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CPU-Kühler: Wärmeleitpaste aufbringen

Einsteiger-Tutorial: PC-Luftkühlung richtig planen und zusammenbauen (Teil 2)
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Die Theorie ist zum Großteil geschafft, jetzt beleuchten wir verbaute Technik und die Praxis. Die richtigen Lüfter, der passende CPU-Kühler und nützliche Praxis-Tipps runden das Tutorial bis zum Ende ab. Interessant wird es auf alle Fälle. Versprochen.

Der Mythos der idealen Methode

So, wie es sicher Hunderte von Variationen für DEN perfekten Sauerbraten geben mag, so streitet man sich auch über die beste Methode des Auftrages der Wärmeleitpaste. Mit einem Spatel verstreichen, mit Klinge oder Kreditkarte abziehen, die Tütchenübermfinger-Methode oder ein mittig gesetzter Klecks? Die ewigen Streitgespräche in den Foren belegen immer wieder, dass es keine wirkliche Entscheidung gibt.  Da es sich hier jedoch um ein Einsteiger-Tutorial handelt, legen wir vor allem Wert auf die Nachbausicherheit. Wer will schon seine teure CPU zum Grillferkel mutieren lassen? Deshalb erscheint uns nach etwas Probieren mit zwei absolut ungeübten Testpersonen nur eine einzige Methode als aussichtsreich.

Die Klecks-Methode: narrensicher und unser Favorit

Wir drücken aus der Tube ganz wenig Wärmeleitpaste genau in die Mitte der CPU. Die Menge entspricht in etwa der Größe einer getrockneten Linse (nicht Erbse!). Anhand der Bilder kann abgeschätzt werden, wie das Resultat bei verschiedenen Mengen aussieht. Um dem Anwender das Ganze bildlicher zu machen, haben wir dafür zwischen Kühlerboden und CPU eine ultradünne Transferfolie gelegt, um die Ergebnisse nach dem Kühlereinbau fotografisch zu demonstrieren. Den Kühler haben wir dann nach dem Einbau einfach wieder abmontiert, die Paste befand sich noch zwischen der verbliebenen Folie und dem Heatspreader der CPU. Sie zeigt somit die Verteilung so, als könnten wir durch den Kühler bis auf den Boden durchsehen. Betrachten wir nun das Ergebnis mit verschiedenen Mengen Wärmeleitpaste:

Menge
Nach dem Auftragen
Nach der Montage
Untergrenze (Minimum)

Obergrenze (Maximum)

  

Wichtig ist auf jeden Fall, dass der Kühler gleichmäßig aufgesetzt und zunächst etwas angedrückt wird. Das Einhängen an einer Seite und Abkippen auf die andere führt zu einer mangelhaften, weil einseitigen Verteilung der Paste. Hier sollte die Verschraubung am besten abwechselnd und diagonal vorgenommen werden.

Sünden, Fehler und ein kurzes Nachwort

Es gibt eine Menge Methoden, die bei fachgerechter Anwendung mindestens gleichwertige Ergebnisse erzielen lassen. Jedoch ist das auch bei uns so beliebte Verstreichen der Paste mit einer über den Finger gezogenen hauchdünnen Obsttüte nicht ganz unproblematisch, weil man in diesem Fall für einen Einsteiger kaum einen nachvollziehbaren Mengenvorschlag machen kann. Außerdem ist diese Methode, genauso wie das Verstreichen mit einer alten Chipkarte, zu unsicher und schwierig der Ausführung, da man die Dicke der Schicht ohne Erfahrung nun mal nicht einschätzen kann.

Tütchen-Spieler. Kann man machen, wenn man ein paar Jahre Erfahrung hinter sich hat und sieht, wie dick die resultierende Schicht wirklich ist. Für Anfänger ist die Gefahr groß, schnell mal zum Konditor zu werden (nächstes Beispiel)

Sahnecremetorte? Hier ist definitiv zu viel zu viel Paste im Spiel! Mal abgesehen davon, dass alles herausquillt und eine schöne Schweinerei entsteht, die Wärmeübertragung ist gestört und somit kann der Kühler nicht optimal arbeiten.

