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CPU-Kühler: Die richtige Wärmeleitpaste

Einsteiger-Tutorial: PC-Luftkühlung richtig planen und zusammenbauen (Teil 2)
Von

Gibt es DIE ideale Wärmeleitpaste?

Eigentlich muss man diese Frage aus Sicht des Anfängers eindeutig mit Nein beantworten. Es gibt geeignete und weniger geeignete, schlechte, universelle und sehr gute Pasten. Je nach Einsatzgebiet und Geldbeutel. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen metallischen und nichtmetallischen Pasten, die wiederum dünnflüssig, cremig oder zäh sein können. Sonderformen, wie spezielle Nano-Pasten oder Flüssigmetall-Pads bzw. metallische Flüssigkeit zum Verstreichen sind etwas für Profis mit Geschick, Erfahrung und ggf. auch harten Nerven. Der Einsteiger hat eigentlich, wenn er viel Wert auf sehr leichte Anwendbarkeit und schnellen Erfolg legt, sehr wenig Auswahl. Nicht etwa, was die Zahl der Produkte, sondern eher was die Art der Ausführung betrifft. Aus unserer jahrelangen Erfahrung heraus bieten sich vor allem einfache, eher flüssige Pasten an. Dabei ist es eigentlich egal, ob auf Silberbasis oder aus Nanokeramik, denn die erreichbaren Leistungen der Pasten sind sehr ähnlich. Um im Vergleich zu den "Einsteigerpasten" auch eine wirkliche HighEnd-Lösung aus dem Flüssigmetallbereich zu testen, mussten wir unseren bisherigen Referenzkühler Xigmatek Aegir ersetzen, da sich Modelle mit direkt aufliegenden Heatpipes auf Grund des dazwischen befindlichen Aluminiums nicht eignen.

Wir haben uns deshalb für den leistungsmäßig ähnlichen Xilence M606 mit dem bereits erwähnten 2CF-Kühler entschieden und einige der aktuell üblichen Wärmeleitpasten getestet.

Ergebnisse verschiedener Wärmeleitpasten

Zur Anwendung kommt wieder unser bereits erwähntes Testsystem aus dem ersten Teil mit einem in drei Abwärmestufen arbeitenden alten FX62-Prozessor von AMD. So können wir die Werte in drei Leistungsstufen vergleichen. Der Aufbau erfolgte in einem geschlossenen Testgehäuse mit unten liegendem Netzteil und einfacher Unterdruckentlüftung (vorn, oben).

Wir sehen, dass die sehr teure HighEnd-Lösung ganze 3-5 Kelvin besser ist, als unsere besten "Einsteigerpasten". Wichtig ist auch, dass man durch schlechte Aufbringung und unsachgemäße Verwendung viel größere Differenzen im negativen Sinne erzielten kann. Wer also die sogenannten Mainstream-Produkte sauber und professionell verwendet, muss sich mit seinem Ergebnis wirklich nicht verstecken. Die Xilence X5 und die Arctic MX2 sind beide nichtleitende, recht flüssige Pasten, die sich zudem exzellent verarbeiten und auftragen lassen. Im Bereich unter 100 Watt Abwärme liegt die X5 hauchdünn vor der MX2, danach dreht sich das Bild zu Gunsten der MX2. Wobei 1 Kelvin Unterschied eigentlich fast schon in den Bereich von Messungenauigkeiten fällt. Beide Produkte sind günstig und vor allem eines: nachbausicher. Da sich die Xilence X5 auch für Grafikkarten sehr gut eignet, haben wir uns für die weiteren Tests und als Empfehlung für diese Paste entschieden. Aber es ist kein Dogma, der Unterschied zwischen den Pasten ist wirklich klitzeklein.

Der mitgelieferte Spatel ist zum Auftragen durchaus geeignet, aber wir wollen im nächsten Kapitel zeigen, dass es auch einfacher, sauberer und vor allem "idiotensicher" geht.

