Netzteil mit 90 Prozent Wirkungsgrad
In der Regel sind Netzteil-Hersteller schon stolz, wenn ihre Geräte eine Effizienz deutlich über 80 Prozent aufweisen. Ein taiwanischer Hersteller will nun mit einem 850-Watt-Netzteil gar die 90-Prozent-Marke geknackt haben.
Geht es um die Effizienz ihrer Netzteile, schielen viele Hersteller von Power Supply Units nach Marketing-trächtigen Auszeichnungen der US-Initiative 80plus.org. Nur wenige Geräte dürfen sich bislang mit einem der so genannten »80+-Silver«-Awards schmücken, darunter das ebenfalls auf der Computex gezeigte UCP 900W von Cooler Master (siehe »Silver-Award für Cooler-Master-Netzteil«).
Die Liste der Gold-Awards von 80plus.org ist noch gähnend leer, könnte aber bald einen ersten Preisträger bekommen: Der Hersteller Channel Well Technology verkündete in Taipei, dass eines seiner Netzteile einen Wirkungsgrad von 90 Prozent und mehr aufweist. Eine solche Energieeffizienz wäre natürlich eine feine Sache — allerdings stehen derzeit noch unabhängige Bestätigungen und Messungen aus. Die Behauptung von CWT hat aber aus mehreren Gründen Gewicht: So mag CWT zwar nicht sonderlich bekannt sein. Doch der Netzteil-Markt wird von Anbietern beherrscht, die die PSUs gar nicht selbst produzieren. Die meisten kommen von nämlich aus der CWT-Schmiede.
OEM-Partner ist CWT unter anderem für so namhafte Unternehmen wie Chieftec und Thermaltake. Nach CWT-Aussagen basiert das Geschäft des Unternehmen zu satten 80 Prozent auf solchen OEM-Bestellungen. Würde die Firma auch selbst als Anbieter fungieren, hätte sie den Konkurrenten eins voraus: Mit der jahrelangen Erfahrung auf dem Sektor der PSU-Fertigung könnte CWT neue Techniken — die unter Umständen eben den Wirkungsgrad deutlich verbessern — viel früher auf den Markt bringen als seine OEM-Kunden.
CWTs 90+-Serie — eine Produktname steht noch nicht fest — könnte somit die erste ihrer Art sein: Während andere Netzteil-Manufakturen beziehungsweise Vertreiber sich noch mit 80+-Bronze- beziehungsweise -Silver-Zertifizierung en beschäftigen, würde CWT als erster PSU-Hersteller ein 80+-Gold-Zertifikat einheimsen. Bei dem Netzteil mit dem hohen Wirkungsgrad handelt es sich um ein 850-Watt-Modell in Standard-ATX-Größe.
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wow, ein 850 Watt Netzteil - genau das was die meisten PC-Inhaber brauchen.
Für Kombinationen von 3 und 4 Grafikchips notwendig, betrifft aber sicher nur wenige. Hauptkunden werden wohl Testlabore, Redaktionen und Hersteller-Vorführrechner sein, dann kommen die Awards von alleine
Naja.. 850W.. ich sag nur 280 GTX..
..
Ansonsten.. mir ist das wurscht wieviel Watt des ding hat..
immerhin müsste es ja dann über die gesamte Bandbreite hinweg 90% Wirkungsgrad haben oder?
Der 80+ Gold sagt dazu follgenden:
Auslastung in % / Wirkungsgrad in %
20 / 88
50 / 90
100 / 88
Könnte also schon fast eine 90+ Auszeichnung erhalten. Ohne Bronze, Silver oder Gold.
Mich würden bei 90+ mal diese weiteren Auszeichnungen interessieren.
Welche Ansprühe braucht ein 90+ Gold Netzteil? 95% würde ich als Maximum betrachte was möglich wäre. Aber sehr sehr teuer. 98% Effizenz kriegen gute Elektromotoren hin.
@Levi: Wenn es im gesamten Lastbereich einen Wirkungsgrad von über 90% hat, dann hat es alle Awards verdient.
Also entweder ich habe eine Leseschwäche oder mit dieser Textpassage passt etwas nicht:
Da fehlt doch was oder ist einfach falsch formuliert.
Mich wundert es nicht, daß dieses Netzteil soviel Leistung hat.
Irgendwo meine ich gelesen zu haben, daß hohe Wirkungsgrade am leichtesten und einfachsten mit Netzteilen zu erreichen sind, die viel Leistung haben. Das hat wohl irgendwelche Kondensatorgründe.
Aber 850W ist aber auch das totale Volumengeschäft. Das brauchen die meisten Rechner auch.^^
Sehr schön!
Bleibt zu hoffen, dass solch hohe Wirkungsgrade auch für Netzteile mit ~500 Watt machbar sind, denn diese Leistungsklasse dürfte für die meisten User sowohl angebracht, als auch bezahlbar sein.
Nicht schlecht. Aber jenseits von 800 Watt? Die Effizienz entwickelt es bestimmt bei 300 bis 500 Watt, oder?
Mir fällt dazu noch ein: In der Theorie dürfte ein Netzteil, dass 100% Effizienz erreicht, keine Lüfter benötigen, da die Energie nicht in Wärme umgesetzt wird...
@KatSeiko:
80+Gold hat bestimmte Regeln, die schon geschrieben wurden. Bei 50% Last 90% effizienz, bei 100% oder 20% Last müssen 88% erreicht werden.
