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Nvidia nimmt Stellung zu Linus Torvalds Kritik

Von - Quelle: Tom's Hardware DE | B 10 kommentare

Nachdem Linux-Erfinder Linus Torvalds Anfang der Woche heftige Kritik an Nvidia äußerte, reagierte der Grafikkartenhersteller jetzt mit einem Statement.

Anfang der Woche hatten wir schon über die an Nvidia gerichtete Kritik von Linus Torvalds berichtet. Für Aufsehen hatte der Linux-Erfinder nicht nur wegen seiner forschen Worte, sondern auch der dazugehörigen Geste gesorgt. Nvidia hat es sich nicht nehmen lassen und nun  - sehr sachlich - mit einem Statement reagiert.  

Das Unternehmen stellt gleich zu Anfang klar, dass es eine Linux-Unterstützung für wichtig erachtet und begründet den mangelnden Linux-Support für seine Hybridgrafiktechnik Optimus damit, dass diese ab Beginn nur von dem Betriebssystem Windows 7 unterstützt wurde. Im Übrigen habe Nvidia erst kürzlich die Installations- und Readme-Dateien des R295-Treibers dahingehend geändert, dass ein verbessertes Zusammenspiel mit dem durch die Open-Source-Community entwickelten Linux-treiber namens Bumblebee gewährleistet sei. 

Die Unternehmensführung verstehe zwar, dass manche Anwender sowohl die Bereitstellung detaillierterer Dokumentationen zu allen gefertigten GPUs, als auch eine aktivere Beteiligung hinsichtlich der Entwicklung des Linux-Kernel begrüßen würden. Allerdings verfolge man die Strategie Linux durch unternehmenseigenen Code zu unterstützen, anstatt die typische Linux-Struktur einzusetzen. Somit sei für die Kunden gewährleistet, dass sie unabhängig von Betriebssystem und Plattform eine möglichst einheitliche GPU-Erfahrung nutzen könnten.  

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  • Headyman , 21. Juni 2012 23:03
    "Im Übrigen habe Nvidia erst kürzlich die Installations- und Readme-Dateien"

    Wow, was für großartige Taten... Readme-Dateien anpassen, das muss unbedingt erwähnt werden, haben ja sonst leider nicht all zu viel getan, aber immerhin, Readme-Dateien...

    Die Frage ist, was schlimmer ist, die Geste oder das Statement, ich tendiere zu letzterem...
  • borizb , 21. Juni 2012 23:19
    Ich schätze mal, dass Nvidia deutlich weniger als 5% seines Umsatzes mit Linux-Kunden macht. Und dementsprechend viel Engagement und Ressourcen werden die da auch reinstecken. Ich frage mich, warum es so viele Leute gibt, die sich nach Jahren immer noch darüber wundern.
  • Naum , 22. Juni 2012 02:20
    Der Optimus-Teil ist in der Tat... interessant. Lasst mich reformulieren: "Wir haben eine grandios vermarktete Schlüsseltechnologie nur für Windows herausgebracht, weil ein Linux-Port zu aufwändig gewesen wäre. Daraufhin haben sich vier Leute zusammengesetzt, um kostenlos die Arbeit unserer hochbezahlten Programmierer zu machen. Wir unterstützen sie großzügig mit Änderungen an Installern und Readmes." Der Rest der Mitteilung hört sich ja mehr oder weniger sinnvoll an, aber diesen Teil hätte man besser gestrichen.

    Übrigens begründet das Statement mitnichten die fehlende Linux-Version damit, dass Optimus nur für Windows erschienen sei; das wäre ein Zirkelschluss. Die Übersetzung ist hier ein wenig irreführend.
  • Kommentieren Alle 10 Kommentare anzeigen.
  • Krampflacher , 22. Juni 2012 09:18
    @Naum: Danke, habe mich schon gewundert bezüglich des Zirkelschlusses.

    Man muss aber zur Verteidigung des Autors sagen, dass wenigstens ein (hoffentlich nicht schon bald fehlender) Link auf den Originaltext angeführt ist.

