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Nettop-Tuning: Wie es geht, was es bringt

Nettop-Tuning: Wie es geht, was es bringt
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Nettops sind keine Rechenboliden sondern eher bessere Schreibmaschinen. Kann man durch mehr Speicher oder eine schnelle SSD mehr aus den kleinen Systemen herausholen? Wir tunen drei Nettops und checken, welche Komponente am meisten bringt.

Das Nettops keine Performance-Renner sind, ist kein Geheimnis - aber das sollen sie auch gar nicht sein. Sie sollen einfach für grundlegende Aufgaben ausreichende Leistung bereitstellen und dabei möglichst wenig Strom verbrauchen.Wie sich verschiedene Nettop-Plattformen von AMD, Intel und VIA dabei schlagen, haben wir kürzlich in unserem Artikel Scharmützelchen auf dem Desktop: Nettop-Plattformen im Vergleich geprüft.

Allerdings interessierte beschäftigte uns das Thema Nettop-Performance doch ein wenig weiter. Wir fragten uns: Ist die CPU wirklich der Bremsklotz im System? Kann man doch noch mehr aus den Systemen herausholen, wenn man ihnen mehr Speicher oder eine SSD spendiert? Einen ähnlichen Versuch haben wir bei einem Netbook der ersten Generation übrigens schon 2008 im Artikel Tuning ALDI-Netbook: CPU übertakten, Speicher aufrüsten unternommen. Das Fazit lautete damals, dass Aufrüsten wenig bis gar nichts bringt - am meisten half, die CPU höher zu takten. Allerdings haben wir es heute mit schnelleren Komponenten zu tun, und das gilt für CPU, Speicher und SSD gleichermaßen. Gilt das Fazit von damals immer noch, oder sollte man doch in die eine oder andere Komponente mehr investieren?

Kandidaten und Komponenten

Die ZBOX tritt in drei Varianten an: Intel Celeron, Intel Atom und AMD FusionDie ZBOX tritt in drei Varianten an: Intel Celeron, Intel Atom und AMD Fusion

Als Nettop-Probanden greifen wir auf drei ZBOXen aus unserem Plattform-Vergleich zurück, und zwar die Modelle ID80 Plus (Celeron 857), ID81 Plus (Atom D2700) und AD04 (Fusion E-450). Zotac hatte uns die Testgeräte in der Plus-Variante zur Verfügung gestellt, also mit jeweils identischen 2 GB DDR3-1333-RAM und einer 320-GB-HDD von Samsung.

Technische Daten: Nettop-Plattformen von AMD und Intel
ModellZBOX ID80 PlusZBOX ID81 PlusZBOX AD04 Plus
HerstellerZotacZotacZotac
Festplatte320 GB, Samsung320 GB, Samsung320 GB, Samsung
CPU
Intel Atom D2700
2x 2,13 GHz (+Hyper-Threading)
Intel Celeron 857
2 x 1,2 GHz
AMD E-450
2 x 1,65 GHz
ChipsatzIntel NM10Intel HM65AMD M1
RAM Ausbau2 GB DDR3-13332 GB DDR3-13332 GB DDR3-1333
GrafiklösungNvidia GT520M (GF119),
512 MB DDR3, DirectX 11
Intel HD Graphics
DirectX 10.1
AMD Radeon HD 6320
DirectX 11
AudioRealtek ALC892Realtek ALC892Realtek ALC892
USB 2.0
4 (1 vorn, 2 hinten, 1 rechts)4 (1 vorn, 2 hinten, 1 rechts)4 (1 vorn, 2 hinten, 1 rechts)
USB 3.0
2 (2 hinten)2 (2 hinten)2 (2 hinten)
Externe Displays
HDMI, DVIHDMI, DVIDisplayPort, HDMI
eSATA---
LAN
Gigabit LANGigabit LANGigabit LAN
WiFi
802.11n802.11n802.11n
Card Reader
SD(HC), MS(Pro),xD, MMCSD(HC), MS(Pro),xD, MMCSD(HC), MS(Pro),xD, MMC
Bluetooth
Bluetooth 3.0Bluetooth 3.0Bluetooth 3.0

 

Konkret wollten wir wissen, wie sich mehr Speicher und eine aktuelle SSD auf die Anwendungsleistung auswirken. Auf synthetische Tests wie PCMark haben wir dabei verzichtet, denn die zeigen sich von SSDs und Speicher deutlich mehr beeindruckt, als es sich in der Praxis widerspiegelt. Beim RAM gingen wir pragmatisch vor und ergänzten beim jeweils aktuellen Testgerät ein 2-GB-Modul von einem anderen Exemplar.

