Vier Mini-ITX-Motherboards im Vergleich

Platinen mit diesem Formfaktor ermöglichen den Bau von Mini-PC-Systemen. Ist die Leistungsaufnahme gering, werden solche Rechner auch leise. Doch was taugt die Technik auf solchen kleinen Motherboards?

Das Thema Leistungsaufnahme ist für viele Personen bei weitem nicht so wichtig, wie uns die Hardware-Industrie gerne weißmachen möchte. Immerhin handelt es sich hierbei um lediglich einen, wenn auch wichtigen, Schlüsselfaktor für eine Kaufentscheidung. Allerdings hat der Fortschritt nicht nur effizientere Produkte, sondern auch zahlreiche leistungsstarke Produkt-Designs hervorgebracht, die kleiner sind als vorhergehende Generationen. Wir haben vier integrierte Motherboard-Lösungen für SFF-Plattformen (Small Form Factor) getestet.

Klein, aber auch fein?

Da ein riesiges Gaming-System mit einem schicken Gehäuse genauso hip sein kann wie ein schlanker und modischer Formfaktor-PC, ist das ganze sicherlich Geschmackssache und kommt auf persönliche Vorlieben an. Während der eine allein schon durch seine Gegenwart in jedem Raum gut aussieht, glänzt der andere eben gerade deswegen, weil man ihn nicht groß wahrnimmt. Es lässt sich nicht leugnen, dass ein wirklich omnipotentes kompaktes PC-System in der Tat attraktiv ist. Sofern der PC klein genug ist, brauchen Sie unter Umständen nicht einmal ein dediziertes HTPC-System in Ihrem Wohnzimmer – Sie können das Gerät auch ganz einfach von einem Raum in einen anderen tragen und hätten alles einsatzbereit zur Hand.

SFF-Designs und seine Grenzen

Da ein MiniITX-Layout, der beliebteste Formfaktor für kleinste PCs, nur begrenzten Platz bietet, sind den Herstellern in Sachen Funktionsvielfalt und Konnektivität eher die Hände gebunden als bei einem normalen ATX- oder selbst einem MicroATX-Motherboard. Von mehreren Erweiterungssteckplätzen und Multigrafik-Konfigurationen sowie flexiblen Speicher-Interfaces und mehreren Speicher-Sockeln kann hier kaum mehr die Rede sein. Diese passen einfach nicht in ein SFF-Motherboard. Im diesem Zusammenhang könnten bestimmte Übertaktungsfunktionen zwar weiterhin zur Verfügung stehen, sie wären allerdings auf Grund der räumlichen Beschränkung für leistungsstarke Spannungsregler eingeschränkt. Kurz zusammengefasst ist es technisch sogar möglich ein SFF-System zu übertakten. Allerdings leiden Übertaktungseigenschaften und –spannen unter der physischen Beschränkung der Komponenten.

Sind kleine Abmessungen mit einer geringeren Leistungsaufnahme gleichzusetzen?

Die meisten würden dem wohl zustimmen, obwohl zwischen Größe und Effizienz keine direkte Verbindung besteht. Zwar lässt sich sagen, dass Systeme mit einem kleinen Formfaktor und der damit einhergehenden begrenzten Komponentenanzahl dazu neigen, weniger Energie zu verbrauchen. Allerdings ist ein sauberes und effizientes Layout immer noch wichtiger als eine geringere Größe. Die meisten Systeme in diesem Artikel nehmen zwar vergleichsweise wenig Leistung auf, sie haben allerdings auch keine neuen Effizienzrekorde aufgestellt.

Eins steht allerdings fest: Da lediglich eins der vier MiniITX-Motherboards einen vollwertigen PCI Express x16-Steckplatz bietet, ist es höchst unwahrscheinlich, dass die anderen drei jemals mit einer leistungshungrigen Grafikkarte ausgestattet werden. Infolgedessen nehmen alle Systeme mit integrierter Grafik sowieso verhältnismäßig wenig Leistung auf.