Der Geizhals. Sparen gern, aber nicht an der falschen Stelle. So dünn hat man sich nach dem Krieg die Butter aufs Brot geschmiert. Für eine CPU ist dies eindeutig zu wenig. Wenn man die Buchstaben komplett lesen kann, ist die Schicht zu dünn.

Alle 33 Kommentare anzeigen.
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  • derwolf92 , 23. August 2011 08:31
    Ich hatte bei mir Liquid Ultra drauf (Flüssigmetallpaste)
    Tjo, die ist jetzt so gut drauf, die will garnicht mehr runter.
    Der Heatspreader muss geschliffen werden, damit er wieder halbwegs benutzbar ist.
    Nur als kleiner Tip nebenbei ;) 
  • FormatC , 23. August 2011 08:39
    Die geht mit Wärme gut wieder ab, Versuchs mit Kratzeschwamm und Heissluftpistole.
    Übrigens empfehle ich diese Dinge im Artikel eben gerade deshalb nicht :D 
  • derwolf92 , 23. August 2011 08:49
    Ich versuchs lieber mit der Flex :D 

    Ne, mal mit der Heissluftpistole testen, danke für den Tip :) 
  • FormatC , 23. August 2011 09:31
    Beim Intel klebts ekliger, auf dem alten FX62 gings eigentlich easy wieder runter ;) 

    Man müsste man noch einen CPU-Benchmark über die benötigte Zeit zur Säuberung machen. Da schneidet AMD sicher gar nicht mal so schlecht ab, obwohl die Teile größer sind. Beim Intel musst Du aufpassen, dass Du mit dem Heissluftpuster nicht gleich den HS entlötest. Dann hast Du Kopfsalat :D 
  • CaveCanem , 23. August 2011 10:06
    Schöner Artikel!

    Was mir fehlt ist die Tatsache,dass sich 3 Pin (klein) Molex Lüfter genauso über das Mainboard regeln lassen wie die PWM-Lüfter. Eventuell hätte man beschreiben können was PWM-Lüfter eigentlich mit dem PWM-Signal machen. Dann würde man zu dem Schluss kommen, dass diese für Einsteiger nicht notwendig sind.

    PWM-Lüfter nutzen das PWM-Signal nicht direkt um den Lüfter anzutreiben, sondern erzeugen selbst eine Gleichspannung in Abhängigkeit des PWM-Signals. Somit kann der Hersteller eine eigene nicht lineare PWM-Drehzahl-Kennlinie realisieren. (Sollte für den Einsteiger keine Bedeutung haben)

    Ein 3-Pin Lüfter wird direkt mit der Gleichspannung vom Mainboard betrieben und verändert diese nicht. Die meisten Mainboards sind jedoch in der Lage diese Spannung anzupassen. Somit lassen sich auch 3 Pin Lüfter in Abhängigkeit der Temperatur regeln.
  • FormatC , 23. August 2011 10:16
    Zitat :
    Die kleinen Stecker enthalten in der 3-poligen Ausführung noch die Rückgabe des sogenannten Tachosignals, um die Drehzahl auslesen zu können. 2- und 3-polig angeschlossene Lüfter können nur über die Änderung der Spannung geregelt werden. 4-polige Lüfter finden vor allem bei CPU-Kühlern Verwendung, hier kann die Drehzahl von außen mit Hilfe der sogenannten PWM (Pulsweitenmodulation) gesteuert werden (z.B. temperaturabhängig).


    Die Erklärung zur Pulsweitenmodulation ist auf Seite 2 sogar direkt verlinkt, der 4-polige (PWM) im Kontext den CPU-Kühler-Lüftern und nicht den Gehäuselüftern zugeordnet.

