Knüppel aus dem Sack oder Brechstange für 2 Hände? Mit dem überraschenden Launch der GTX 690 legt Nvidia vor und AMD gerät nun mit der mutmaßlichen HD 7990 ein wenig in Zugzwang. Wir haben jetzt die ersten Bilder und Informationen.
Nun also ist die Katze, ähm Karte, aus dem Sack! Nvidia hatte versprochen, dass auf Geforce.com nach Ablauf des Countdowns ein Live Stream zu einem neuen Produkt zu sehen sei. Gemutmaßt worden war viel: die GTX 670 oder eine Spielekonsole? Oder vielleicht doch schon die GTX 690, ohne die Vorlage von AMD abzuwarten? Die Aufklärung brachten der Live-Stream und eine Mail, die Nvidia an alle Redaktionen versandt hat:
Good morning!
Moments ago, at the GeForce LAN/NVIDIA Game Festival in Shanghai, our CEO, Jen-Hsun Huang, unveiled the new GeForce GTX 690 dual GPU graphics card!
With the power of two Kepler GPUs under the hood, the GTX 690 performs and looks unlike any graphics card you’ve ever seen before.
Also doch die GTX 690! Nur eben nicht als Kepler-Vollausbau, sondern als Dual-GPU-Karte mit 2 Chips, wie man sie auch auf der GTX 680 findet, die unlängst von Nvidia gelauncht wurde.
Die GeForce GTX 690 besteht somit aus 2 vollwertigen GK104 Chips. Damit ergeben sich rein rechnerisch in der Summe beider GPUs immerhin 3072 CUDA Kerne (1536 pro Karte), die Anzahl der Textureinheiten bleibt pro GPU ebenfalls gleich (jeweils 128), genauso wie die 32 ROPs pro Kartenteil. Anstelle des älteren NF200-Brückenchips tritt nun allerdings eine PCIe 3.0-Lösung, die Nvidia in Form eines PEX 8747 bei PLX zukauft (siehe Bild, rechts neben der linken GPU)
Der Chip ersetzt den alten PCIe 2.0-Flaschenhals durch immerhin 48 Lanes, jeweils 16 von jeder GPU und 16 zum Bus-Interface. Die angestrebten Latenzen sollen dabei niedrig gehalten werden können (>126 ns).
Jede GPU kann bei dieser Karte, wie schon bei der GTX 680 auch, auf jeweils 2 GB GDDR5-Speicher zurückgreifen, der über das bereits bekannte 256-Bit-Speicherinterface angebunden ist. Der Speicherdurchsatz sollte damit für jede der zwei GPUs indentisch zur GTX 680 bleiben (192 GB/s Bandbreite). Gesunken ist allerdings der GPU-Takt, der nun nur noch 915 MHz statt der 1006 MHz der GTX 680 beträgt. Nimmt man jedoch die angepeilte TDP-Grenze von 300 Watt als Richtwert, dann sollte der Turbo durchaus in der Lage sein, die Kerne bis auf 1019 MHz hochzutakten. Das läge dann jedoch nur noch knapp unter dem Wert einer einzelnen GTX 680.
Die zwei 8-Pin-Anschlüsse sollen es richten, denn immerhin könnte man inklusive den 75 Watt, die der Slot selbst liefert, stolze 375 Watt verbrennen. Die Vorgängerung GTX 590 lag ja immerhin nur knapp unter diesem Maximalwert. Da diese Dual-GPU-Karten in der Regel weniger als zwei ähnliche Einzelkarten im SLI verbrauchen, dürfte der avisierte Maximalwert von 300 Watt also gar nicht so realitätsfern sein.

Verfügbarkeit
Die GTX 690 wird ab dem 3. Mai 2012 in homöopathischen Dosen verfügbar sein, ein breiteres Angebot soll dann ab dem 7. Mai 2012 über die Boardpartner wie z.B. ASUS, MSI, Gigabyte, EVGA, Gainward, Palit and Zotac sichergestellt werden.
AMD wird mit der 7990 wieder aufschließen können, auch wenn die Leistungsaufnahme ziemlich übel ausfallen wird