Achja: 90+ wäre irreführend, da das Netzteil nicht immer ÜBER 90% (90+) liegt. Das ist ja nur "maximal" bei 90%.
Wäre aber schön, wenn 400W oder 500W Netzteile ebenfalls in diese Regionen vorstoßen würden.
AFAIK ist die Wandlertechnik bisher in allen Netzteilen bei 220V effizienter als bei 110V.
Siehe z.B.: http://www.corsair.com/_images/cha [...] ciency.jpg
...Ja, 850W ist Quatsch, aber die Tatsache lässt ja für den Massenmarkt hoffen. Bei dem ist das Problem, dass der Aldi/MM-Kunde nicht auf das Netzteil oder den Stromverbrauch, sondern auf den Preis achtet.

Ein Rechner der ein so dickes NT braucht wird auch dadurch nicht sparsam *lol*
@deStalkerly: die "Watt Zahl" ist die Leistung !
...ne Länge nenn man ja auch nicht "Meter Zahl"
An alle Schlauberger hier, bitte erst informieren, bevor ihr irgendwelche Behauptungen aufstellt!
pedi_flu und derGhostrider haben behauptet, dass das "80+"-Logo für 90% Wirkungsgrad bei 50% der Nennleistung und für 88% Wirkungsgrad bei 20% und 100% der Nennleistung steht.
Dies ist falsch! Es sind 90% Wirkungsgrad bei 50% der Nennleistung und 87% Wirkungsgrad bei 20% und 100% der Nennleistung.
Wer das nicht glauben will, der siehe bitte hier: http://de.wikipedia.org/wiki/80_plus
PS: es geht natürlich um, das "80+ Gold"-Logo!
@Snooze: WOW! 1% Unterschied... mensch, was sind wir doch dumm. Das ist qualitativ eine vollkommen andere Aussage! *gähn*
Außerdem steht in den Spezifikationen: MINDESTENS. Soooo falsch können wir also gar nicht liegen.
Das Netzteil dürfte bereits seit ner Weile auf dem markt sein, wird in Deutschland von Xilence unter der Marke XQ vertrieben - die technischen Daten sehen jedenfalls SEHR ähnlich aus.
Endlich kann ich auch meine 20 Watt Halogenlampen und den 24" TFT mit an die 12 Volt Schiene anschliessen.
Danke!
Den TFT über den PC betreiben? Wenn der TFT nen 12 V Eingang hat warum nicht.
Spart das TFT Netzteil und damit dessen Verluste ein.
Wikipedia ist übrigens immer ein Fall für sich..
schau zB mal bei Raid 1 Definition vorbei, die ist auch sowas von grundverkehrt, dasses kracht.
Wikipedia ist IMMER mit vorsicht zu genießen.
das gibts oder gabs schon. ich hab ein sony pc, dort konnte man den TFT und die lautsprecher direkt mit einem kleinen 12v stecker hinten ins netzteil stecken. echt cool.
@deStalkerly: Wenn dann müsste man die Spannung hochsetzen und nicht niedriger schalten.
Wie derGhostrider geschrieben hat, sind 220V (bzw. seit geraumer Zeit 230V) Wandler effektiver als 110V (bzw. 115V).
Bestes Beispiel sind "Hoch"spannungsleitungen, um die Verluste über die langen Distanzen so gering wie möglich zu halten, wird die Spannung hoch und damit der Strom runter transformiert.
Denn nicht die Spannung (V) macht die Verluste am Wiederstand, sondern der Strom (A).
@Corsar:
Sorry, aber das Beispiel ist leider völlig daneben, da es bei den Hochspannungsleitungen einen bestimmten (festen) Spannungsabfall aufgrund des Widerstandes gibt, der einfach nur Prozentual gering gehalten wird, indem eine hohe Spannung gewählt wird. Wenn Du 1kV Spannungsabfall hast und 500kV draufgibst, dann sind das halt nur 0,2%. Wenn Du 230V anlegen würdest, dann würde NICHTS über die Distanz, die von den Leitungen zurückgelegt wird, ankommen.
Im Netzteil sind die Leitungen aber nicht so lang - das hat andere Gründe.
-------------
U=R*I
(Abstrahlungsverluste lassen wir mal außen vor.)
Wobei das große R eben durch die langen Leitungen zu Stande kommt.
Der Widerstand innerhalb des Netzteils ist hier aber vernachlässigbar.
@derGhostrider:
Vielleicht konnte ich das nicht so erklären, wie ich es meinte.
Das Beispiel war ja jetzt auch darauf bezogen, das man bei niedrigerer Spannung einen höheren Strom benötigt, um die selbe Leistung zu erzielen (P=U*I).
Und ein höherer Strom in einem gleich dicken Kabel verursacht mehr Verluste, soll also heissen, daß man dickere Kabel für den höheren Strom verbauen müsste.
Geht man aber jetzt davon aus, daß die Bauweise des Netzteils gleich bleiben würde (also Kabelstärke die selbe, usw.) und ein 230V-Wandler genauso effektiv ist wie ein 115V-Wandler, hätte man durch den doppelten Strom bei 115V gegenüber 230V mehr Verluste.
Das es jetzt in einem kleinen Gerät wie ein Netzteil sich da nur um Verluste im unteren Kommastellenbereich handelt ist logisch, aber das wollte ich damit auch nicht erklären.
Es ging ja nur darum, daß man für weniger Verluste (egal wie klein der Unterschied ist) die Spannung erhöhen, statt senken müsste.
Ich hoffe, jetzt sind alle unklarheiten beseitigt.