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Ein Blick ins Innenleben - Sekundärseite

LC-Power LC7300 300 Watt 80+ Silber im Exklusivtest - Silberling für Pfennigfuchser
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Sekundärteil - Überblick

Die Transformatoren verbinden Primär und Sekundärkreis und beinhalten keinerlei Geheimnisse. Die verwendete SBR-Lösung (Super Barrier Rectifiers) aus 2 Stück 40L60CT und 4 Stück 30A45CT geht in dieser Form in Ordnung. Am Kühlkörper sehen wir auch den sekundärseitig angebrachten Messfühler für die OTP (Überhitzungsschutz). Dies ist in diesen Preisregionen nicht unbedingt selbstverständlich.

Bild 1- Kühlkörper des Sekundärkreises mit den 6 SBR-Chips (auf jeder Seite 3). Davor die 2 TransformatorenBild 1- Kühlkörper des Sekundärkreises mit den 6 SBR-Chips (auf jeder Seite 3). Davor die 2 Transformatoren

Die 5-Volt-Spannung wird der Einfachheit halber mit aus der 12-Volt-Spannung erzeugt (Gruppenregulierung), nur die 3,3 Volt werden extra generiert . Dies dient eindeutig der Kostenersparnis und stellt im Prinzip kein schwerwiegendes Problem dar. Im Extremfall kann es jedoch passieren, dass die Regelung bei einer sehr starken 12-Volt-Last auch die 5 Volt-Erzeugung mit beeinflusst.

Bild 2 - Rückseite mit den 2 Ringkernspulen für 12/5 Volt (groß) und 3 Volt (klein)Bild 2 - Rückseite mit den 2 Ringkernspulen für 12/5 Volt (groß) und 3 Volt (klein)

Anhand der 2 statt 3 Spulen im Bild kann man auch optisch recht einfach auf eine Gruppenregulierung schließen - in dieser Leistungs- und Preisklasse eigentlich Standard, also nicht ehrenrührig.

Bild 3 - Eine große und eine kleine Spule, dazu 105° Nicon-Kondensatoren.Bild 3 - Eine große und eine kleine Spule, dazu 105° Nicon-Kondensatoren.

Monitoring und Schutzmaßnahmen

Als Supervisor hat man einen alten Bekannten verbaut, der zudem auf eine Besonderheit der 12-Volt-Rails hinweist. Der ST9S420 von Sitronix wirkt nur auf den ersten Blick geheimnisvoll, denn man findet noch nicht mal ein (offizielles) Datenblatt. Hierbei handelt es sich jedoch um einen exakten Clone des S3515 von Unisonic und somit um verbreitete Hardware. Dieser Monitoring-Chip beinhaltet die gewünschten Schutzfunktionen OVP und UVP. Dazu kommt eine 4-Kanal OCP (Überlastschutz) für die 3,3- und 5-Volt-Schienen, sowie für zwei getrennte 12-Volt-Schienen.

Bild 4 - Der Supervisor-Chip. Alles an Bord.Bild 4 - Der Supervisor-Chip. Alles an Bord.

Nach dem Überprüfen der Verlötung und dem Vorhandensein von Shunts (extrem niederohmige Widerstände, über deren Spannungsabfall die Stromstärke ermittelt wird) bestätigen wir zwei unterschiedliche 12-Volt-Ausgänge, die zudem getrennt abgesichert sind, jedoch einen einzigen gemeinsamen Ursprung haben. Es ist also rein technisch gesehen ein normales Single-Rail-System, jedoch mit 2 separat abgesicherten 12-Volt-Teilschienen. Dies wiederum unterscheidet das LC7300 wohltuend von den meisten Mitbewerbern dieser Preisklasse.

Bild 5 - Unbekannte Nicon-Caps. Gut oder böse? Wir wissen es (noch) nicht.Bild 5 - Unbekannte Nicon-Caps. Gut oder böse? Wir wissen es (noch) nicht.

Die verbauten Kondensatoren auf der Sekundärseite sind 105° Modelle der Firma Nicon (nicht Nikon!). Leider haben wir zur Qualität dieses Herstellers noch keine Informationen, so dass es sich entweder um einen sehr neuen Produzenten handeln muss, oder um von einem Hersteller umgelabelte Ware. Wir bleiben auf alle Fälle dran, weil uns dieser Umstand dann doch neugierig macht. Rein optisch machten die Caps keinen schlechten Eindruck, aber das kann alles und nichts heißen.

