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Microsoft Hyper-V Server 2008 R2 (SP1)

Professionelle Virtualisierung: Was leisten Gratis-Lösungen?
Von , Yannick Guerrini

Auf dem Markt für Virtualisierungslösungen ist Microsoft, wie auf so manch anderem auch, erst mit etwas Verspätung eingetroffen, was den Konzern allerdings nicht daran hinderte mit der Hyper-V getauften Lösung eine recht brauchbare vorzustellen. Ursprünglich nur als eine Funktion von Windows Server 2008 gedacht (die finale Version wurde im Juni per Update veröffentlicht), wurde Hyper-V im Oktober 2008 schließlich doch als Stand-Alone-Variante gratis zur Verfügung gestellt und erhielt im September 2009 zudem ein großes Update, was sich auch in dem R2-Anhängsel im Namen verdeutlicht.

Hyper-V Server 2008 R2 ist mehr oder weniger eine Kern-Version von Windows Server 2008 R2 bei dem alle Funktionen des Hyper-V aktiviert, die des eigentlichen Windows Server jedoch deaktiviert sind. Zur Bedienung gibt es also keine grafische Benutzeroberfläche, sondern alle Befehle müssen direkt über die Kommandozeile eingegeben werden. Mit der Version R2 wurde auch die Windows Powershell v2 integriert.

Systemvoraussetzungen

Als Hardware-Voraussetzung für die Installation und den Betrieb des Hypervisors fordert Hyper-V Server 2008 R2 ein System mit mindestens einem x64-Prozessor, der die Virtualisierungstechnologien von AMD bzw. Intel also AMD-V oder VT-x unterstützt. Zudem muss Arbeitsspeicher mit einer Größe von mindestens 1 GB sowie ein Datenspeicher von wenigstens 8 GB zur Verfügung stehen.

Die Microsoft-Lösung unterstützt Systeme maximal acht Prozessoren, die bis zu 64 Kerne umfassen können; der Arbeitsspeicher kann bis zu 1 TB genutzt werden. Damit können schließlich maximal 384 virtuelle Maschinen auf einem physischen Rechner genutzt werden, wobei jede VM auf höchstens vier virtuelle x86- oder x64-Prozessoren und 64 GB virtuellen Speicher zugreifen kann.

Funktionalität

Zu den wichtigsten von Microsoft implementierten Funktionen des Hyper-V Server 2008 R2 gehören zum einen Core Parking, eine Technologie, die es erlaubt, nicht benötigte CPU-Kerne herunterzufahren, weil beispielsweise die Zahl der virtuellen Maschinen auf dem System sinkt. Daneben lassen sich mit Live Migration VMs von einem Gast-System auf ein anderes verschieben, ohne dass dabei andere Dienste unterbrochen werden müssen. Live Backup sichert VMs mit Hilfe der Volume Shadow Services ohne Unterbrechung. Das erste Service-Pack (SP1) für den Hyper-V Server 2008 R2 brachte zudem eine dynamische Speicherzuweisung in Fällen hoher Belastung sowie Remote FX, eine Technologie, die es dem Nutzer erlaubt, mit dem virtuellen System identische Erfahrungen zu machen, wie mit einem vergleichbaren physischem.

Der Hyper-V Server 2008 R2 trennt die für die Virtualisierung bereitstehenden Ressourcen in logische Einheiten auf, die als Partitionen bezeichnet werden und auf denen die Gast-Betriebssysteme ausgeführt werden. Jede dieser Partitionen kann nur auf ein virtuelles Abbild der Hardware-Ressourcen, den Prozessor inbegriffen, zugreifen.

Der Hypervisor ist zudem in der Lage Interrupts des Prozessors abzufangen und diese an die entsprechenden Partitionen umzuleiten. Hyper-V nutzt darüber hinaus die von den Intel- oder AMD-Prozessoren angedachte Hardware-Beschleunigung für die Virtualisierung (Intel VT-x und AMD-V, sowie EPT und NPT für die Übersetzung der Speicheradressen zwischen den verschiedenen virtuellen Adressräumen). Befehle der auf den einzelnen Partitionen installierten Gast-Systeme an virtuelle Peripherie-Geräte werden mit Hilfe des VMBus an die reale Peripherie weitergeleitet.

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  • SpalterG , 26. Oktober 2011 09:32
    Warum sind die Benchmarks auf französisch ? :D 

    Den Artikel werde ich mir später noch durchlesen.
  • hansenpansen@guest , 26. Oktober 2011 10:29
    @Matthias Wellendorf, Yannick Guerrini
    An einigen Stellem im Text würde es besser passen, das Wort "reelle HW" gegen "reale HW" zu tauschen.
    Oder gleich "physikalische HW" nennen.
  • -Iwan- , 26. Oktober 2011 10:36
    Da hat wohl wieder einmal die QS-Prüfung versagt:
    "...sind, der in der unter bestimmten Umständen in der Lage ist, eine..."
    "...Management-Server, ein Dell PowerEdge R610 auf dem Windows 2003 wurde als stellte die Active Directory bereit, ein..."
    Die Qualität der Artikel sinkt in letzter Zeit rapide...

  • benkraft , 26. Oktober 2011 13:20
    @Iwan - Danke für die Hinweise, die Fehler sind korrigiert.
  • Blacknose , 26. Oktober 2011 15:56
    Eigentlich ein schöner Vergleich, leider wird nicht auf VT-d/IOMMU eingegangen.

    Viele Grüße
  • smg72523889 , 27. Oktober 2011 10:52
    Danke für euren Test, der vor allem auch unternehmerisch interessant ist, allerdings hätte ich ihn mir etwas umfangreicher gewünscht.

    Als ich bei meinem jetzigen AG angefangen hab, haben die für jeden sch... einen Rechner konfiguriert und 1 Server
    hatten sie mit VMWare Server - miese Performance und das ständige Rechner bereitstellen = hohe Kosten.
    Dann hab ich mich mit vSphere durchgesetzt und seitdem läuft alles wunderbar... nur das einlesen in die VMWare-CLI mit Perl als Skriptsprache ist nervig (als nicht-Programmierer).

    Dass ihr jetzt in einem Test nachweist, dass VMWare tatsächlich die bessere Wahl war, beruhigt und freut mich, denn es schwirrt schon immer der Gedanke mit ob man die 1000er nicht anderswo investieren hätte sollen.
  • nasenmann72@guest , 27. Oktober 2011 12:04
    Warum fehlt hier Proxmox VE?

    http://www.proxmox.com/products/proxmox-ve

    http://pve.proxmox.com/wiki/Main_Page
  • gamefreaktegel , 3. November 2011 15:06
    warum eigentlich noch ESXi in der Version 4.1 und nicht 5.0 ?
    Der wurde deutlich vor XenServer 6 released...
  • BugFinder@guest , 23. März 2012 13:17
    Schade das im Vergleich KVM fehlt.