Test: MicroATX-Boards mit integrierter Grafik

g33 motherboards intro THG testet Platinen mit G33-Chipsatz als Basis für Home-Theater-PCs oder Media-Center-PCs. Wichtig sind vor allem Anschlüsse wie DVI und HDMI für den Betrieb am HD-Fernseher oder Plasma-Bildschirm.

Die Core-2-Prozessoren von Intel haben den Prozessormarkt definitiv in zwei Lager gespalten: Anwender mit eher geringem Budget fahren heute mit dem Athlon 64 X2 von AMD meist gut, während Leistungshungrige auf einen Core 2 Prozessor bestehen. Und während AMD eifrig bemüht ist, mit seinen Phenom X2 und X4 Prozessoren noch vor dem Weihnachtsgeschäft Fuß im gehobenen Segment zu fassen, überschwemmt Intel derweil den Markt mit billigen Prozessoren. Wir haben uns drei MicroATX-Motherboards angesehen, die für Intels preiswerte Prozessoren wie z.B. den Pentium Dual Core in Frage kommen. Solche Platinen finden sich nicht nur in Büro-PCs, sondern mittlerweile auch in Desktop-Rechnern, die speziell als Basis für Home-Theater-PCs oder Media-Center-PCs Sinn machen.

Aber bleiben wir erst einmal bei der Prozessorfrage. Schließlich hat die CPU auf die Wahl der Plattform erheblichen Einfluss. Sollten Sie nicht viel Wert auf Leistung legen, wird die Entscheidung zwischen AMD und Intel eher zur Nebensache. Prozessoren von AMD kommen im Ruhezustand oder unter geringer Auslastung bislang mit weniger Energie aus, während die Core 2-Produktfamilie von Intel bei erheblicher Rechenlast bessere Leistung und Effizienz erzielt. AMD bietet zusätzliche den Vorteil eines eingebauten Speicher-Controllers. Intel verbaut diese Komponente noch bis zur nächsten Mikroarchitektur (angekündigt unter dem Codenamen Nehalem) in der Chipsatz-Northbridge, obwohl AMDs Ansatz weitaus weniger Energie verbraucht. Letzten Endes kann der verbesserte 90 nm DSL-SOI-Prozess (Dual Stress Liner, Silicon On Insulator) aufgrund höherer Effizienz mit Intels 65-nm-Prozess mit gestrecktem Silizium noch relativ gut mithalten. Gleichzeitig erledigt ein Core-2-Prozessor aufgrund seiner höheren Leistung diverse Aufgaben schneller, was dann wiederum einen frühzeitigen Wechsel in einen effizienteren Betriebszustand (P-State) ermöglicht. Auch Bauteile wie das Motherboard oder auch das Netzteil können aussschlaggebend für den Gesamtenergiebedarf des Rechners sein, was dazu führt, dass weder AMD noch Intel als klarer Sieger für den Alltag hervorgeht.

Wir haben alle großen Motherboard-Hersteller gebeten, uns ihre neuesten Produkte zuzuschicken, die auf Intels G33-Chipsatz basieren. Dieser Chipsatz gleicht dem P35 und unterstützt somit FSB1333 und DDR2-Speicher (optional auch DDR3) zusammen mit der neuesten ICH9-Southbridge er ist allerdings zusätzlich mit der integrierten Grafikeinheit GMA3100 ausgerüstet. Bislang haben uns lediglich ECS, Gigabyte und MSI ihre Motherboards zukommen lassen. Andere Hersteller wie Abit lassen G33 im Hinblick auf den bald erscheinenden G35 ganz links liegen, andere wie Biostar konnten unsere Deadline nicht erfüllen oder stellen erst gar keine G33-Produkte her. Mit G35 wird man das eindeutig bessere Produkt in Händen halten, da eine verbesserte DirectX-10-kompatible Grafikeinheit verwendet wird. Allerdings wird die Systemleistung wohl gleich bleiben. Wir halten die eingebaute Grafik für brauchbar, um sowohl Windows als auch Videoinhalte wiederzugeben, raten Ihnen aber von ernsthaften 3D-Unterfangen definitiv ab. Sollten Sie also mal Lust auf ein neues Spiel haben oder mit anderen 3D-Grafikanwendungen arbeiten wollen, so legen wir Ihnen die Aufrüstung Ihrer integrierten Grafiklösung mit einer separaten Grafikkarte ans Herz.

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4 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Voyager
    "Der G33-Chipsatz ist aufgrund seiner DirectX9.0c-Konformität gut dafür geeignet, die aufgemotzten Windows Vista 3D-Darstellung “Aeroglass” auszuführen."
    Aufgemotzt !? Habt ihr Fachleute euch je schon gefragt aus welchem Grund Aero dx9.0c benötigt ? Nein ? Dachte ichs mir doch.
    Aero ist eine auf dem dx9.0 Befehlssatz basierende vektordarstellung der Oberfläche die dadurch auch hauptsächlich durch die Grafikkarte berechnet werden kann und unabhängig von CPU Leistungsschwankungen/beanspruchungen immer gleichbleibend flüssig dargestellt wird.
    Aero ist nicht nur das bunte und der glasige Rand .
    und nein, der PC benötigt da auch keine Zusatzmengen von Energie , immerhin benötigt Intel GMA950 nur ein paar W zum fuktionieren und Aero läuft damit genauso flüssig wie mit einer Highend Karte.

    Eure Vista-Aversionen finde ich "aufgemotzt" ;)
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  • dnsk
    Danke Voyager für den kleinen Windows, DirectX exkurs...
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  • Executer
    Weiß jemand wies um die Übertaktbarkeit der Boards steht? Ich habe nämlich ein Asus P5B-VM samt E6300 und bin sehr enttäuscht, das ich Mainboardbedingt nicht über FS319 hinauskomme, da is meine Wakü noch komplett unterfordert :(
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  • Kandango
    Tja, wenn man jetzt noch genau recherchiert hätte...
    Das Gigabyte besitzt zwar einen PCIe aber unterstützt hier leider nur 4 Lanes.
    Somit ist nicht jede Grafikkarte kompatibel.
    Eine Liste mit kompatiblen GraKas gibt es auf der Website oder im Handbuch.
    Laut Handbuch läßt sich im Bios eine GraKa im PCI Slot als erster Monitorausgang einstellen und der Onboard VGA zusätzlich einschalten.
    Somit ist es möglich, mit einer entsprechenden Karte mit 2 DVIs, 2 TFTs zu betreiben und an der Onboard Grafik noch einen zusätzlichen Monitor.
    Ob dieser dann auch digital angesteuert werden kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Laut Hotline ja, aber trauschauwem.
    Technisch möglich könnte ja sein, wenn nur 4 Lanes zum PCIe gehen, wäre ja noch Platz.
    Das wäre dann ja der Hit, TFT1 im Internet, TFT2 die Sportschau sehen und über den HDMI den LCD Fehrnseher mit einer DVD versorgen, Herz was willst Du mehr.
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