Lüfter

Der verbaute Lüfter von Yate Loon findet sich in Unmengen anderer Netzteile ebenfalls wieder. Mit bis zu 1650 U/min bei immerhin stolzen 33 dBA schafft der 3,6 Watt Lüfter angemessene 71 cfm. Allerdings regelte das Netzteil den weißen Lüfter wesentlich weiter herunter, so dass die Geräuschentwicklung in vertretbarem Rahmen bleibt (deutlich unter 30 dBA). Einen Nachteil des Gleitlagerlüfters muss man jedoch auch nennen: hält man das Ohr nahe genug an die Lüfteröffnung, hört man auch bei niedrigen Drehzahlen noch das typische Schleifgeräusch. Im eingebauten Zustand ist dies jedoch wesentlich weniger nervig, als das schleifende Grundgeräusch des Huntkey Jumper 300 Watt.

Bild 6 - Luftikus und Sausebraus. Akzeptabel, aber kein SpitzenmodellBild 6 - Luftikus und Sausebraus. Akzeptabel, aber kein Spitzenmodell

Begabte Bastler, die gern Lüfter modden, seien jedoch gewarnt. Der Anschluss an die Leiterplatte ist permanent, da angelötet. Ein Stecker fehlt aus Budgetgründen. Nachvollziehbar, aber ärgerlich ist die Menge unnötigen Klebstoffes über den Lötpunkten, falls sich doch mal wer herantraut.

Zwischenfazit:

Zwei unabhängig geschützte 12-Volt-Schienen, alle notwendigen Schutzschaltungen wie OVP, UVP, OCP, OPP und SCP sind vorhanden. OTP ist sekundärseitig realisiert, und obwohl das Layout an sich die Sparzwänge sehr deutlich erkennen lässt, ist die eingesetzte Technik solide und dem Preis von 40-45 Euro durchaus mehr als angemessen.  Man findet keine bahnbrechende Spitzentechnologie, dafür aber vertraute Technik und bewährte Bauteile. Das einzige Fragezeichen müssen wir hier jedoch wiederum bei den Kondensatoren setzen. Nicon ist uns (noch) unbekannt, wir haben aber bereits nachfragen lassen, wo diese Teile bezogen wurden. Insgesamt kann man dem aufgeräumten Innenleben durchaus eine gute Grundsolidität bestätigen. Abzüge gibts also nur in der B-Note.

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Alle 33 Kommentare anzeigen.
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  • Derfnam , 11. November 2011 08:13
    Moinsen.
    Sitzt du schon am Tutorial 'Wir suchen uns ein neues Feindbild' :D  ?

    Mal ne Frage zum Verständnis (und sofern das bekannt ist): welche Fertiger sind denn zur Zeit für Elsie Paua aktiv?
  • FormatC , 11. November 2011 08:15
    Steht doch im Artikel :D 

    Die großen kommen aktuell von Andyson, die kleineren von Great Wall.
  • Derfnam , 11. November 2011 08:22
    Also ist Channel Well Geschichte. Die tauchen ja noch im Produzentenvergleich auf, hätte ja sein können, daß die weiterhin 3gleisig operieren.
  • FormatC , 11. November 2011 08:24
    Im Produzentenvergleich stehen doch unter den Herstellern die Modelle. Die älteren sind alle EOL. Ich kann die Liste aber nicht ständig aktualisieren, einmal im Jahr muss reichen, das ist eine Schweinearbeit.
  • Derfnam , 11. November 2011 08:35
    Ich weiß, hatten wir schonmal thematisiert. Verlangt auch keiner, nur ist diese Liste halt erste Anlaufstelle, wenn mal wieder wer mit irgend einem ominösen Stromversorgungsversuch auftaucht, der in seiner Kiste werkelt usw, kennst das ja. Und ich hatte halt eben, als ich nur noch die beiden Fertiger las, nochmal kurz nachgeschaut und deshalb nachgefragt. Wieder was gelernt, ist doch schön :) 
  • dfx , 11. November 2011 09:55
    Ich kann jetzt ein Urteil nicht aus dem Artikel herauslesen. Es werden zwar Rasurbo und Cougar zum Vergleich herangezogen, aber es wird nicht deutlich gesagt, dass sich die 10 EUR mehr im Vergleich zum Cougar A 300W lohnen. Ist die Ausstattung beim Cougar nicht besser?
  • ladykiller , 11. November 2011 10:08
    Schöner test deckt sich mit meinen Erkenntnissen, wobei mir noch eins aufgefallen ist, Die Lüfter scheinen nicht so gut zu sein, wie du denkst, nach 4wochen Betrieb macht der erste schon lautere Schleifgeräusche. Sonst stimme ich in allen Punkten zu.
  • FormatC , 11. November 2011 10:18
    @ladykiller:
    Ich hatte es nur 2 Wochen in Betrieb, wobei Yate Loon eigentlich relativ haltbares Zeug herstellt.

