Sind Notebook-HDDs mit 12,5 mm Bauhöhe sinnvoll?

Hersteller von Notebook-Festplatten können zwischen zwei Bauhöhen wählen: 9,5mm und 12,5mm. Wir haben diese verglichen und sagen Ihnen, welche besser ist.

Festplattenhersteller scheinen ein Ass in ihrem Ärmel zu haben: Während in einem Laufwerk mit herkömmlicher Bauhöhe nur Platz für zwei Platter ist, können durch eine lediglich geringe Ausweitung der Bauhöhe auch drei Platter untergebracht werden. Laufwerke mit der etwas größeren Bauhöhe konnte man zunächst allerdings nur mit einer verrigerten Rotationsgeschwindigkeit und einer damit einhergehenden geringeren Performance betreiben. Diese Einschränkung wurde jedoch bei späteren Festplattengenerationen beseitigt und Laufwerke mit drei Platter stehen den herkömmlichen Zwei-Platter-Modellen mittlerweile in nichts nach. Dies hat natürlich Konsequenzen für den gesamten 2,5-Zoll-Markt.

Sehen Sie den Unterschied? 9,5 mm statt 12,5 mm  Bauhöhe.Sehen Sie den Unterschied? 9,5 mm statt 12,5 mm Bauhöhe.

Was kümmerts mich?

Der technische Begriff für die genannte physische Charakteristik lautet Bauhöhe. Die Bauhöhe wird oftmals auch als z-Höhe bezeichnet, da sich x und y auf Länge und Breite einer Festplatte beziehen. Während der Formfaktor die grundlegenden Abmessungen sowie die Plattergröße bestimmt, beschreibt die z-Höhe unter anderem auch die komplexität der Festplatte. Die meisten 2,5-Zoll-Notebook-Festplatten basieren auf einer maximalen z-Höhe von 9,5 mm. Allerdings gibt es auch Modelle mit einer Höhe von gerade einmal 7 mm (z.B. Seagate Momentus Thin) für ultra-portable Laptops und 15 mm Höhe bei Enterprise-Produkten wie zum Beispiel die Hitachi Ultrastar C, Seagate Savvio und die MBD-, MBE- und MBF-Familien von Toshiba. Eine größere z-Höhe bietet auch mehr Platz für Speicherscheiben, die sogenannten Platter. Mehr Platter wiederum bedeutet mehr Speicherkapazität; allerdings wird das Laufwerk dadurch auch komplexer.

12,5 mm – Warum jetzt?

Der 12,5 mm-Formfaktor lag immer irgendwo zwischen den Welten, da er für mehrere Platter in Enterprise-Laufwerken nicht ausreichend Platz bietet und für Laptops oftmals zu dick ist.

Allerdings befindet sich der Speichermarkt im Wandel: Immer mehr Anwender entscheiden sich dafür, ihre Desktop-PCs durch Laptops zu ersetzen, in denen 3,5-Zoll-Laufwerke nicht benutzt werden können. Statt optische Medien zu brennen, bevorzugt eine wachsende Anzahl von Anwendern benutzerfreundliche, tragbare Speicherlösungen. Immer mehr Systeme wie PVRs, Settop-Boxen und Nettop-PCs erfordern kosteneffiziente Speicherlösungen mit gängigen Kapazitäten bzw. attraktiven Kapazitäten wie 1TB – all dies lässt sich mit 2,5-Zoll-Laufwerken mit drei Plattern besser bedienen.

Was kommt als nächstes?

Zum ersten Mal sind 12,5-mm-Laufwerke mit hohen Speicherkapazitäten verfügbar,  ohne dem Anwender dabei irgendwelche Nachteile zu bieten. Samsung hatte zwar  ein 9,5 mm hohes 500GB-Laufwerk mit drei Plattern im Angebot, allerdings scheint dies nicht der richtige Ansatz zu sein - sonst gäbe es mehr Laufwerke dieser Art.