Prozessoren: Alles ist erlaubt

Was die Unterstützung von Prozessoren angeht, haben wir gute Nachrichten für Sie: Alle Plattformen in diesem Artikel unterstützen fast die komplette Prozessorpalette von AMD und Intel. Sofern gewünscht, können Sie also durchaus auch einen schnellen Quad Core verwenden. Wir haben uns mit dem AMD Phenom II X2 550 und dem Intel Core 2 Duo E8600 für die schnellsten erhältlichen Dual-Core-Prozessoren entschieden. Beide liefern bei niedriger Leistungsaufnahme die beste Performance und machen für aktuelle SFF-Systeme wahrscheinlich am meisten Sinn.

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14 Kommentare
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  • rubbelmeister
    Dieser Vergleich ist doch für die Tonne. Die Prozzis sind nicht miteinander vergleichbar. E8600 und P2 X2 550 zielen doch auf verschiedene Preis- und Leistungsklassen ab.
    Wenn ihr schon verschiedene Plattformen miteinander vergleicht, dann verwendet wenigstens die Prozzis, die sich in einer Leistungsklasse befinden, z,B. P2 X2 550 und E7400 oder E7500.
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  • fbx
    Wahrlich ein Äpfel mit Birnen Vergleich: 200€ gg 80€ CPU; bitte mal grundsätzlich gleiche Preisklassen vergleichen (nicht Leistungsklasse!); weil so kauft ja auch der durchschnittsanwender. festes Budget was bekomme ich dafür- wer bietet dafür mehr Leistung.
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  • checkmate
    Das mit der CPU Wahl war vielleicht etwas ungeschickt. Das eigentliche Fazit ist, dass die 2 Zotac Boards als Desktopersatz dienen können. Schade das es kein AM3 Board mit ATI Grafik geworden ist. Schade auch, das ausgerechnet nur die stärkste Onboardgrafik durch einen PCIe x16 ersetzbar ist, die 8200er leider nicht. :ouch:
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  • rubbelmeister
    @fbx,
    weil hier Augenmerk auf die Boards liegt, denke ich, dass die CPU-Auswahl nach Leistungsklasse gewählt werden muss. So werden die Messwerte nicht verfälscht und man bekommt annäherend die Leistungsfähigkeit des Boards.

    Zitat:
    Das mit der CPU Wahl war vielleicht etwas ungeschickt.

    @checkmate,
    "vielleicht etwas" sollte man durch "leienhaft" ersetzt werden.
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  • crisp
    Hab mir letzte Woche das Zotac GeForce 9300 ITX WiFi gekauft und mit einem Q8200 Prozessor ausgestattet. Die Wahl eines geigneten Gehäuses für diese Konfiguration stellte sich als äuserst schwierig dar:

    Da man sich ja für ein Mini ITX Board entscheidet weil man auch ein kleines Gehäuse haben will. Jedoch produziert ein solcher Prozessor doch einiges an Wärme welche sich widerum in einem solchen Gehäuse aufstaut und der CPU Kühler auf maximum läuft und das Trommelfell zum Platzen bringt. Auf jeden fall wenn man sich für dieses Gehäuse entscheidet: JCP MI 101 schwarz :(

    Mittlerweile habe ich es schon gegen das Lian-Li PC-Q07R Umgetauscht jedoch noch nicht ausprobiert.

    Interessant wäre den 13 Mini-ITX-Gehäuse im Test zu erweitern um zu sehen welche Gehäuse sich eigenen um eines von diesen 4 Bords zu verwenden.
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  • pescA
    @crisp
    Das Lian-Li PC-Q07R ist fein und sieht gut aus. Aber wenn du eine Grafkkarte verbauen willst etwas ungeeignet. Wenn du keine verbauen willst, währe es mir aber zu groß :)