    @dfx:
    Ausstattung vs. Effizienz. Wen interessieren noch 80+ oder 80+ Bronze, wenn er für einen Straßenpreis von 40€ auch 80+ Silber haben kann? Den älteren Teilen muss man immer ordentlich Grabbeigaben mit beilegen, damit die Würmer überhaupt noch rangehen ;) 

    Warum soll ich jetzt das teil zu denem einzelnen Netzteil beurteilen? Ginge nur, wenn ich das jeweilige Modell genauso gründlich untersucht hätte. Habe ich aber nicht, also ehrlicherweise auch kein Urteil. Das Rasurbo habe ich hier, das Huntkey auch.
  • ladykiller , 11. November 2011 10:23
    Naja habe damit ein paar Kunden ausgestattet und war jetzt vor zwei tagen bei einem der das ding 10stunden am tag nutzt ich hörte schon das schleifen und das bei Büroarbeit, mag auch ein Produktionsfehler oder streuung sein.
    Sonst sind die Teile echt gut für´s Geld.
    P.s. bei deinem strassenpreis liegst du allerdings falsch, für 32€ sind die bei uns zu haben, mit Marge^^
  • FormatC , 11. November 2011 10:39
    Wie machst Du das? Oo
  • ladykiller , 11. November 2011 11:19
    Hm mit wenig marge rechnen bei Netzteilen wie mit druckern auch^^
    Du weisst doch bei anderen Dingen kann man dann verdienen.
  • peru3232 , 11. November 2011 13:51
    schöner Test muß ich sagen, klingt nach einer wahrlich guten Alternative! Eine Frage noch zu dem Straßenpreis, weil ich finde nichts unter 40,- : wo könnte man da suchen?
  • FormatC , 11. November 2011 14:16
    Frag doch mal bei deinem Vorredner, der dealt damit :) 
    Ansonsten Geizhals - da sind sie auch schon runter auf ca. 40 Euro.
  • ladykiller , 11. November 2011 15:58
    naja dealen^^
    ich verbau sie gerne und deswegen auch so günstig, weisst doch bei grafikkarte board und cpu gibt wieder mehr zu verdienen, nicht zu vergessen die tollen festplatten, machen ssd echt interessant.
  • Anonymous , 11. November 2011 16:22
    Ich brauche demnächst eins mal sehen wie lange es hält!
  • medizinfee , 11. November 2011 17:38
    Das Huntkey Jumper 300 G ist ein perfektes kleines Servernetzteil.
    Ich habe damit schon ein paar kleine Fileserver ín Office ausgestattet.
    Bisher ist alles okay, die Zeit wird zeigen, was die Teile auf lange Sicht wert sind.

    Diesen Test von Format finde ich interessant geschrieben, vor allem der Hinweis auf die zweite Charge läßt dann später noch auf viele Verbesserungen hoffen. Fazit: Für 32 Ocken ein Netzteil, das nicht gleich ballert, das ist schon eine Hausnummer, dafür gibt's billige Kondensatoren und noch billigere Lüfter sowie hohe Anlaufströme zu akzeptieren. Mag der Kunde sich entscheiden, ob er's will - oder halt nicht. Für meinen Teil würde mich freuen, wenn Charge II hier noch einen Nachtest bekommt. Es ist schon ganz gut, Produkte hier auch nachzuverfolgen! Dass hilft, die Qualität für den Kunden zu erhalten.
  • DerTigerimTank , 11. November 2011 18:31
    Interessanter Test. Habe gerade einen Auftrag, wo das Netzteil prima zu passen würde.
  • Oberst , 11. November 2011 23:38
    medizinfeeund noch billigere Lüfter


    So billig sind die YL eigentlich nicht, da gibt's schon viel schlimmeres...Aber bei einigen Lüftern scheint YL etwas wenig Fett in's Lager gepresst zu haben. Bei meinem FSP350-60APN konnte man auch nach wenigen Wochen Dauerbetrieb den Lüfter schleifen hören. Da das FSP nicht versiegelt war, hab ich dem Lüfter einen Tropfen Öl gegönnt, seit dem ist Ruhe (das war vor über einem Jahr, also scheint das wohl hauptsächlich an der Schmierung zu liegen).

