Microsoft öffnet seinen App-Store

Dass es Microsoft dem Konkurrenten Apple nachmachen will und ebenfalls einen App-Store eröffnet, hat MS-Chef Steve Ballmer schon im November erklärt (siehe »App-Store auch von Microsoft«). Nun ist das Portal geöffnet – nicht zum Kaufen von Windows-Mobile-Anwendungen, sondern für die Entwickler: Sie können nun auf dem »Windows Marketplace for Mobile« ihre Anwendungen einstellen.

So einfach wie bei Apples Store fürs iPhone geht dies jedoch nicht. Natürlich ist ein Software Developement Kit (SDK) notwendig, mit dem die Applikationen in Zusammenarbeit mit Visual Studio 2005/2008 zu schreiben sind. Auch sind ein Active-Sync-Programm und eine Live-ID zwingend notwendig. Allerdings verlangt Microsoft vergleichsweise hohe Gebühren: Für eine Jahresgebühr von 99 Euro sind höchstens fünf Anwendungen hochzuladen. Werden es mehr, zahlt der Programmierer für jede weitere nochmals 99 Euro. Nicht gerade Entwickler-freundlich, wenn etwa Updates zu Mobile-Tools nachzuliefern sind. 70 Prozent des Verkaufserlöses geht zurück an die Entwickler. Wie auch Apple behält Microsoft somit ein knappes Drittel des Gewinns beim Download der Applikationen für sich.

Laut Microsoft sind die hohen Kosten nötig, um »einen rigorosen Prüfprozess« durchführen zu können. Man möchte »eine optimale Erfahrung für Endverbraucher gewährleisten«. Das sieht aber auch vor, dass es diverse Applikationen nicht auf dem Marktplatz geben wird: VoIP-Programme beispielsweise, die das Mobilfunknetz nutzen. Auch Applikationen, mit denen per Windows-Mobile-Handy auf anderen App-Stores eingekauft werden kann, wird Microsoft ebenso wenig zulassen wie Apps, die beispielsweise den Standard-Browser oder den Multimedia-Player ändern.

Ganz offiziell für Käufer eröffnet wird Microsofts Mobile-Marktplatz bei Erscheinen von Windows Mobile 6.5 im vierten Quartal dieses Jahres.