Apple vs. Psystar: Schlechte Karten für die Kloner

Schlappe für die Anbieter von Mac-Nachbauten: Das Verfahren um einen Monopolmissbrauch durch Apple droht zu scheitern. Dem zuständigen Richter genügen die vorgelegten Beweise nicht, um ein Verfahren zu führen.

Mit Spannung wurde bereits ein mögliches Gerichtsverfahren zwischen Apple und dem Anbieter von PCs mit MacOS X, Psystar, erwartet. Doch bislang sieht es schlecht aus für die Mac-Kloner: Wie AppleInsider meldet, reichen dem zuständigen Richter die von Psystar vorgelegten Beweise für einen möglichen Monopolmissbrauch seitens Apple nicht.

Unterm Strich passt es Apple nicht, dass Psystar mit den Mac-Nachbauten Geld macht, denn laut Apples AGB ist eine Installation von MacOS nur auf Apple-Hardware erlaubt. Die Folge: Cupertino hat gegen den kleinen Anbieter geklagt. Psystar hingegen wirft Apple Monopolmissbrauch vor und hat mit einer Gegenklage geantwortet. Die droht nun aufgrund schwacher Argumentation zu scheitern. Demnach kann der Richter William Alsup laut AppleInsider die meisten der Psystar-Vorwürfe gegen Apple nicht nachvollziehen.

So zieht Psystars wichtigstes Argument — dass MacOS X ein eigener Markt sei, da es gegenüber anderen Betriebssystemen wie Windows abgeschottet sei —, nicht: »Ob Produkte Teil des gleichen oder verschiedener Märkte sind, hängt im Antimonopolgesetz davon ab, ob Verbraucher die Produkte als sinnvollen Ersatz füreinander sehen und in Reaktion auf relative Preisveränderungen zwischen ihnen wechseln würden«, werden Gerichtsunterlagen zitiert. Dass aber im Gegensatz zu einem Monopol ein konkurrierender Markt besteht, bewiesen ja schon die Werbekampagnen von Apple. Gäbe es keine Alternativen zu MacOS, wäre Werbung ohnehin obsolet. Dass MacOS nur auf Apple-Rechnern eingesetzt werden darf, darin sieht der Richter ebenfalls kein Problem.

Bis 8. Dezember hat Psystar nun die Möglichkeit, seine Klage neu zu formulieren. Gelingt dies nicht, sieht es düster aus für den Anbieter, denn Apples Klageverfahren läuft unabhängig davon weiter. Eine außergerichtliche Einigung ist schon länger vom Tisch.

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17 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Anonymous
    die sollten einfach ihren firmensitz in die eu verlegen und ihre pcs hier verticken, dann kriegt apple mal einen auf die schnauze
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  • Carsten 9punkt13
    SEHR GUT!!!
    ich hab von anfang an gehofft das psystar aufe schnauze fällt!!

    ich sehe es genau so wie der richter, psystar hat sich da viel zu weit aus dem fenster gelehnt.

    wenn apple nen monopol wär, dann müsste intel ja auch ein monopol sein, ist es aber nicht weils noch z.b. amd gibt, aber apple ist auch kein monopol weils z.b noch windoof gibt
    -7
  • kbon
    @Carsten
    dann waren also die etlichen Klagen gegen MS wegen "IE und Mediaplayer Vorinstallation/Zwang" etc. auch Blödsinn, denn die hatten ja auch keine Monopolstellung, wegen Apple, Unix & co.!!??
    Es geht denen doch daraum, dass Apple ihre Stellung als "cool", "in" oder "superteil" (wie auch immer) bei einer immer größer werdenden Kundschaft ausnutzt. Undzwar durch viel zu überhöhte bzw. nicht angemessene Preise. Sonst würde Psystar ja nicht auf die Idee kommen zu zeigen, dass man genau die gleiche Leistung für die Hälfte des Geldes bekommen könnte.
    Monopolmissbrauch bedeutet nicht gleich "hey, ich bin der Einzige, Größte und Konkurrenzloseste überhaupt"...
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