    Ich finde ITX interessant und wenn mein mATX System zu alt ist werde ich mir vermutlich eins kaufen. Dabei finde ich - derzeit - das SilverStone Sugo SG05 am interessantesten. Ist hier im "Test" zu finden.
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  • aarfy
    Für Rechner ohne Grafik wäre vielleicht die HFX micro Serie zu überlegen - leider kann man dort lediglich das AMD Board verwenden - da AMD der einzigste Hersteller ist der auf die hier vorgestellten Board Prozessoren mit einer TDP von unter 35W aufsetzt. Der kleinste verwendbare Intel ist der E8200 - mit ner TDP von 65W - das schafft das Gehäuse nicht. Alternativen erreicht man nur mit viel Bastelei und zu einem hohen Kaufpreis. (mittels selbstgebogener Heatpipes die Wärme aus dem Gehäuse führen und z.B. mit Peltier Elementen kühlen o.Ä.)
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  • kayvoss123
    Kann man auf diesen boards auch eine halbwegs gute graka verbauen? Ein hd4850 z.B.?
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  • checkmate
    @ Kay

    Deine Frage wird im Test beantwortet. Einfach mal den Artikel lesen. :ouch:
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  • xxl-et
    Kann THG nicht mal einen großen Vorwurf machen, dass sie für AMD nur die alte 8200er Plattform von Nvidia nehmen. Was man sich wünscht, ist ein AM2+ oder AM3 Board mit 780G oder 785G Chip, da könnte man sich die GraKa für die meisten Aufgaben eines ITX-HTPCs echt sparen. Aber solche Boards sind so gut wie nicht zu finden. Keiner der großen Hersteller hat hier etwas im Portfolio... ich finds extrem schade, da damit in Kombination mit einem Athlon II X4 605e (45Watt) eine leistungsfähiges, sparsames System in einem Ultra-Slim-Gehäuse eingesetzt werden könnte.

    Aber vielleicht kennt ihr ja ein AM3 Board mit ITX-Format?!
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  • thaToken
    Zitat:
    Kann THG nicht mal einen großen Vorwurf machen, dass sie für AMD nur die alte 8200er Plattform von Nvidia nehmen. Was man sich wünscht, ist ein AM2+ oder AM3 Board mit 780G oder 785G Chip, da könnte man sich die GraKa für die meisten Aufgaben eines ITX-HTPCs echt sparen. Aber solche Boards sind so gut wie nicht zu finden. Keiner der großen Hersteller hat hier etwas im Portfolio... ich finds extrem schade, da damit in Kombination mit einem Athlon II X4 605e (45Watt) eine leistungsfähiges, sparsames System in einem Ultra-Slim-Gehäuse eingesetzt werden könnte.


    Große Hersteller verfolgen ja auch nicht unbedingt das Ziel, das beste Produkt hinzustellen, solang sich der alte schrott auch noch für über 100ocken verticken lässt und dann noch AMD-ITX, uuuuh ganz gefährliches Pflaster. Verstehs ja gar nicht... Das beste was zu haben ist, ist meiner Meinung nach immer noch das hier:

    http://www.barebonecenter.de/index.php/Mainboards/JW-MINIX-780G-SP128MB-HDTV-auf-kleinstem-Raum.html

    hoffe das bald ein nachfolger mit 785G Chipsatz rauskommt. Das Ganze mit einem 605e ist in der Tat der Wahnsinn.
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  • checkmate
    @token

    Kein Netzwerkcontroler, Alter ALC885 Sound und dann noch der Test mit einem 90nm Athlon, wenn das das beste sein soll, dann gute Nacht

    Ach ja, Phenom I werden supportet, von Phenom II keine Rede. Nochmals gute Nacht!

    Nochmals gute Nacht für DX10 unter WIn7
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  • Anonymous
    Tja wo kann man denn eigentlich das iBase MI950AF kaufen? Würde sich für mein geplantes Nas super eigenen.. Aber wo kaufen?

    Ist undervolting bei den Boards möglich?
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  • Anonymous
    @thaToken :

    es gibt doch einen Nachfolger: MINIX™ 785G-SP128MB
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