Alle 33 Kommentare anzeigen.
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  • derwolf92 , 23. August 2011 08:31
    Ich hatte bei mir Liquid Ultra drauf (Flüssigmetallpaste)
    Tjo, die ist jetzt so gut drauf, die will garnicht mehr runter.
    Der Heatspreader muss geschliffen werden, damit er wieder halbwegs benutzbar ist.
    Nur als kleiner Tip nebenbei ;) 
  • FormatC , 23. August 2011 08:39
    Die geht mit Wärme gut wieder ab, Versuchs mit Kratzeschwamm und Heissluftpistole.
    Übrigens empfehle ich diese Dinge im Artikel eben gerade deshalb nicht :D 
  • derwolf92 , 23. August 2011 08:49
    Ich versuchs lieber mit der Flex :D 

    Ne, mal mit der Heissluftpistole testen, danke für den Tip :) 
  • FormatC , 23. August 2011 09:31
    Beim Intel klebts ekliger, auf dem alten FX62 gings eigentlich easy wieder runter ;) 

    Man müsste man noch einen CPU-Benchmark über die benötigte Zeit zur Säuberung machen. Da schneidet AMD sicher gar nicht mal so schlecht ab, obwohl die Teile größer sind. Beim Intel musst Du aufpassen, dass Du mit dem Heissluftpuster nicht gleich den HS entlötest. Dann hast Du Kopfsalat :D 
  • CaveCanem , 23. August 2011 10:06
    Schöner Artikel!

    Was mir fehlt ist die Tatsache,dass sich 3 Pin (klein) Molex Lüfter genauso über das Mainboard regeln lassen wie die PWM-Lüfter. Eventuell hätte man beschreiben können was PWM-Lüfter eigentlich mit dem PWM-Signal machen. Dann würde man zu dem Schluss kommen, dass diese für Einsteiger nicht notwendig sind.

    PWM-Lüfter nutzen das PWM-Signal nicht direkt um den Lüfter anzutreiben, sondern erzeugen selbst eine Gleichspannung in Abhängigkeit des PWM-Signals. Somit kann der Hersteller eine eigene nicht lineare PWM-Drehzahl-Kennlinie realisieren. (Sollte für den Einsteiger keine Bedeutung haben)

    Ein 3-Pin Lüfter wird direkt mit der Gleichspannung vom Mainboard betrieben und verändert diese nicht. Die meisten Mainboards sind jedoch in der Lage diese Spannung anzupassen. Somit lassen sich auch 3 Pin Lüfter in Abhängigkeit der Temperatur regeln.
  • FormatC , 23. August 2011 10:16
    Zitat :
    Die kleinen Stecker enthalten in der 3-poligen Ausführung noch die Rückgabe des sogenannten Tachosignals, um die Drehzahl auslesen zu können. 2- und 3-polig angeschlossene Lüfter können nur über die Änderung der Spannung geregelt werden. 4-polige Lüfter finden vor allem bei CPU-Kühlern Verwendung, hier kann die Drehzahl von außen mit Hilfe der sogenannten PWM (Pulsweitenmodulation) gesteuert werden (z.B. temperaturabhängig).


    Die Erklärung zur Pulsweitenmodulation ist auf Seite 2 sogar direkt verlinkt, der 4-polige (PWM) im Kontext den CPU-Kühler-Lüftern und nicht den Gehäuselüftern zugeordnet.

    Es gibt leider jede Menge Boards, die KEINE Spannungsregelung der Systemlüfter bieten, sondern nur das Tacho-Signal ausgeben. Bis auf ein paar wenige Hersteller macht das keiner. Ich habe z.B. auf einem Board hier gleich 3 Stück 4-polige, aber keinen 3-poligen (Intel), der geht nur mit PWM zu regeln. Andere Bretter gar bieten keine Regelungsmöglichkeit für die Gehäuselüfter. Deshalb auch das Kapitel zur manuellen Steuerung ;) 
  • drno , 23. August 2011 10:17
    Kommentar: Schöner Artikel!
    Ja, finde ich auch. Ich finde aber auch viel mehr als nur das.
    Hör mal Altvorturner, jetzt sehe ich die Ausmaße der ganzen Geschichte.
    Hast Du keinen Verleger gefunden? Ich würd' da an Deiner Stelle echt ein Buch draus machen.
  • FormatC , 23. August 2011 10:27
    @drno
    Warum etwas verlegen, was man quasi kostenlos (aber nicht umsonst) im Internet nachlesen kann?
    Bücher sind leider tot und PC-Selberbauer meist keine Leseratten.