Alle 2,5-Zoll-Laufwerke von Toshiba und WD mit einer Kapazität von 1TB basieren auf der größeren Bauhöhe, was den Anwender allerdings zu keinen erkennbaren Kompromissen zwingt. Ältere Drei-Platter-Laufwerke wie das Fujitsu MHZ2500BT bieten eine Rotationsgeschwindigkeit von 4.200 U/Min und sind damit hinsichtlich der Performance klar im Nachteil.

Wir haben uns für einen direkten Vergleich neuer 2,5-Zoll-Festplatten mit 9,5 mm und 12,5 mm Bauhöhe entschieden, die auf derselben Datendichte basieren: Ein 640GB-Laufwerk mit zwei Platter und ein 1TB-Modell mit drei Platter. Gibt es Unterschiede bei der Performance? Nimmt das Modell mit drei Platter mehr Leistung auf? Wir haben die Antworten.

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10 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • crazymath
    Problematisch finde ich, dass bei den meisten Laptops gar nicht angegeben wird, welche Höhe der Platte varbaut ist (Oder verbaubar ist). Und beim Kauf einer 2.5" Platte muss man ebenfalls genau hinschauen, da die Höhe auch dort oftmals nicht angegeben wird (Zumindest hierzulande).

    Doof wird es dann, wenn man die 12.5mm Platte aus dem Notebook austauschen möchte und die alte Platte in einem externen 2.5" Gehäuse unterbringen will: Da hats meistens kein Platz für Platten dieser Höhe....
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  • johannes_franke
    crazymathProblematisch finde ich, dass bei den meisten Laptops gar nicht angegeben wird, welche Höhe der Platte varbaut ist (Oder verbaubar ist)

    Das ist leider verdammt wahr. Mir wäre es noch viel lieber, wenn alle Hersteller die 12.5mm als Standard ansehen könnten, also in den Notebook-Gehäusen grundsätzlich diese Bauhöhe vorsehen. Da die kleinen Festplatten in Notebook meistens den Flaschenhals darstellen, der die Leistung deckelt, könnte man hier recht einfach die Performance verbessern.
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  • master snowman
    bei subnotebooks werden ganz sicher keine 12.5er verbaut, macht auch keinen sinn, bei grösseren "möbeln" kommt's nicht so drauf an. von dem her sehe ich für beide prodrukte eine berechtigung. was aber ganz sicher angegeben werden sollte, ist -wie bereits erwähnt- die jeweils verbaute höhe, was heute einfach nicht gemacht wird: fail!
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  • Anonymous
    franke den artikel nicht gelesen? Die 12,5 Deckelt viel mehr was die "Performance" angeht... Zitat:"Verwenden Sie 9,5-mm-Laufwerke, wenn es Ihnen hauptsächlich um die Performance geht."

    Eine Besserung bringt da nur eine SSD bzw. 7500rpm und die gibts auch in 9,5mm..
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  • Anonymous
    Die Geschwindigkeit einer Platte wird maßgeblich durch die Datendichte pro Platter bestimmt. Um es anschaulich zu machen: Das Laufwerk kann genau so viele Daten in einer Umdrehung lesen, wie in dieser Zeit unter dem Lesekopf vorbeigekommen sind.

    Bisher lesen Festplatten nicht parallel von mehreren Köpfen. Nur das könnte dazu führen, dass eine Platte mit mehr Köpfen einen Vorteil hätte, was die Datenraten angeht. Daher sind zwei Platten mit der gleichen Datendichte aber unterschiedlicher Oberflächenzahl gleich schnell in Bezug auf die maximale Datenrate. Innerhalb einer Serie kann es aber durchaus Modelle mit unterschiedlicher Datendichte geben. Das im Artikel erwähnte 3-Platter-Modell mit 750 GB könnte also langsamer sein als die 1 GB-Variante aus derselben Serie.

    Das den Einsatz von 12,5mm-Laufwerken angeht, sowas dürfte höchtens bei riesigen Desktop-Replacement-Trümmern passieren. Für mobile Rechner kommt es halt doch auch auf Baugröße (Dicke!) und Gewicht an, da geht der Trend wohl eher in Richtung SSD oder 1,8"-Laufwerke. Was existierende Notebooks angeht würde ich davon ausgehen, dass es keine Geräte gibt, die 12,5mm-Platten aufnehmen können.
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  • Anonymous
    Zitat:

    Bisher lesen Festplatten nicht parallel von mehreren Köpfen. Nur das könnte dazu führen, dass eine Platte mit mehr Köpfen einen Vorteil hätte, was die Datenraten angeht. Daher sind zwei Platten mit der gleichen Datendichte aber unterschiedlicher Oberflächenzahl gleich schnell in Bezug auf die maximale Datenrate.

