Wir haben nun hergeleitet, dass die Abwärme bei Ivy Bridge auf viel kleinerer Fläche entsteht, als dies bei Sandy Bridge der Fall ist. Tatsächlich vollzieht sich die Temperatursteigerung bei Auslastung aller vier Kerne und 4,5 GHz dermaßen schnell, dass der Testprozessor schneller die Taktrate reduzierte (Throttling), als wir ein Screenshot von Core Temp machen konnten. Da wir hier von einem Zeitraum von unter einer Sekunde sprechen, in dem die Kerntemperatur bis zur Throttling-Grenze anstieg, waren wir gut beschäftigt und behalfen uns letztlich mit einem Script.
Gegenmittel Kühlung
Damit wird auch ein grundsätzliches Hindernis für höhere Taktraten offensichtlich: Das Kühlsystem muss in der Lage sein, die Transistoren permanent und ohne Verzögerung (etwa durch das Hochdrehen eines Lüfters) sehr effektiv kühlen zu können. Um Flüssigkeitskühlung oder gar Flüssigstickstoff kommt der ambitionierte Overclocker deswegen heute bei Ivy Bridge kaum herum.
Empfehlungen
Grundsätzlich kann man sagen, dass Ivy-Bridge-Prozessoren derzeit auf Basis von Luftkühlung nicht so weit zu übertakten sind, wie Sandy-Bridge-Modelle. Wer nach einem neuen Overclocking-Prozessor Ausschau hält, muss sich der Limits bewusst sein. Overclocker auf der Jagd nach Maximaltempo sind mit Sandy Bridge möglicherweise noch besser bedient. Wenn es jedoch nicht das absolute Maximum sein muss, ist Ivy Bridge trotz klarer Grenzen derzeit schon die bessere Wahl, da die Leistungsfähigkeit pro Taktrate weiter gestiegen ist. Wie die Benchmark-Ergebnisse zeigen werden, ist Ivy Bridge mit 4,5 GHz dem Sandy Bridge bei geringfügig höherem Takt trotzdem überlegen. Auf Nummer sicher geht, wer sich bei Ivy Bridge mit beispielsweise 4,2 oder 4,3 GHz begnügt. Hier entsteht das Temperaturproblem nicht, und die Leistungsfähigkeit ist trotzdem beeindruckend. Im Vergleich zum Standardtakt ist die Mehrleistung jedoch eher bescheiden.
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