Nicht zu wenig, nicht zu viel: Corsair Force 3 mit 120 GBNicht zu wenig, nicht zu viel: Corsair Force 3 mit 120 GB

Auch bei der SSD wollten wir es nicht übertreiben. Dass wir eine Größe von 120/128 GB als guten Mittelweg zwischen Kapazität und Kosten ansehen, dürfte inzwischen bekannt sein. Dennoch muss man für einen Nettop nicht gleich zum Spitzenmodell greifen. So kamen wir zur Corsair Force 3 mit 120 GB, einem SandForce-2-Laufwerk mit asynchronem NAND-Flash und SATA-6Gb/s-Schnittstelle.

In mehreren Schritten testeten wir die diversen Kombinationen, die sich daraus ergeben:

  • 2 GB RAM, HDD
  • 4 GB RAM, HDD
  • 2 GB RAM, SSD
  • 4 GB RAM, SSD

Das System wurde beim Wechsel auf die SSD geklont, sodass wir es mit exakt derselben Ausgangslage zu tun haben. Wie man die Komponenten ein- bzw. umbaut und das Betriebssystem klont, zeigen wir auf der nächsten Seite.

7 Kommentare anzeigen.
Sortieren nach: Neueste zuerst | Älteste zuerst
  • stergios78 , 8. März 2012 09:31
    Ob nun Nettop oder Netbook hier meine Erfahrungen mit einem Sony P31ZK 8.9" Netbook 1600x768 Auflösung ,Intel Atom Z540 CPU und GMA 500 (PowerVR SGX 535), welches ich 1 Jahr mit SSD benutzt habe.

    Wollte dem doch sehr schwachbrüstigen Netbook mit seiner 80GB 1.8" ZIF Festplatte, etwas mehr Performance spendieren, damit der Rechner nicht ständig einfriert.
    Also habe ich eine 120GB SSD (Mach Xtreme Technology MX-NANO ZIF 120GB) für damals 190€ gekauft. Tatsächlich konnte die Geschwindigkeit beim Booten und beim Starten von Anwendungen drastisch erhöht werden, jedoch spürte man im Alltag nicht viel vom teuren Upgrade.

    Natürlich ist das Freezen des OS mittlerweile auf Null runter dank SSD, jedoch freezt die Kiste nun manchmal beim Hochfahren. Wie auch immer.

    Für mich war das Ergebnis, dass ich Perlen vor die Säue geschmissen habe. Der ATOM profitiert nur selten von der SSD. Ob das nun am Poulsbo Chipsatz, dem lahmen Atom, oder sonst wo lag keine Ahnung. Ganz im Gegenteil dazu ein normaler Desktop. Ein Intel i3 2125, oder ein C2Q 9550s gepaart mit einer SSD und der Spaß kann beginnen. Nur noch Freudentränen!
    Somit kann ich das Ergebnis unterschreiben: eine schwache CPU limitiert doch stark eine SSD.
  • klomax , 8. März 2012 09:41
    Interessanter ist imo der Leistungsvergleich zwischen den CPUs, wobei insbesondere der Celeron nett anzuschauen ist.

    Von der SSD-Geschichte ist nicht viel zu erwarten gewesen. - Muss doch etwas frustrierend sein, wenn sich in den Benchmarks nichts signifikant abzeichnet.;)

    Außer Booten nix geboten.
  • gR3iF , 8. März 2012 10:00
    Zumal die SSd hier sehr wahrscheinlich mit dem falschen Alignement und ohne Trim betrieben wurde... Genauso doof.
  • benkraft , 8. März 2012 10:04
    @klomax - Da verweise ich gern noch mal auf den Nettop-Plattform-Vergleich. ;) 
  • benkraft , 8. März 2012 10:25
    @gR3iF - Trim dürfte keinen Unterschied machen. Zwei Gründe: Nur relevant, wenn die SSD schon voll zugemüllt wurde hier nicht der Fall); SandForce führt seine Garbage Collection im Vordergrund aus.
    Das Kriterium Alignment müssten wir noch einmal nachprüfen. Ist die Frage, wie ein Imager das beim Klonen umsetzt.
    Eine Neuinstallation hat zwar den Charme, dass alles frisch ist - aber das ist in diesem Fall auch der Nachteil. Wir wollten eben genau die Installation in allen Varianten testen, die auf dem Ausgangssystem lief.
  • cowboystiefelkai , 8. März 2012 17:16
    Das muss wohl am System liegen - bei normalen PCs bringt ne SSD schonmal 35 % Leistungssteigerung.
  • benkraft , 10. März 2012 15:02
    Zitat :
    Das muss wohl am System liegen - bei normalen PCs bringt ne SSD schonmal 35 % Leistungssteigerung.


    Man sieht auch hier, dass die SSD was bringt - immer dann, wenn es absolut nicht auf RAM-Größe und/oder CPU-Leistung ankommt. Ansonsten wird vor allem die CPU zum Flaschenhals, weil die Daten nicht schnell genug aufbereitet werden können, um sie schneller als bei einer HDD zu schreiben.
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