    Gleich schnell, aber die einzelnen Zylinder sind ebenfalls entsprechend dem Verhaeltnis der Platteranzahl groesser, beim Uebergang von 2 zu 3 Plattern sind das 50% mehr. Damit passen auch mehr der oft benutzten Daten in die schnelleren aeusseren Zylinder und der Rechner wird schneller. :D
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  • Levi88
    Je mehr Köpfe, desto besser die Zugriffszeit..
    Gut zu sehen an dem test mit de Hitachis hier auf THW.
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  • TGH1978
    Mali124Was existierende Notebooks angeht würde ich davon ausgehen, dass es keine Geräte gibt, die 12,5mm-Platten aufnehmen können.


    Keine stimmt nicht - aber wenige.

    zb. das Neue Asus G73 kann 12,5 mm Platten aufnehmen - und davon sogar gleich 2 wenn man will - original sind 2x 9,5 mm verbaut - man braucht dazu nur einen anderen Festplattenkäfig...

    http://www.asusparts.eu/index.php?cPath=163571_67674_73347_158847_158848_158863

    Die Ideale Kombination, wäre hier zb. die beiden Originalplatten durch eine SSD (fürs System) und eine 12,5 mm HDD mit zb. 1TB für Daten zu tauschen...
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  • druffY
    Ob 2-3 Platter, ob 9.5mm oder 12.5mm, spielen alle eine kleinere Rolle und vor allem stehen diese Informationen bei keinem Laptop, welches in Regalen verkauft wird. Das Hauptargument und auch der grösste Performance-Faktor ist nach wie vor die Drehgeschwindigkeit der Platter pro min.
    7200 ist und bleibt Welten schneller als 5400, Datendurchsatz ist das eine aber Zugriffszeit darf man eben nicht unterschätzen und da ist der Unterschied riesig.

    Wenigstens hat man noch diese Unterscheidung, aber auch nicht bei allen Laptops... :(
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  • fffcmad
    Anonymer NutzerDie Geschwindigkeit einer Platte wird maßgeblich durch die Datendichte pro Platter bestimmt. Um es anschaulich zu machen: Das Laufwerk kann genau so viele Daten in einer Umdrehung lesen, wie in dieser Zeit unter dem Lesekopf vorbeigekommen sind. Bisher lesen Festplatten nicht parallel von mehreren Köpfen. Nur das könnte dazu führen, dass eine Platte mit mehr Köpfen einen Vorteil hätte, was die Datenraten angeht. Daher sind zwei Platten mit der gleichen Datendichte aber unterschiedlicher Oberflächenzahl gleich schnell in Bezug auf die maximale Datenrate. Innerhalb einer Serie kann es aber durchaus Modelle mit unterschiedlicher Datendichte geben. Das im Artikel erwähnte 3-Platter-Modell mit 750 GB könnte also langsamer sein als die 1 GB-Variante aus derselben Serie.Das den Einsatz von 12,5mm-Laufwerken angeht, sowas dürfte höchtens bei riesigen Desktop-Replacement-Trümmern passieren. Für mobile Rechner kommt es halt doch auch auf Baugröße (Dicke!) und Gewicht an, da geht der Trend wohl eher in Richtung SSD oder 1,8"-Laufwerke. Was existierende Notebooks angeht würde ich davon ausgehen, dass es keine Geräte gibt, die 12,5mm-Platten aufnehmen können.


    Datenrate blafasel Datenrate Blablupp. Mich interessiert eher I/O-Durchsatz zumsammen mit der Datenrate. Und da ist die Umdrehungsgeschwindigkeit und die Datendichte der Platter nur ein Bestanddteil des Ganzen. Und jeder der ein bissle Ahnung hat, denkt genauso.
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