Das Betriebssystem Open-E DSS 6.0 stattet NAS-Laufwerke mit professionellen Storage-Funktionen aus. Wie es funktioniert, zeigen wir am Beispiel des Thecus N8800PRO.
In kleinen und mittelständischen Unternehmen fällt jeden Tag eine große Menge an Daten an, die sicher gespeichert und archiviert werden muss. Vom Umfang her dürfte diese Informationsflut mancher öffentlichen Einrichtung oder manchem Amt gleichkommen: Beispielsweise generiert das deutsche Elektronensynchrotron (DESY) in Hamburg, eine Stiftung bürgerlichen Rechts, pro Experiment 100 Terabyte Rohdaten, und das Rechenzentrum im Klinikum Oldenburg muss für elektronische Krankenakten Monat für Monat 20 GByte Speicherplatz bereitstellen.
Um diese Datenmenge nicht nur zu speichern, sondern auch möglichst kostengünstig zu verwalten und Anwendern samt Anwendungen bei Bedarf effizient zur Verfügung zu stellen, braucht es ausgefeilte Storage-Technologien. Dafür stehen DAS-, SAN- und NAS-Lösungen unterschiedlichster Größenordnungen parat, wobei sich besonders die NAS-Systeme zu einer guten Partie für kleine und mittelständische Unternehmen entwickelt haben. Ein NAS kommt mit verhältnismäßig günstiger Hardware aus, macht den Datenaustausch in Netzwerken durch eine Vielzahl von Fileprotokollen einfach und bringt Backup-Mechanismen samt Datenreplikation und -synchronisation gleich mit.
KMUs, die in einen professionellen NAS-Speicher investieren wollen, können zwar aus einer großen Zahl passender Lösungen auswählen. Geht es aber darum, ein Gerät zu bekommen, das hohe Zuverlässigkeit und hohe Geschwindigkeit bietet, durch gute Supportleistung überzeugt und obendrein auch noch zu einem relativ günstigen Preis über die Ladentheke geht, dünnt sich das Sortiment schon beträchtlich aus. Storage-Server mit redundantem Netzteil, starkem Multicore-Prozessor und hoher Datenübertragungsrate sind jedoch nicht grundsätzlich teuer. Das zeigt das Thecus N8800PRO, der trotz Vollbestückung mit 8x 2 TB-Festplatten lediglich um die 2400 Euro kostet und damit deutlich preiswerter daherkommt als "richtige" Storage-Server-Hardware, für die man mindestens den 1,5-fachen Kaufpreis löhnen muss.
Die niedrigen Anschaffungskosten sind jedoch nicht das einzig interessante am N8800PRO, denn das NAS lässt sich mit einer alternativen Firmware noch deutlich effizienter auf Storage-Belange trimmen, als es der Hersteller vorgesehen hat. Die Rede ist von Open-E Data Storage Software V6, einem Betriebssystem, das sich voll und ganz auf Storage-Aufgaben konzentriert und seine Funktionen unter anderem über iSCSI, CIFS oder gar Fibre Channel zur Verfügung stellt. Das Setup von DSS 6.0 ist sehr einfach, denn das Betriebssystem lässt sich einfach von einem USB-Stick oder einer CD starten. Die Hardware-Erkennung läuft ebenso automatisch ab wie die die Installation der Treiber, etwa für den RAID-Controller oder die Ethernet-Karte.
Das Gespann aus Open-E DSS 6.0 Software und Thecus N8800PRO stellen wir im Folgenden genauer vor, wobei wir den Fokus auf das alternative OS legen. Im Paket ist beides bei der Firma xtivate erhältlich. Bei gleicher Server-Konfiguration kostet der Thecus N8800PRO zusammen mit Open-E DSS 6.0 dort etwa 400 Euro mehr gegenüber der Standard-Version mit Thecus-Firmware.
- Storage-Spezialist
- Thecus N8800PRO im Detail
- Thecus N8800PRO: Ein Blick ins Innenleben
- Thecus N8800PRO mit Open-E DSS 6.0
- Open-E: RAID konfigurieren
- Open-E: Volume-Group erstellen
- Open-E: User und Shares für NAS-funktionalität anlegen
- Open-E: Administrator-Einstellungen, iSCSI und Failover
- Open-E: System- und Hardware-Status
- Testsystem und Benchmarks
- Ergebnisse: Multimedia-Benchmarks
- Ergebnisse: Office-Benchmarks
- Fazit: Leicht nachrüstbare Storage-Funktionen

Was hat Euch Open-e eigentlich für diese Werbeveranstaltung bezahlt? Man hat den Eindruck, dass es hier nicht um die System+Software-Kombination geht, sondern eigentlich nur um open-e.
Auf anderen Thecus-Boards für das N7700/N8800 (Ver 1.0) kamen noch die erwähnten Marvell-Controller zum Einsatz, das ist richtig. Siehe z.B. hier:
Bei dem mir vorliegenden N8800PRO mit Board-Version 1.4 sind jedoch die im Text erwähnten SiL-3132 verbaut.
Zudem wird auch das Kernelmodul sata_sil24.ko geladen und kein mv_sata oder ähnliches.
Gruß
Marcel