Internet: Jugendschutzverstöße mehren sich
Jugendschutz.net meldet für das Jahr 2008 über 3000 Vorfälle. Dies entspricht einem Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Im Internet finden sich immer mehr Inhalte, die gegen den Jugendschutz verstoßen. Das hat die Initiative Jugendschutz.net mit ihrem Jahresbericht 2008 belegt. Demnach ist die Zahl der neu dokumentierten Verstöße auf Websites mit 3054 Angeboten erneut um sechs Prozent gestiegen. Im Jahr 2007 lag diese Zahl bei 2883. Der Organisation zufolge ist die Steigerung auf eine Zunahme der Verstöße in Deutschland zurückzuführen. Registriert wurden 1369 Fälle, was ein Plus von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.
Der größte Teil der Verstöße aus Deutschland beinhaltet pornografische Darstellungen. Diese machen 62 Prozent aus. Drei Prozent sind kinderpornografisch. 11 Prozent verherrlichen Magersucht, so das Ergebnis.
Von den 1685 registrierten Verstößen im Ausland stammt mehr als die Hälfte aus den USA (pornografisch: 42 Prozent, rechtsextrem: 32 Prozent). 14 Prozent der Verstöße kommen aus den Niederlanden, mehr als die Hälfte der kinderpornografischen Angebote lassen sich den USA zuordnen.
In drei Viertel der deutschen Fälle konnte Jugendschutz.net nach eigenen Angaben durch Rücksprache mit Anbietern erreichen, dass unzulässige Angebote schon vor der Einleitung eines aufwändigen Aufsichtsverfahrens geändert oder gelöscht wurden. Die Initiative gibt an, regelmäßig 69 Chats, Instant Messenger und Social Communities beobachtet zu haben, die bei Kindern und Jugendlichen besonders beliebt sind.
Insgesamt wurden 6390 Web-Angebote im Jahr 2008 kontinuierlich kontrolliert. Dabei habe man 6800 Fundstellen in Suchmaschinen ausgewertet und mehr als 6000 jugendschutzrelevante Videos und Profile im Web 2.0 überprüft, so die Initiative. Mit 7800 habe auch die Zahl der von Nutzern eingegangenen Hinweise einen neuen Höchststand erreicht (plus 16 Prozent).
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"Magersucht verherrlichen" und "Rechtsextremismus" wird jetzt schon herangezogen, damit Sperren im Namen des JUGENDSCHUTZES errichtet werden können?
Erst letztens habe ich mich gewundert, als es im Radio hieß, daß solche Verstöße zugenommen hätten, dabei aber besonders "unterschwellige" Botschaften zugenommen hätten.
Anders formuliert, um es ganz klar zu sagen: Einige Leute suchen mit aller gewalt auch in harmloseren Quellen nach irgendetwas, was sie anprangern können. Falsche Wortwahl = rechtes Gedankengut (Dieses kann man sehr gut auch in anderen Foren zu Newsseiten beobachten. Da wird dann plötzlich argumentiert, daß ein Begriff angeblich in der Nazi-Zeit häufig verwendet worden wäre und deswegen derjenige, der den Begriff benutzt hat, ebenfalls rechtsradikal eingestellt wäre. Vollkommen haltlos und aus dem Zusammenhang gerissen, aber ein prima Totschlagargument.)
Wenn man so gezielt sucht, dann steigt die Rate natürlich. "Diese Inhalte wollen wir nicht, also suchen wir nun solange, bis wir etwas finden."
Was heißt denn "Verstöße"? Ich dachte das Internet wäre ein freies Medium in dem es Inhalte aller "FSK"-Stufen gibt? Oder gibts da ein Internet das ich noch nicht kenne?
Japp, das deutsche.
Oder das Schäubsche wenn du willst ;p
@derGhostrider: Scheint tatsächlich ein Trend zu sein, aber auch offline. Man erinnere sich z.B. an das Nazometer von Schmidt & Pocher...
Was ich mich frage und ich erwarte bitte mal eine Antwort, die meine Frage wirklich einigermaßen beantworten kann. Warum werden nie Linksextreme Inhalte gesperrt? Alle Extreme sind ja schlecht??
Zum Thema 'Magersucht verherrlichen': Imo würde es schon reichen, wenn einer der Spitzel sich mal an einen Kiosk begäbe:

http://www.wortfeld.de/2009/08/presseeinfalt/
@ Vorschreiber: nicht alle Extreme sind schlecht bzw werden gesperrt oder verboten. Mit dem Argumnet würden sich ja prima Wahlen verbieten lassen, denn dort wird ja extrem schlecht abgestimmt
Siehst, liest und hörst ja, wohin das führen kann.