Toshiba-Jubiläum mit drei speziellen Modellen

18:40 - Dienstag, 22. Juni 2010 von Benjamin Kraft - quelle: Tom's Hardware DE

Seit 25 Jahren ist Toshiba nun im Mobilgeschäft tätig, in der IT-Branche eine halbe Ewigkeit. Zum Jubiläum stellte die Firma drei neue Modelle vor, die jeweils auf ihre eigene Art Innovatives bieten: Portége R700, Libretto W100 und AC100.

High-Tech vor 25 Jahren: Toshiba T1100Als Toshiba vor 25 Jahren seinen ersten tragbaren Computer herausbringen wollte, war selbst die Firmenleitung skeptisch. Man sah für ein solch exotisches Produkt keinen wirklichen Markt. Bedenkt man, dass so ein Mobilcomputer locker mehr als 15.000 D-Mark kosten sollte, ist die Skepsis auch verständlich. Schnitt: 25 Jahre später sind Notebooks omnipräsent und auch für jedermann erschwinglich. Nach einem entsprechenden Rückblick zeigte Toshiba gestern auf einer Jubiläumsveranstaltung der Presse dann auch drei neue Notebook-Modelle, die dem Firmenslogan "Leading Innovation" gerecht werden sollen.

Libretto W100 - Kleinst-Notebook mit zwei TouchscreensDen Anfang machte ein kleiner Mobilrechner, der über zwei 7-Zoll-Displays verfügt, die jeweils 1024 x 600 Bildpunkte zeigen. Sie sind berührungsempfindlich, und so lässt sich das Libretto W100 komplett mit den Fingern bedienen. Als Betriebssystem kam Windows 7 Home Premium zum Einsatz, dessen Touch-Interface aber noch durch andere eingeblendete Eingabemöglichkeiten wie eine größere virtuelle Tastatur ergänzt wird, die dann einen der beiden Bildschirme einnimmt. Das W100 lässt sich klassisch aufgeklappt benutzen, oder man stellt es wie ein Büchlein (Libretto, eben), aufrecht hin.

Treffen der Generationen: Libretto W100 und T1100 In so ein kleines Gehäuse passt natürlich nur ein Stromsparprozessor. Allerdings handelt es sich nicht um einen Atom, sondern eine CULV-Pentium U5400 mit 1,2 GHz. N-WLAN, Bluetooth, UMTS-Modul, USB-Port und ein Micro-SD-Kartenleser hat Toshiba trotz der geringen Maße untergebracht. 2 GB DDR3-RAM und eine 64-GB-SSD sorgten im ersten Hands-On-Test für eine flotte Bedienung. Leider geriet die Steuerung mit dem Finger etwas frickelig, und der kleine Lüfter hatte selbst mit geringeren Abwärme der CULV-CPU noch arg zu kämpfen und lief ständig auf Hochtouren. Das gesamte Gerät misst 202 x 123 x 30,7 mm und wiegt nur 819 Gramm. Mit einer Akkuladung soll der faltbare Winzling bis zu drei Stunden durchhalten. Die Preise liegen je nach Variante bei 1.099 und 1.249 Euro, allerdings wird es das Libretto W100 nur in einer limitierten Auflage geben.

Toshibas Portégé R700 - Schlank und kräftigEher klassisch kam das neue Portégé R700 daher. Der Name steht bei Toshiba für besonders schlanke Notebooks. Auf Leistung will Toshiba aber bei dieser Reihe nicht verzichten und machte klar, dass hier nicht nur die aktuellen Core-i-Mobilprozessoren von Intel zum Einsatz kommen - es werden trotz dünnem 13,3"-Gehäuse die Normalversionen sein, nicht die langsameren ULV-Stromsparer. Dabei soll die Spanne vom kleinen i3 bis hin zum i7 reichen. Je nach Modell stecken bis zu 8 GB DDR3-RAM sowie eine 320-GB-HDD oder eine 128-GB-SSD im R700. Das Display zeigt 1366 x 768 Pixel. Auch hier sind Bluetooth, n-WLAN und UMTS mit an Bord. Außerdem natürlich USB 2.0, eSATA, Gigabit LAN, Docking-Port und ein DVD-Brenner im Slimline-Format.

