Verkaufsverbot: Patch für Word
Microsoft reagiert auf das drohende US-Verkaufsverbot für seine Textverarbeitung mit einem Patch, der diverse Funktionen von Word deaktiviert.

An seine OEM-Partner wendet sich Microsoft mit seinem »2007 Microsoft Office Supplement Release«. Mit dem Patch reagiert der Software-Riese auf das Verkaufsverbot, das der Patentinhaber i4i für die Textverarbeitung Word kurz vor Weihnachten endgültig erstritten hat (siehe »US-Gericht untersagt Microsoft Verkauf von Word«).
Verfügbar ist der Code aber bislang nur für die OEM-Partner – ob US-Kunden den Patch später unter Umständen sogar per Windows-Update aufgespielt bekommen, ist noch nicht bekannt.
Schon seit August des letzten Jahres gibt es Streit zwischen Microsoft und der Firma i4i. Letztere wirft den Redmondern vor, mit diversen Word-Versionen Patentrechte zu verletzen (siehe »Verkaufsverbot für MS-Word in den USA«). Obwohl Microsoft stets beteuert hat, derartig geschützte Verfahren nicht in Word anzutasten, unterlag der Konzern vor Jahresende vor Gericht.
Auf diese Hintergründe geht Microsoft bei der Beschreibung des Patches freilich nicht ein. Dort heißt es lediglich, dass Word nach dessen Installation nicht mehr fähig ist, »Custom XML-Elemente zu lesen, die in DOCX, DOCM oder XML-Dateien enthalten sind«. Zu öffnen sind solche Files zwar wie gehabt, doch die XML-Elemente würden entfernt. Auch wenn Custom XML »von den meisten Endanwendern nicht verwendet werden«, so Microsoft: Der Patch ist für alle US-Versionen der Software zwingend. Gut möglich ist also, dass ihn der Software-Hersteller doch irgendwann automatisch aufspielen lässt.
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Den versierten Nutzer wird das auch nicht stören, einfach die automatischen Updateeinstellungen ändern bzw. das OS über die Wiederherstellungsfunktion in den Zustand vor dem Patch zurückversetzten. Alle anderen haben die sprichwörtliche A-Karte gezogen, wirklich sehr sinnvoll.

Langsam finde ich es eh relativ komisch, dass inzwischen jeder Hinz und Kunz angelaufen kommt und M$ in Milliardenhöhe verklagt, wobei M$ sicherlich nicht der Allerheilige ist
Tja - wenn M$ so dumm ist und Funktionen nutzt die andere entwickelt haben ohne dafür lizenzgebühren zu zahlen sind sie selbst Schuld.
Auf der anderen Seite nerven Sie uns ja auch mit kleinlichen Aktivierungs- und Reaktivierungsprozeduren nur weil man Veränderungen am System vorgenommen hat damit blos niemand auf die Idee kommt die teuer bezahlte Software wohlmöglich auch auf einem 2. System zu installieren.
Tja - wenn M$ so dumm ist und Funktionen nutzt die andere entwickelt haben ohne dafür lizenzgebühren zu zahlen sind sie selbst Schuld.
Auf der anderen Seite nerven Sie uns ja auch mit kleinlichen Aktivierungs- und Reaktivierungsprozeduren nur weil man Veränderungen am System vorgenommen hat damit blos niemand auf die Idee kommt die teuer bezahlte Software wohlmöglich auch auf einem 2. System zu installieren.
ob MS oder nicht MS, diese ganzen Patent/Lizenz-Streitereien nerven.
Bin jetzt kein Insider in der XML-Thematik, aber oberflächlich sieht es so aus als wäre es ein Protokoll bzw. Format/Standard, und diese sollten generell frei zugänglich für jeden sein.
Softwarepatente gehören dahin wo sie sinnvoll sind, sonst behindern sie nur den Fortschritt.
mfg
sie dürfen den IE nicht mehr mit Win ausliefern, müssen Word umpatchen damit es kein XML mehr kann - wo bleiben die News, das MS wegen sowas zerschlagen wird?
Hy Babbage,
nun die Kosten für Entwicklung solcher "Standards" sind mit Sicherheit nicht ohne, denn auch ich würde mir dies bezahlen lassen und weshalb sollte alles immmer kostenfrei sein? Du gehst doch auch arbeiten und willst was aufs Brot haben, oder?
Mir ist wichtig, das nicht immer nur die "Großen auf kleineren herumtrampeln und dann auch noch deren Rechte verletzen.
@mieleman: es geht nicht darum, dass alles kostenfrei sein soll oder dass die Entwicklung kostenspielig war und deshalb Geld verlang werden darf, sondern darum dass sinnvolle Patente geschaffen werden.
Das kann man auch nicht mit Arbeit und Lohn vergleichen. Du arbeitest schließlich für ein Produkt, welches auch ohne ein Patent seinen Wert hat.
Zudem: Patente behindern immer einen gewissen Fortschritt und werden teilweise gezielt angelegt, um gegenüber anderen einen Vorsprung zu erlangen. Wer meint das Gegenteil zu behaupten, kennt sich in der Forschung anscheinend nicht aus.
Die meisten Softwarepatente sind absolut hirnrissig daemlich. Da wuerde fast jeder Depp bei der entsprechenden Problemstellung auf die selbe Loesung kommen! XML-Inhalte aus einer Datei herauszulesen ist so simpel, das geht mit einer Codezeile (Mit 100% garantiert in der Programmier/Script-Sprache vorhandenem Befehl), und der erhaltene Wert muss dann an den naechsten Parser, der XML-versteht, weitergeleitet werden. Das ist keine neue Funktion, das ist eine gaengige Methode. Sowas wird schon seit der Steinzeit der Homecomputer selbstverstaendlich getan. Der Internetbrowser oder der Webserver machen sowas staendig, halt nicht nur mit XML-Inhalten. (PHP/ HTML/ Javascript etc. etc.) Trivialpatente sind echt das Letzte. Die Amis haben einen an der Waffel.
...Auf der anderen Seite nerven Sie uns ja auch mit kleinlichen Aktivierungs- und Reaktivierungsprozeduren nur weil man Veränderungen am System vorgenommen hat damit blos niemand auf die Idee kommt die teuer bezahlte Software wohlmöglich auch auf einem 2. System zu installieren.
Komisch, ich kann mein Office 2007 auf drei PCs installieren, ohne Aktivierung.
Was für ein Stuß !
@mieleman
klar kostet entwicklung geld. ich sage auch nicht dass alles kostenfrei sein sollte.
Die Implemtierung kann ruhig ein patent haben und geld kosten.
Das Fileformat bzw. das Protokoll sollte jedoch offen bleiben.
Noch dazu wenn es sich um solchen firlefanz handelt.
Es gibt mittlerweile soviele Patente, da muss man schon aufpassen
wenn man ein paar zeilen schreibt nicht gleich verklagt zu werden.
Aber hier gibt es halt unterschiedliche meinungen dazu.
*Kopfschüttel*
Das Unternehmen was MS verklagt hat, hat genau die XML Funktion für Word 2003 und älter entwickelt. Da MS es nun mitanbietet verkaufen die natürlich gar nix mehr. Das kann man schon verstehen dass die entsprechend dagegen vorgehen. Wäre es Hinz und Kunz dann hätten sie wohl nicht das Geld für solch ein Prozess