    Insgesamt scheint sich LC in letzter Zeit sehr anzustrengen, den Böller-Ruf weg zu bekommen. Mit dem Netzteil ist ihnen das scheinbar recht gut gelungen, wobei Great Wall als Partner wohl auch ziemlich Gas gibt. Daher schon mal Gratulation und weiter so an LC und GW, da ist man auf dem richtigen Weg.

    Als Konkurrent sehe ich aber nicht unbedingt das Huntkey, sondern eher das 400W Aurum, das liegt preislich näher am LC und ist technisch auch besser vergleichbar (das Huntkey ist ja ein DC-DC Wandler Netzteil). Wobei das FSP da meiner Meinung nach noch einen ticken besser in Preis/Leistung ist, weil es für 20% mehr Preis über 30% mehr Leistung gibt. Das Aurum hat übrigens eine GFK Platine, was ein schöner Bonus ist.

    medizinfeeDas Huntkey Jumper 300 G ist ein perfektes kleines Servernetzteil.
    Ich habe damit schon ein paar kleine Fileserver ín Office ausgestattet.
    Bisher ist alles okay, die Zeit wird zeigen, was die Teile auf lange Sicht wert sind

    Da hätte ich eher das Aurum genommen. FSP hat den Ruf, teilweise unkaputtbare Netzteile zu bauen (hatte 8 Jahre lang ein 250-60GTA im Einsatz, die letzten Jahre davon 24/7 bei meist über 50% Last; das läuft immer noch, ist jetzt nur nicht mehr eingebaut wegen fehlender Stecker, relativ schwacher 12V Schiene und 80mm Lüfter).
    Das Aurum könnte da wieder so ein Kandidat sein, weil es sehr großzügig dimensioniert ist, die ElKos groß ausgelegt sind und der Lüfter relativ schnell dreht (zumindest im Vergleicht zur Konkurrenz). Beim Jumper und den anderen supersilent Netzteilen habe ich da immer meine Zweifel, ob man da nicht merkliche Abstriche bei der Haltbarkeit der ElKos machen muss.
    Da bei einem Server die Lautstärke meist nicht so wichtig ist, hätte ich daher eher das Aurum genommen und dafür evtl. länger zuverlässige ElKos bekommen (vom Preis ganz zu schweigen).
    M.f.G.
  • drno , 12. November 2011 05:23
    Genau das passende Thema für das Forum bei THG.
    Was will der User denn mit seinem Netzteil?
    Insiderinfos sind gut und schön, jedoch hebt sich an dieser Stelle der gutinformierte Normalo schon mal erheblich vom ziemlich tumpen Garnichtswisser ab, und so ist das Huntkey mit 3 Jahren Garantie und einem sparsamen Goldstandard im 24/7 Betrieb schon mal weitaus besser als ein PFC Böllermeister.
    So bleibt es der freiem Entscheidung überlassen, ob beim nächsten Gerät dann ein AUrum kommt.
  • FormatC , 12. November 2011 07:30
    @Oberst:
    Die gesamte Aurum-Reihe von FSP wird in meinen Augen eigentlich (völlig zu Unrecht) unterschätzt. Ich habe hier privat auch einen etwas größeren Vertreter davon im Einsatz und bin mehr als zufrieden damit. Inderessanterweise stimmt nämlich auch der Preis und man erhält vor allem konstante Qualität und einen verlässlichen Dauer- und Langläufer von Netzteil. FSP ist eigentlich eine feste Größe.

    Aber:
    Im Artikel ging es um ein 300 Watt Netzteil, da wirkt ein 400 Watt Netzteil dann doch leicht deplatziert. Ich persönlich finde es sogar schade, dass es keine 150- und 250 Watt ATX-Netzteile mit wirklich guter Effizienz für den kleineren Geldbeutel gibt. Ich erinnere da auch gern mal an unseren Silent-PC - ich hätte dort fast eine Pico-PSU eingebaut, weil der Rest komplett oversized aussah. Aber diese Frickelei müsste nicht sein, gäbs da was Gescheites. Für mich gehört der 80+ Standard nach unten ausgeweitet.

    @drno:
    Ich empfehle eigenlich im privaten Umfeld ganz gern mal ein Aurum, obwohl die meisten die Teile nicht kennen. Es ist wie mit Superflower, wo jeder erst mal die Schultern zuckt oder abwinkt, aber sich dann doch überzeugen lässt. Aktuell haben die echt ein paar wirklich smarte Sachen und das 500 Watt fanless mit 80+ Platinum ist für 120 Euro ein Sahnestück. Das Ding geht locker bis 600 Watt mit und speist dabei einen PC mit 2600K und GTX580 ohne jegliche Lüftergeräusche :) 
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