    Es empfielt sich sehr, letzteren zu lesen. Der Punkt geht hier eindeutig an Nvidia.
  • ABM@guest , 22. Juni 2012 17:41
    @Naum
    Es ist so wie so konstenlos. Ob für die vier oder für die andere hochbezahlten Programmierer. So viel, wie viel das Linuxuser mehrbezahlen (wo 100 Winuser * 1€ legen, müss 1 Linuser 100€. Der hätte er sich mit dem Schlauen Gesichtsausdrück an die Kopf gekloppt.) bereit wären, wäre es so wie so in der nähe von kostenfrei. Oder sollte Linux-Port auf Windowsuser umgelegt werden?
  • phil81i , 22. Juni 2012 17:53
    Ist doch klar: Es lohnt sich wirtschaftlich für Nividia nicht mehr in die Linux Portierung zu investieren, da Linux nicht genug Nutzer hat die teure Nvidia Karten kaufen. Wie man sich darüber aufregen kann ist mir unverständlich.
  • Naum , 22. Juni 2012 23:00
    In der Tat, das ist selbstverständlich und für ein gewinnorientiertes Unternehmen prinzipiell legitim. Ich würde mir nur wünschen, dass diese Tatsache wenn schon nicht ausgesprochen so doch zumindest auch nicht mit fadenscheinigen Vorwänden relativiert wird. Dass auch das nicht passieren wird, solange die Käufer es nicht einfordern, ist ebenfalls selbstverständlich.
  • KSmooth , 23. Juni 2012 23:22
    Ich selbst bin getroffen von der ganzen NVidia Optimus Geschichte (als eingefleischter Linuxuser) und ich selbst bin doch schon seit Fedora Core 2 unterwegs MS-frei unterwegs.
    Der einzige Grund weshalb ich die überteuerten NVidia Produkte kaufe ist einfach nur noch die Linuxunterstützung weil von AMD/ATI kann man mMn unter Linux nicht viel erwarten.

    Ich selbst unterstütze die Reaktion von Linux Torvalds, auch wenn sie Geschäftlich gesehen etwas überzogen war jedoch musste es einfach mal ausgesprochen werden. Wenn die fehlende Linuxunterstützung seitens der Anwendungs- und Hardwareentwickler nicht wäre dann wären die Linuxmarktanteile schon wesentlich höher als heute.
  • phil81i , 23. Juni 2012 23:24
    Zitat :
    Wenn die fehlende Linuxunterstützung seitens der Anwendungs- und Hardwareentwickler nicht wäre dann wären die Linuxmarktanteile schon wesentlich höher als heute.


    Kann man auch genau anders herum betrachten: Wenn die Leute wirklich Interesse an Linux hätten, wäre auch die Linux-Unterstützung auf dem Andwendungs- und Hardwaresektor stärker gegeben.
  • KSmooth , 24. Juni 2012 01:10
    phil81iKann man auch genau anders herum betrachten: Wenn die Leute wirklich Interesse an Linux hätten, wäre auch die Linux-Unterstützung auf dem Anwendungs- und Hardwaresektor stärker gegeben.


    Das Argument finde ich wirklich sehr gut. Aber wenn man die Download-zahlen betrachtet und vor allem im Jugendbereich sich ein wenig umhört dann bemerkt man sehr schnell das sehr viele sich bereits mit dem Thema "Linux und OpenSource" beschäftigt haben aber die meisten einfach an der fehlenden Hardwareunterstützung scheitern.

    Fehlende Anwendungsunterstützung ist im nachhinein betrachtet schon sehr starkes "Gehirnfasching" meinerseits, weil es mittlerweile echt alles für Linux gibt über eine bequeme Softwareverwaltung.

    Ich zähl mich selber zu den "religiösen" Linuxanwendern deswegen bin ich kein Maßstab mit dem "Otto-normal-Verbraucher" aber versuche immer wieder Leute bei denen ich Potential sehe einen Umstieg auf Linux vorzuschlagen.
    Auf kurz oder lang waren wir auch immer erfolgreich, aber es zeichnen sich immer wieder die selben Probleme ab und das ist eben die leider oft fehlende HW- Unterstützung. (jeder kennts... für irgend ein teil braucht man immer einen "Workarround" weils nicht funktionieren will - hat sich mittlerweile auch stark geändert aber besteht leider vereinzelt immer noch).

    Vor allem das sog. Humble-Bundle (ich hoffe ich schreibe es richtig) hat gezeigt wieviel Potential in der Linux Community steckt und wieviel diese Bereit ist zu Bezahlen.
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