    Es gibt leider jede Menge Boards, die KEINE Spannungsregelung der Systemlüfter bieten, sondern nur das Tacho-Signal ausgeben. Bis auf ein paar wenige Hersteller macht das keiner. Ich habe z.B. auf einem Board hier gleich 3 Stück 4-polige, aber keinen 3-poligen (Intel), der geht nur mit PWM zu regeln. Andere Bretter gar bieten keine Regelungsmöglichkeit für die Gehäuselüfter. Deshalb auch das Kapitel zur manuellen Steuerung ;) 
  • drno , 23. August 2011 10:17
    Kommentar: Schöner Artikel!
    Ja, finde ich auch. Ich finde aber auch viel mehr als nur das.
    Hör mal Altvorturner, jetzt sehe ich die Ausmaße der ganzen Geschichte.
    Hast Du keinen Verleger gefunden? Ich würd' da an Deiner Stelle echt ein Buch draus machen.
  • FormatC , 23. August 2011 10:27
    @drno
    Warum etwas verlegen, was man quasi kostenlos (aber nicht umsonst) im Internet nachlesen kann?
    Bücher sind leider tot und PC-Selberbauer meist keine Leseratten.

    Schade drum, aber wenn schon ein Buch schreiben, dann ein zynisches Gegenwartsdrama mit viel Beziehungsscheiss, einem debilen und nichtrauchenden Chef, bekloppten Politikern mit Lolita-Komplex, einer frigiden Sekretärin auf Extasy und sexistischen Sprüchen eines klapprigen Weltkriegsveteranen mit HartzIV-Hintergrund. Dazu viel Productplacement ("Er steckte sich klapprigfingrig seine fünfte Marlboro an..." ) und ein gelöstes Migrantenproblem, dann passen auch die Finanzen und der Anspruch.

    :D 
  • smg72523889 , 23. August 2011 11:04
    Zitat :
    @drno
    Warum etwas verlegen, was man quasi kostenlos (aber nicht umsonst) im Internet nachlesen kann?
    Bücher sind leider tot und PC-Selberbauer meist keine Leseratten.

    Schade drum, aber wenn schon ein Buch schreiben, dann ein zynisches Gegenwartsdrama mit viel Beziehungsscheiss, einem debilen und nichtrauchenden Chef, bekloppten Politikern mit Lolita-Komplex, einer frigiden Sekretärin auf Extasy und sexistischen Sprüchen eines klapprigen Weltkriegsveteranen mit HartzIV-Hintergrund. Dazu viel Productplacement ("Er steckte sich klapprigfingrig seine fünfte Marlboro an..." ) und ein gelöstes Migrantenproblem, dann passen auch die Finanzen und der Anspruch.

    :D 


    Wow, danke für den kurzen Einblick in die Redaktion :D 

  • derwolf92 , 23. August 2011 11:21
    :D  :lol: 
  • FormatC , 23. August 2011 11:22
    Genau deswegen schreiben wir ja so verkrampft über unverdächtige CPUs, einkommensneutrale Wärmeleitpaste und verschweigen vor lauter politcal correctness sogar, ob sich Lüfter nun links- oder rechts herum drehen. Nein, die Redaktion ist wirklich absolut humorlos und unpolitisch. Wir füttern lediglich täglich unsere Büroschildkröte und gießen den einzigen verbliebenen Gummibaum dreimal die Woche. Den Rest überlassen wir den ganzen Geißens und Wollenschlägers aus dem Privatfernsehen. Die haben es im Gegensatz zu uns nämlich voll drauf.

    :D 
  • TGH1978 , 23. August 2011 13:26
    Gemeinsam mit Teil 1: Ein wirklich schöner Artikel!


    Vielleicht noch ein brauchbarer Tipp für Anfänger:

    Bei den meisten Lüftern sind irgendwo auf dem Gehäuse 2 Pfeile mit der Dreh- und Blasrichtung des Lüfters abgebildet, aber ersten muss man die bei vielen Lüftern sehr genau suchen, und zweitens gibt es leider auch immer wieder Lüfter auf dennen es gar keine Pfeile gibt.

    Die Drehrichtung ist eigentlich egal.

    Für die Luftrichtung:
    Ein Lüfter hat immer eine "Oberseite" von der die Ventilatorblättern frei zugänglich sind und eine "Unterseite" bei der es "Querstege" gibt (meist 3-4) welche überhalb der Ventilatorblättern liegen... die Luftrichtung geht immer von der Oberseite zur Unterseite (also zu den Stegen).