Bei Maßen von 316 x 227 x 20,4 -26,4 mm wird es 1,4 kg wiegen. Für Stabilität soll ein Chassis sorgen, das innen ein eingeprägtes Honigwabenmuster nutzt. Zumindest beim gezeigten Vorserienmodell überzeugte aber die Tastatur noch nicht, denn sie bog sich durch und ließ einen  klaren Druckpunkt vermissen. Eigentlich sollte die Preisspanne bei 899 Euro anfangen, erläuterte der Produktmanager. Leider ließ sich dieses Ziel aufgrund der Veränderungen bei den Wechselkursen nicht mehr realisieren. So beginnen die Preise nun bei 1.349 Euro und reichen bis 2.299 Euro. Bei keinem Modell ist derzeit eine dedizierte Grafikkarte vorgesehen, die wohl den Preisrahmen gesprengt als auch das Kühlsystem überfordert hätte.

Netbook light: Android-OS und Tegra-CPUEine ziemlich mutige Idee ist das letzte neue Produkt, das Toshiba einen "Cloud Companion" nennt. Das AC100 erinnert stark an eines der frühen konventionellen Netbooks: Es ist klein, leicht, besitzt ein 10,7-Zoll (1024 x 600) Display, Netzwerkanbindung und mit 8 GB Flash in Form einer embedded MMC nicht gerade üppigen lokalen Speicherplatz. Auch der Arbeitsspeicher ist mit 512 MB DDR3-RAM eher klein, und Nvidias Tegra T20 (ARM-Architektur, 1 GHz) verfügt nur über beschränkte Leistungsreserven. UMTS und WLAN sind an Bord, ebenso wie Webcam und der obligatorische USB-Anschluss. Viel mehr als ein Sprungbrett ins Internet soll der AC100 aber auch nicht sein. Da passen die Maße von 262,1 x 189,8 x 14 - 21 mm bei einem Gewicht von gerade einmal 870 Gramm gut.

Flach und Netzwerkfähig: Toshiba AC100 Auf ihm läuft Googles Android, noch in Version 2.1 mit automatischem Update auf Android 2.2 (Froyo), und damit ist die Richtung klar: Alle Daten in die Wolke. Lokaler Speicher ist out und nicht mehr nötig. So wird sogar das Netbook-Konzept noch abgespeckt. Es bleibt noch ein Betriebssytem/Browser und die Hardware, die das ermöglicht. Vorstellbar wäre hier stattdessen auch das kommende Chrome OS von Google, das aber noch nicht fertig ist. Über die Android/Chrome-Zukunft wollte man sich noch nicht so recht äußern. So oder so: Das Betriebssystem ist praktisch sofort verfügbar und wacht aus dem Standby-Modus in etwa einer Sekunde auf. Apropos Standby-Modus: In dem soll der AC100 bis zu sieben Tage durchhalten. Bei normaler Surf-Nutzung soll das Gerät immer noch bis zu acht Stunden laufen. Die beiden geplanten Varianten (ohne und mit UMTS) sollen 349 bzw. 449 Euro kosten und ab August verfügbar sein.

Zwei Fragen stellen sich aber: Werden sich die Nutzer wirklich darauf einlassen, alle ihre Daten in die Cloud zu verschieben (auch wenn das mit Diensten wie Microsofts Web Office Apps, Googles GoogleDocs usw. einfacher wird)? Und: warum Tegra und nicht nicht ein neuerer Tegra2 oder ein anderes ARM-Design? Wirklich beliebt war der Tegra bislang nun wirklich nicht. Warum also hier? Eine richtige Antwort konnten wir leider nicht bekommen.

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