Hintertürchen für NSA in Chips von AMD und Intel?

Der Umfang der Spionage-Aktivitäten des US-amerikanischen Geheimdienstes NSA nimmt immer größere Dimensionen an. Zuletzt wurde bekannt, dass weltweit nicht nur Metadaten abgegriffen und gespeichert werden, sondern mit einem Programm namens XKeyscore auch nach konkreten Inhalten gesucht wird.

Nun scheint sich die nächste Hiobsbotschaft anzubahnen. Finanz Review berichtet, dass in den Chips von AMD und Intel Hintertürchen eingebaut werden, mit denen sich der Geheimdienst direkten Zugriff auf den Prozessor verschaffen kann. Dabei beruft man sich auf den Technologie-Experten Steve Blank, der zu Beginn seiner Karriere als Auftragnehmer selbst für die National Security Agency tätig war, und behauptet, dass ein Zugriff auf die Hardware erfolgen kann noch bevor Sicherheitslösungen und Verschlüsselungen greifen - ähnlich wie bei Microsoft Email-Programmen.

Die Technik dazu wird längst genutzt: Seit 1994 lässt sich Intel einen Zugang zu seinen Chips offen, um auf einfache Art und Weise Patches bei Bugs einspielen zu können. Seit 2000 soll Intel auf diesem Weg 29 Veränderungen am Microcode von Prozessoren vorgenommen haben. Andere Hersteller wie AMD haben diesen Ansatz übernommen.

Intel weist die Behauptung allerdings entschieden zurück.

Blank sieht allerdings noch einen anderen Weg, über den die NSA Zugriff auf die Hardware von Rechnern erhalten kann: Getarnt als Windows-Sicherheits-Update könnte der Geheimdienst ebenfalls eigene Microcodes in die Hardware einspielen. Inwieweit sich diese Vermutungen bestätigen, bleibt abzuwarten. Einen ersten Indiz, dass sie nicht gänzlich aus der Luft gegriffen sind, liefert Russland. Dort ist man in sicherheitsrelevanten Bereichen mittlerweile wieder auf die elektronische Schreibmaschine umgestiegen.

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31 Kommentare
    Dein Kommentar
  • numerobis
    Als ich das mit der Schreibmaschine gelesen hab, musste ich doch eben mal kurz nachschauen, ob ich nicht aus Versehen bei der Blödzeitung gelandet bin, die hatten das vor ner Woche oder so auch schon geschrieben...
    Bevor man auf ne Schreibmaschine umsteigt gibt es ja doch wohl noch ein paar andere Möglichkeiten - zB. den Internetstöpsel ziehen... und soviel technisches Verständnis traue ich den Russen doch ohne Weiteres zu... ^^
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  • mareike
    da duerften die netzwerkchips (zb realtec) deutlich interesanter sein, trafic vorbei an jeder firewall.
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  • Krampflacher
    Danke, das hat mir die Entscheidung für ein Tablet mit Qualcomm-CPU leichter gemacht. Obwohl ich mir nicht einmal bei denen sicher bin, ob der Ami dort nicht auch eine Niederlassung hat.
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