    Für die etwas Fortgeschrittenen und der Thematik Flüssigmetallpaste wie zb. die Liquid Ultra seit hier erstens extra nochmals darauf hingewissen (stand eh auch im Artikel) - diese Pasten dürfen nicht mit Aluminium in Kontakt kommen, da dies zu sofortigen Korrodierung des Leichtmetalls führt (Schwarzfärbung)!!!

    Und zweitens das es sehr wohl auch H.D.T. (Heatpipes Direkt Touch) Kühler gibt, die sich für Flüssigmetallpasten eignen, wie zb. den Xigmatek Balder SD1283. Bei diesen Kühlern wurde dann zb. die Kupfer Headpipes gemeinsam mit dem Aluminiumboden vernickelt, so dass auch die Verwendung von Metallwärmeleitpaste kein Problem darstellt.
  • FormatC , 23. August 2011 13:31
    Danke für den Tip mit dem Hugo-Egon-Kühler und den Lüftern. ich guck mal, ob ich das noch mit reinpresse :) 
  • TGH1978 , 23. August 2011 13:58
    Bitte, gerne geschehen.
  • MannimMond69@guest , 23. August 2011 16:15
    Das Grundproblem wurde leider nicht beschrieben: Grafikkarten mit 400 Watt TDP und Prozessoren mit über 100 Watt TDP sind meiner Meinung nach einfach nur bekloppt - ich habe einen 95 Watt Phenom II und eine 5770, die zusammen bis zu 200 Watt verbraten und entsprechend Wärme abgeben - absolute Obergrenze für mich. Und dann tut's sogar mein Boxed-CPU-Kühler und ein(!) 80mm Standard-Gehäuselüfter mit oben liegendem Netzteil für einen guten Kompromiss aus akzeptablen Lautstärken und geringer Gehäuse-Innenwärme. Denn gar kein Lüfter ist immer noch am billigsten und dazu leise :-) Ansonsten ein super Artikel, bekomme mal wieder Lust zu basteln!
  • FormatC , 23. August 2011 16:29
    Naja, also ich bekomme privat einen extrem übertakteten i7 2600K und eine HD 6970 IceQX auch unter Stress nicht zum Glühen. Unter 35 dB(A) in 50cm Entfernung. Das A und O ist hier auch das Gehäuse. Meine Obergrenze lag mal bei reichlich 1100 Watt - nie wieder :D 
  • Techniker Freak , 23. August 2011 17:47
    Zitat :
    Das A und O ist hier auch das Gehäuse. Meine Obergrenze lag mal bei reichlich 1100 Watt - nie wieder

    Sag niemals nie, die nächsten HighEnd Grafikkarten bringen von Haus aus zwei 8Pin und einen 6Pin PCIe mit :D 

    Ist insgesamt ein recht runder Artikel geworden der sich seinen Platz in den Bookmarks verdient hat.
  • schwermetall , 23. August 2011 19:12
    Schöner Artikel, besonders der Teil mit der 480er gefiel mir. Ich habe spontan Lust bekommen, meine MSI 560 Ti Hawk zu tunen. Allerdings sind dort die 74mm-Lüfter über einen 4-poligen Stecker angeschlossen - also PWM. Gerne würde ich die Teile mal austauschen, ohne auf die Lüfterregelung der Karte zu verzichten. Ich nehme an, das du die Lüfter bei der 480er manuell eingestellt hast (800 bzw. 1200), oder?
    Hast du Info über die Steckerbelegung?
    Ach ja, die 4-poligen Stecker auf der 560er sind kleiner als die auf einem Motherboard. Daher passen leider nicht die PWM-Lüfter, die so bei mir "rumliegen".
    Hat jemand Erfahrung?
  • BlackX , 23. August 2011 20:22
    @TGH1978
    Die Luftrichtung geht von der Oberseite zu Unterseite!!!
  • Techniker Freak , 23. August 2011 20:29
    @schwermetall
    Trotz der Minimierung des Steckers sollte sich die Belegung nicht ändern, deshalb sollte dir das hier weiterhelfen.
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