Nvidia nimmt Stellung zu Linus Torvalds Kritik

Anfang der Woche hatten wir schon über die an Nvidia gerichtete Kritik von Linus Torvalds berichtet. Für Aufsehen hatte der Linux-Erfinder nicht nur wegen seiner forschen Worte, sondern auch der dazugehörigen Geste gesorgt. Nvidia hat es sich nicht nehmen lassen und nun  - sehr sachlich - mit einem Statement reagiert.  

Das Unternehmen stellt gleich zu Anfang klar, dass es eine Linux-Unterstützung für wichtig erachtet und begründet den mangelnden Linux-Support für seine Hybridgrafiktechnik Optimus damit, dass diese ab Beginn nur von dem Betriebssystem Windows 7 unterstützt wurde. Im Übrigen habe Nvidia erst kürzlich die Installations- und Readme-Dateien des R295-Treibers dahingehend geändert, dass ein verbessertes Zusammenspiel mit dem durch die Open-Source-Community entwickelten Linux-treiber namens Bumblebee gewährleistet sei. 

Die Unternehmensführung verstehe zwar, dass manche Anwender sowohl die Bereitstellung detaillierterer Dokumentationen zu allen gefertigten GPUs, als auch eine aktivere Beteiligung hinsichtlich der Entwicklung des Linux-Kernel begrüßen würden. Allerdings verfolge man die Strategie Linux durch unternehmenseigenen Code zu unterstützen, anstatt die typische Linux-Struktur einzusetzen. Somit sei für die Kunden gewährleistet, dass sie unabhängig von Betriebssystem und Plattform eine möglichst einheitliche GPU-Erfahrung nutzen könnten.  

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10 Kommentare
    Dein Kommentar
  • "Im Übrigen habe Nvidia erst kürzlich die Installations- und Readme-Dateien"

    Wow, was für großartige Taten... Readme-Dateien anpassen, das muss unbedingt erwähnt werden, haben ja sonst leider nicht all zu viel getan, aber immerhin, Readme-Dateien...

    Die Frage ist, was schlimmer ist, die Geste oder das Statement, ich tendiere zu letzterem...
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  • Ich schätze mal, dass Nvidia deutlich weniger als 5% seines Umsatzes mit Linux-Kunden macht. Und dementsprechend viel Engagement und Ressourcen werden die da auch reinstecken. Ich frage mich, warum es so viele Leute gibt, die sich nach Jahren immer noch darüber wundern.
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  • Der Optimus-Teil ist in der Tat... interessant. Lasst mich reformulieren: "Wir haben eine grandios vermarktete Schlüsseltechnologie nur für Windows herausgebracht, weil ein Linux-Port zu aufwändig gewesen wäre. Daraufhin haben sich vier Leute zusammengesetzt, um kostenlos die Arbeit unserer hochbezahlten Programmierer zu machen. Wir unterstützen sie großzügig mit Änderungen an Installern und Readmes." Der Rest der Mitteilung hört sich ja mehr oder weniger sinnvoll an, aber diesen Teil hätte man besser gestrichen.

    Übrigens begründet das Statement mitnichten die fehlende Linux-Version damit, dass Optimus nur für Windows erschienen sei; das wäre ein Zirkelschluss. Die Übersetzung ist hier ein wenig irreführend.
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