    Schade drum, aber wenn schon ein Buch schreiben, dann ein zynisches Gegenwartsdrama mit viel Beziehungsscheiss, einem debilen und nichtrauchenden Chef, bekloppten Politikern mit Lolita-Komplex, einer frigiden Sekretärin auf Extasy und sexistischen Sprüchen eines klapprigen Weltkriegsveteranen mit HartzIV-Hintergrund. Dazu viel Productplacement ("Er steckte sich klapprigfingrig seine fünfte Marlboro an..." ) und ein gelöstes Migrantenproblem, dann passen auch die Finanzen und der Anspruch.

    :D 
  • smg72523889 , 23. August 2011 11:04
    Zitat :
    @drno
    Warum etwas verlegen, was man quasi kostenlos (aber nicht umsonst) im Internet nachlesen kann?
    Bücher sind leider tot und PC-Selberbauer meist keine Leseratten.

    Schade drum, aber wenn schon ein Buch schreiben, dann ein zynisches Gegenwartsdrama mit viel Beziehungsscheiss, einem debilen und nichtrauchenden Chef, bekloppten Politikern mit Lolita-Komplex, einer frigiden Sekretärin auf Extasy und sexistischen Sprüchen eines klapprigen Weltkriegsveteranen mit HartzIV-Hintergrund. Dazu viel Productplacement ("Er steckte sich klapprigfingrig seine fünfte Marlboro an..." ) und ein gelöstes Migrantenproblem, dann passen auch die Finanzen und der Anspruch.

    :D 


    Wow, danke für den kurzen Einblick in die Redaktion :D 

  • derwolf92 , 23. August 2011 11:21
    :D  :lol: 
  • FormatC , 23. August 2011 11:22
    Genau deswegen schreiben wir ja so verkrampft über unverdächtige CPUs, einkommensneutrale Wärmeleitpaste und verschweigen vor lauter politcal correctness sogar, ob sich Lüfter nun links- oder rechts herum drehen. Nein, die Redaktion ist wirklich absolut humorlos und unpolitisch. Wir füttern lediglich täglich unsere Büroschildkröte und gießen den einzigen verbliebenen Gummibaum dreimal die Woche. Den Rest überlassen wir den ganzen Geißens und Wollenschlägers aus dem Privatfernsehen. Die haben es im Gegensatz zu uns nämlich voll drauf.

    :D 
  • TGH1978 , 23. August 2011 13:26
    Gemeinsam mit Teil 1: Ein wirklich schöner Artikel!


    Vielleicht noch ein brauchbarer Tipp für Anfänger:

    Bei den meisten Lüftern sind irgendwo auf dem Gehäuse 2 Pfeile mit der Dreh- und Blasrichtung des Lüfters abgebildet, aber ersten muss man die bei vielen Lüftern sehr genau suchen, und zweitens gibt es leider auch immer wieder Lüfter auf dennen es gar keine Pfeile gibt.

    Die Drehrichtung ist eigentlich egal.

    Für die Luftrichtung:
    Ein Lüfter hat immer eine "Oberseite" von der die Ventilatorblättern frei zugänglich sind und eine "Unterseite" bei der es "Querstege" gibt (meist 3-4) welche überhalb der Ventilatorblättern liegen... die Luftrichtung geht immer von der Oberseite zur Unterseite (also zu den Stegen).

