Wenn sich Linus Torvalds, Erfinder von des freien Betriebssystems Linux, zu Hard- und Softwarefragen äußert, hört die Welt hin. Wenn er dann noch deutlich gegen einen der beiden großen GPU-Hersteller schimpft, gilt das umso mehr!
Bei Spielern aber auch anderen Anwendern ist GPU-Hersteller Nvidia beliebt, denn neben leistungsfähigen Chips stellt man auch stabile und optimierte Treiber bereit - zumindest unter Windows. Unter Linux stehen die Dinge allerdings offenbar nicht so rosig. Linux-Erfinder Linus Torvalds macht in einem YouTube-Video keinen Hehl darum, was er davon hält.
Bei einer Frage-Antwort-Runde im Anschluss an ein Interview vor Publikum am Aalto Center for Entrepreneurship (ACE) in Otaniemi, Finnland, meldet sich eine junge Frau zu Wort und beschreibt ihr Problem. Vor drei Jahren habe sie sich ein Notebook mit Nvidias Optimus Technologie zum Umschalten zwischen integrierter und dedizierter GPU gekauft. Leider konnte sie diese Funktion mangels passender Linux-Treiber bis vor einem Jahr überhaupt nicht nutzen, und selbst die jetzige Lösung sei nicht offiziell sondern stamme nicht etwa von Nvidia sondern von der Entweicklerseite GitHub. Ihre Frage: Wie sehe Torvalds solche Probleme.
Zunächst einmal erklärt er, dass Situationen wie ihre löblicherweise die Ausnahme seien. Allerdings sei Nvidia ohne Frage das schwarze Schaf, und bei keinem anderen großen Hardwarehersteller habe man derartige Probleme. Das sei besonders unverständlich, da Nvidia ja viele seiner Chips in Android-Geräten verkaufen möchte. Dann dreht sich Torvalds direkt zur Kamera und sagt, unter allgemeinem Gelächter: "Also Nvidia, f*** you!"
Torvalds Tirade gegen Nvidia im Wortlaut (hier im Video):
I know exactly what you’re talking about and I’m very happy to say that it’s the exception rather than the rule. And I’m also very happy to very publicly point out that Nvidia has been one of the worst troublespots we have had with hardware manufacturers. And that is really sad because Nvidia tries to sell chips – a LOT of chips – into the Android market. And Nvidia has been the single worst company we have ever dealt with. So, Nvidia, fuck you!
Das vollständige Interview mit anschließender Fragerunde ist bei YouTube zu sehen.

Unter Linux hatte man das Gefühl, dass Nvidias Profi- wie Mainstream-Karten eine bessere Unterstützung genießen würden.
Dem ist also nicht (immer) so.
Vor einigen Jahren war dass schon noch so - zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht. Die ATIs waren immer schwieriger einzubinden bzw. unbeschleunigt.
Und Optimus ist nicht ideal, aber AMD Switching Graphics ist schlechter und keineswegs so komfortabel
Und Optimus ist nicht ideal, aber AMD Switching Graphics ist schlechter und keineswegs so komfortabel
P.S.: Wann denkt ihr daran, mal wenigstens nur die zweitschlechteste Foren-SW der Welt zu benutzen?
Dabei geht es also nicht nur um Gleichberechtigung, was der nächste Punkt ist, der selbstverständlich sein muss, wenn ihr mich fragt!
Wenn nun jemand sagen will, Linus disqualifiziere sich damit selbst, und sich NVidia dadurch nicht bereit erklären müsste, dahingehend endlich entgegenkommender zu werden oder wenigstens Bereitschaft zur Zusammenarbeit zu zeigen, der hat den Affront garnicht verstanden, dem sich die Linux-Gemeinde seit Angebinn ausgesetzt sehen darf.
Aber ich denke, er hat sich einfach unklar ausgedrückt, und prinzipiell hat er ja recht. Da steht aber NVidia nicht alleine da, was die absichtliche Linux-Verweigerung angeht.
Also ist meine alte 7600er GT bis heute das höchste der Gefühle für mich.
Bei AMD ist es recht ähnlich. Ich hatte mein Notebook kein halbes Jahr, da informiert AMD, dass der X1250-Chip bei der nächsten Distribution nicht vom Catalyst unterstützt wird. Also bin ich auf den quelloffenen Radeon-Treiber gegangen und habe lieber Dinge wie den neueren WIFI-Treiber oder funktionierendes PowerNow genutzt.
Das reichte noch immer für Foobilard, aber nicht z.B. für Ankh (Spielabbruch wegen fehlender 3D-Funktionen). Seit Kubuntu 12.04 mit dem Gallium-Treiber ist die Beschleunigung irgendwie weg.
Vielleicht kriege ich das noch hin.
Mittlerweile bin ich aber so weit, dass ich nur noch offene Treiber einsetze und demnach jede höherwertige Hardware verschmähe, die mir nicht alle 18 - 36 Monate für eine LTS-Distribution ein ordentliches Out-Of-The-Box-Erlebnis bietet. Dass Hersteller nicht alle 6 Monate eine neue Distribution unterstützen wollen, leuchtet ein, aber AMD und nVIDIA sollten beide deutlich bessere proprietäre Treiber anbieten können, so lange freie Treiber noch nicht so weit sind. Andererseits können die freien mit der schwachen Manpower gar nicht recht aufholen.
Damit wird das auch ein wirtschaftlicher Faktor für Grafikchip-Hersteller und Spiele-Distributoren.
Ich falle als Konsument und Multiplikator aus, da das Angebot nicht überzeugt.
Auch bei den Mobiltelefonen werde ich neben dem Formfaktor (klapp oder swivel) die Offenheit mit einbeziehen. Wird dann wohl kein Tegra.
"In Realität ist Linux architektonisch ein uraltes Betriebssystem aus 1970er Jahren"
-oha, komisch das die 500 schnellsten Rechner der Welt auf so ein "uraltes" BS setzen...
Der ist fast so gut wie der von Tanenbaum, dass ein monolithischer Kernel veraltet sei und ein Microkernel sehr viel moderner wäre. Linus interessiert nur, dass er funktioniert und in einer Milliarde Geräte, auch bei mir, gute Dienste leistet (Handys, IP-Telefone, Telefonanlagen, Router, Musikplayer, Handhelds, SmartTVs uvm.).
Sry, meine Antwort weiter oben.