUs. Es handelt sich also vermutlich um einen Larrabee-Nachfolger, der in einer Strukturbreite von 22 nm mit Tri-Gate-Transistoren hergestellt wird.
Die Vorteile liegen aus Intels Sicht auf der Hand: Einerseits stehe eine enorme (parallele) Rechenleistung zur Verfügung, andererseits müssen sich die Entwickler im Gegensatz zu anderen High-Performance-Computing-Architekturen (Achtung, Seitenhieb auf CUDA) nicht umgewöhnen sondern können für ihre Anwendungen weiter x86-Code mit "klassischen" Programmiersprachen und -modellen nutzen. Im kommenden Jahr soll die Auslieferung von Knights Corner auf PCI-Express-Boards beginnen und den angeschlagenen Ruf von Intel als Hersteller von Architekturen für Hochleistungsrechner aufpolieren.
Dennoch dürfte das kein leichtes Unterfangen werden, denn die Konkurrenz schläft nicht. So hat AMD für das kommende Jahr eine APU für die Opteron-Familie angekündigt, die auf dasselbe Segment zielt. Im Gegensatz zu Intel, wo man nach wie vor so exklusiv wie möglich x86 und den zugehörigen SIMD-Befehelen die Treue halten will, sieht AMD in OpenCL das Programmiermodell der Zukunft, was ob der Fusion-APUs nicht verwundert. Mit der A-Serie (Codename Llano) hatte der Hersteller erst letzte Woche die erste APU auf den Markt gebracht, die nicht nur in Billigst-Rechnern eingesetzt werden soll. Das Desktop-Pendant soll noch diesen Monat folgen, und der entsprechende Test wird bei Tom's Hardware schon bald zu lesen sein.
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