    Für die etwas Fortgeschrittenen und der Thematik Flüssigmetallpaste wie zb. die Liquid Ultra seit hier erstens extra nochmals darauf hingewissen (stand eh auch im Artikel) - diese Pasten dürfen nicht mit Aluminium in Kontakt kommen, da dies zu sofortigen Korrodierung des Leichtmetalls führt (Schwarzfärbung)!!!

    Und zweitens das es sehr wohl auch H.D.T. (Heatpipes Direkt Touch) Kühler gibt, die sich für Flüssigmetallpasten eignen, wie zb. den Xigmatek Balder SD1283. Bei diesen Kühlern wurde dann zb. die Kupfer Headpipes gemeinsam mit dem Aluminiumboden vernickelt, so dass auch die Verwendung von Metallwärmeleitpaste kein Problem darstellt.
  • FormatC , 23. August 2011 13:31
    Danke für den Tip mit dem Hugo-Egon-Kühler und den Lüftern. ich guck mal, ob ich das noch mit reinpresse :) 
  • TGH1978 , 23. August 2011 13:58
    Bitte, gerne geschehen.
  • MannimMond69@guest , 23. August 2011 16:15
    Das Grundproblem wurde leider nicht beschrieben: Grafikkarten mit 400 Watt TDP und Prozessoren mit über 100 Watt TDP sind meiner Meinung nach einfach nur bekloppt - ich habe einen 95 Watt Phenom II und eine 5770, die zusammen bis zu 200 Watt verbraten und entsprechend Wärme abgeben - absolute Obergrenze für mich. Und dann tut's sogar mein Boxed-CPU-Kühler und ein(!) 80mm Standard-Gehäuselüfter mit oben liegendem Netzteil für einen guten Kompromiss aus akzeptablen Lautstärken und geringer Gehäuse-Innenwärme. Denn gar kein Lüfter ist immer noch am billigsten und dazu leise :-) Ansonsten ein super Artikel, bekomme mal wieder Lust zu basteln!
  • FormatC , 23. August 2011 16:29
    Naja, also ich bekomme privat einen extrem übertakteten i7 2600K und eine HD 6970 IceQX auch unter Stress nicht zum Glühen. Unter 35 dB(A) in 50cm Entfernung. Das A und O ist hier auch das Gehäuse. Meine Obergrenze lag mal bei reichlich 1100 Watt - nie wieder :D 
  • Techniker Freak , 23. August 2011 17:47
    Zitat :
    Das A und O ist hier auch das Gehäuse. Meine Obergrenze lag mal bei reichlich 1100 Watt - nie wieder

    Sag niemals nie, die nächsten HighEnd Grafikkarten bringen von Haus aus zwei 8Pin und einen 6Pin PCIe mit :D 

    Ist insgesamt ein recht runder Artikel geworden der sich seinen Platz in den Bookmarks verdient hat.
  • schwermetall , 23. August 2011 19:12
    Schöner Artikel, besonders der Teil mit der 480er gefiel mir. Ich habe spontan Lust bekommen, meine MSI 560 Ti Hawk zu tunen. Allerdings sind dort die 74mm-Lüfter über einen 4-poligen Stecker angeschlossen - also PWM. Gerne würde ich die Teile mal austauschen, ohne auf die Lüfterregelung der Karte zu verzichten. Ich nehme an, das du die Lüfter bei der 480er manuell eingestellt hast (800 bzw. 1200), oder?
    Hast du Info über die Steckerbelegung?
    Ach ja, die 4-poligen Stecker auf der 560er sind kleiner als die auf einem Motherboard. Daher passen leider nicht die PWM-Lüfter, die so bei mir "rumliegen".
    Hat jemand Erfahrung?
  • BlackX , 23. August 2011 20:22
    @TGH1978
    Die Luftrichtung geht von der Oberseite zu Unterseite!!!
  • Techniker Freak , 23. August 2011 20:29
    @schwermetall
    Trotz der Minimierung des Steckers sollte sich die Belegung nicht ändern, deshalb sollte dir das hier weiterhelfen.
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