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Motorola erwägt Einstieg in den Patentkrieg

Von , David Civera - Quelle: Tom's Hardware FR | B 7 kommentare

Wirtschaftlich nicht in der besten Situation, könnte der Konzern versuchen sich an Lizenzgebühren von Konkurrenten gesund zu stoßen - auch auf Kosten von Android, das durch immer ausuferndere Gebühren im Fortbestand bedroht wird

Der Krieg um Marktanteile mit Patent nimmt immer groteskere Züge an. Waren es bisher vor allem Firmen außerhalb der Android-Sphäre, die die dazugehörigen Gerätehersteller sowie Google vor die Gerichte dieser Welt bestellten, scheint mit Motorola nun auch einer der großen Hersteller von Android-Geräten Gefallen an den Schlachten mit Patenten zu finden. Laut des Vorstandsvorsitzenden Sanjay Jha prüft der Konzern gerade, ob man von konkurrierenden Smartphone- und Tablet-Herstellern Lizenzabgaben verlangen könne.

Auch wenn die Nachricht eine kleine Überraschung ist, ist es nicht das erste Mal, dass Motorola angekündigt hatte, dem klagefreudigen Zirkel rundum Microsoft, Oracle, Apple, Google, Samsung und HTC beizutreten, aber es wäre das erste Mal das ein Hersteller von Android-Devices Lizenzkosten von Geräte-Lieferanten mit der gleichen Plattform verlangen könnte. Unweigerlich würde der Konzern sich auf diese Weise nicht nur gegen Konkurrenten richten, die ebenfalls Android als Betriebssystem nutzen, sondern indirekt das OS selbst attackieren.

Solche Gedankenspiele sind nicht zuletzt der schwierigen Situation geschuldet, in der Motorola selbst steckt, denn die Verkäufe des Honeycomb-Tablets Xoom sind alles andere als berauschend. Gerade einmal 440000 Stück konnten in den letzten drei Monaten verkauft werden – Apple lieferte im selben Zeitraum 9,2 Millionen seines iPad 2 aus. Würde man bei anderen Herstellern Lizenzgebühren einsammeln, könnte der Preis der eigenen Telefone im Vergleich künstlich niedrig gehalten werden – ein klarer Wettbewerbsvorteil. Möglich werden solche Gedankenspiele aufgrund eines enormen Patente-Portfolios, das Motorola in eine äußerst privilegierte Lage versetzt.

Schnell könnte ein solcher Schlag jedoch auch nach hinten losgehen, denn der Konzern ist wie kaum ein anderer von Googles Betriebssystem Android abhängig. Dieses gerät allerdings in immer schwereres Fahrwasser. Nach Schätzungen könnten Konzerne Microsoft, Apple, Nokia, RIM, HP, Oracle und einige andere Hersteller die Lizenzkosten für ein Android-Smartphone eines Herstellers wie HTC schnell auf 70 Dollar ansteigen lassen. Ein Wert der nicht so unrealistisch ist, schließlich kassiert Microsoft schon heute bei jedem Android-Device fünf Dollar ab, und es sind noch zahlreiche Verfahren anhängig.

Damit jedoch würde das Verhältnis zwischen Produktionsaufwand und Lizenzgebühren vollständig aus dem Gleichgewicht geraten – durchschnittlich zahlen die Hersteller für Bildschirm oder Speicher weniger als 30 Dollar. Würde eine solche Entwicklung Realität werden, wäre Android als System im Fortbestand bedroht.

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  • Anonymous , 12. August 2011 12:53
    warum gegeneinander und nicht einfach zusammen. wenn alle androidhersteller eine anroid allianz gründen und ihre patente in einen topf werfen, dann hat man plötzlich mehr gegen apple, microsoft und co in der hand als sie gegen einen und das spiel mit den lizenze läuft andersrum
  • matthias wellendorf , 12. August 2011 14:21
    vermutlich steht motorola das wasser schon bis zum hals. zwar baut man gute geräte, aber technische innovationen werden nur langsam übernommen; von der schlechten update-politik, die sicherlich schon viele nutzer verscheucht haben dürfte mal ganz zu schweigen. derzeit dürften nicht allzu viele motorola-smartphones über den ladentisch gehen. und das xoom war mit hoher wahrscheinlichkeit ein milionengrab. da wird die luft mal ganz schnell dünn, und ein investor ist nicht in sicht. die interessenten eher dürften abwarten bis das lichtlein erloschen ist und sich dann am aas weiden.

    da greift man schon mal zu einem der letzten sich bietenden strohhalme...
  • mawa , 13. August 2011 17:22

    Klar, anders wird Motorola wohl auch in der Zukunft wohl kein Geld mehr verdienen. Die Ingenieure sind zwar in der Lage gute Hardware zu designen, werden aber von den BLWern und dem restlichen Wasserkopf ausgebremst. Was liegt da näher als auf den Patenzug mit aufzuspringen, dann kann man auch gleich die Ingenieure wegrationalisieren. Macht es nur IBM nach, die konnten auch mehrere Jahre gut von ihren Patenten leben. Als das Geld dann irgendwann doch mal knapp wurde, hat man halt die letzten gut laufenden Bereiche (thinkpad) verkauft. Naja, vielleicht haben sie jetzt endlich wieder die Kurve gekriegt.
    Aber Moto ist leider das Letzte. Mit dem Milestone hatten sie endlich wieder mal eine gute Hardware am Start und dann versauen sie die Software. Dem Anwender erst einmal etwas dick von Flash versprechen, was bis heute nicht eingehalten wurde. Updates ziehen sich hin, stromfressende Konfigurationen und Leuten, die hier etwas ändern wollen, legt man Steine in den Weg. Ich denke es ist nicht zu viel verlangt, ein Händy mindestens 1 oder 2 Jahre nach Einstellung mit Updates zu versorgen. Damit meine ich nicht Android 3, sondern lediglich bis zur Letzten von der Hardware unterstützten Version des Betriebssystems und Fehlerbereinigungen.
    Bei den scheint sogar der Akku verdongelt zu sein. Bei anderen Akkus als den org. Moto Akku verweigert das Gerät die Schnellladung und es gibt keine Anzeige des aktuellen Akkustandes.

    Das nächste Gerät wird bei mir mit Sicherheit nicht mehr von Moto sein. Ich hoffe, das HTC bald mal wieder ein gutes Smartphone mit Tastatur raus bring.
  • Alle 7 Kommentare anzeigen.
  • fffcmad , 15. August 2011 08:55
    Sei froh das es die Schnellladung verweigert. Etwas Anderes als einen Original- Akku oder !lizensierten! Nachbau solltest du besser erst gar nicht verwenden... Li- Akkus brennen und explodiieren naemlich so schoen bei falscher Handhabung oder wenn an der Hardware gespart wurde...
  • sireristof1332 , 15. August 2011 10:26
    Apple uckt mehr is da nicht zu sagen
  • sireristof1332 , 15. August 2011 10:26
    sireristof1332Apple uckt mehr is da nicht zu sagen

    Suckt *
  • Annexe@guest , 15. August 2011 20:22
    Das Thema dürfte sich jetzt wohl auch gegessen haben...