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Mobilfunker gegen Nokias Skype-Geräte

von - quelle: Die Welt

Auf dem Mobile-World-Congress schockte Nokia die Mobilfunkprovider mit der Meldung, Skype fest in die finnischen Geräte zu integrieren. Nun stellen sich Vodafone und T-Mobile quer und wollen die Nokia-Handys nicht anbieten.

Schon im Februar auf dem auf dem Mobile World Congress gaben der weltgrößte Handy-Fabrikant Nokia und Skype ihre Partnerschaft bekannt. »Das ist eine sehr tiefgreifende Zusammenarbeit«, so Skype-COO Scott Durchslag (siehe »Nokia und Skype kooperieren«). Und die sieht derart aus, dass die Skype-Software in diversen Nokia-Modellen fest ins Betriebssystem integriert wird.

Seit jeher sind VoIP-Clients auf Handys und Smartphones aber den Mobilfunkprovidern ein Dorn im Auge. Kommunikationsmodelle wie Skype gefährden schließlich die wichtigste Einnahmequelle von O2, T-Mobile, Vodafone & Co., da die VoIP-Teilnehmer wie mit dem PC auch kostenlos miteinander telefonieren. Gezahlt wird in der Regel nur noch ein Pauschalbetrag für die Datenflatrate – und der Preis dafür ist nicht sonderlich hoch, da der Anbieter-Wettbewerb die Preise niedrig hält. Bislang versuchen die Provider, die Nutzung von VoIP-Clients Software-seitig wie auch per AGBs zu unterbinden (siehe »Telekom wird Skype auf dem iPhone blockieren«)

Doch was tun, wenn die Software bei Nokia-Geräten vermutlich nicht mehr so einfach zu blockieren ist, das Gerät ansich mit seiner VoIP-Funktionalität schon gegen die AGBs etwa von T-Mobile verstößt? Ganz einfach: Beispielsweise Nokias Spitzenmodell N97 wird von den Mobilfunkprovidern, die sich um ihre Pfründe sorgen, nicht verkauft. »Wir bieten diese Geräte unseren Kunden nicht an«, zitiert Welt Online einen Vodafone-Manager. Und bei T-Mobile heißt es: »Wir lassen uns doch nicht das Geschäft kaputt machen«.

Die ablehnende Haltung gleicht einem Spagat: Einerseits scheuen die Mobilfunkprovider VoIP-Funktionalität, andererseits wollen sie die Kunden mit modernsten Smartphones und Geräten mit allem Schnickschnack entweder durch entsprechende Vertragskonditionen an sich binden – oder die High-Tech-Telefone zu so hohen Preisen verkaufen, angesichts derer man noch vor fünf Jahren den Kopf geschüttelt hätte.

Nokias Vorstoß scheint das Ende einer Schonfrist für die Provider einzuläuten. »In zehn Jahren wird mehr als die Hälfte des mobilen Sprachverkehrs über die Internet-Technologie laufen«, erklären die Marktforscher von Gartner. Nicht nur Skype kritisiert die Haltung beispielsweise von T-Mobile (siehe »Skype kritisiert die Telekom wegen VoIP-Blockade«). Insbesondere die deutschen Mobilfunkprovider werden auch von europäischer Warte aus genau beobachtet. »Ich fordere alle Regulierungsstellen auf«, so EU-Kommissarin Viviane Reding, »gegen Unternehmen rechtlich vorzugehen, die unter Ausnutzung ihrer Marktmacht innovative Dienste ausbremsen wollen«. Denn nichts anderes ist VoIP-Telefonie für sie: »Ein technologischer Erfolg«, so Reding, »den wir in Europa nachdrücklich fördern«.

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aconst 11/05/2009 12:29
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Das will ich mal sehen: T-Mobile und Vodafone bieten keine Nokia Handys an.
Und wenn schon, kaufe ich mir mein Handy separat.
Kleine Frage bzgl. Skype: können die Netzbetreiber merken wenn man Skype benutzt bzw. können die Netzbetreiber Skype blockieren?
Wenn ja, kann man die Sperre umgehen? (z.B. andere Ports benutzen oder Skype als eine andere Applikation tarnen)

Derpet 11/05/2009 13:44
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Eine Sperre ist möglich, genauso wie bei IM-Diensten, wird derzeit aber noch nicht wirklich durchgesetzt. Komme zumindest bei meinen IM-Diensten problemlos online.

mieleman 11/05/2009 17:34
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Sofern man einen reinen Datendienst nutzt, und darüber auch telefoniert, dann kann der Provider dies nicht einfach abstellen (es sei denn diese sind nicht Bestandteil des Vertrages). Er kann zwar nachvollziehen, wohin man Daten sendet, diese auszuwerten sollte meiner Meinung nach aber gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen.
Aber was auch immer, es gibt genug Provider bei denen das gehen sollte und T-COM und Konsorten müssen sich da schon was einfallen lassen.

fragger 11/05/2009 21:41
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Mit einem ordentlichen Paketfilter der ein und ausgehende Verbindungen filtert/blockt und 'nem ordentlich konfigurierten Proxy kann man Skype ohne weiteres blockieren oder die Qualität so stark verschlechtern (ob der überlasteten Server), dass es quasi unbenutzbar wird...

Über ein (verschlüsseltes) VPN (Sofern das Telefon dies unterstützt)sollte es aber möglich sein, solche Sperren zu umgehen. Und für den Provider ist es fast unmöglich, rauszufinden, was für Daten über das VPN verschickt werden...
...wenn dieProvider VPN Dienste nicht auch bald aus genau diesem Grund verbietet... würd mich nicht sonderlich überraschen...

anonymous 13/05/2009 19:37
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Da muß man doch erst einmal schauen. Aus der Sicht der Mobilfunkbetreiber kannibalisiert Skype natürlih die Haupteinnahmequelle Gesprächsminuten bzw. SMS. Die Datenübertragung ist ja eigentlich nur ein Abfallprodukt, das freie Übertragungskapazität mit geringer Priorität bereitstellt. Besser so nutzen als ganz verfallen lassen.

Nutzen jetzt nur ein paar Prozent der Kunden Internet-Telefonieprodukt, so wird wohl nichts Aufregendes geschehen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist eher hoch. Wenn man einmal Datendienste in Ballungsräumen nutzt, so wird man damit nicht wirklich glücklich. Gleiches gilt natürlich für die Qualität von Internettelefoniediensten. Nun könnte man natürlich je nach Gegend verschiedene Versionen nutzen. Bischen kompliziert, ein paar Hardcore-Kunden werden das sicher auch tun, aber die Masse?

Mal abwarten.

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