Selten hat ein Thema die Spieler so gespaltet wie PhysX. Wir wagen uns an eine Aufarbeitung, erklären CPU- und GPU-PhysX, zeigen, wie man auch mit einer ATI-Karte in den PhysX-Genuss kommt und suchen nach plausiblen Erkärungen abseits der Schlagzeilen...
Die Entwicklung der Spiele-Physik wird gern mit der Entwicklung des Films verglichen. Auch wenn der Vergleich ein wenig übertrieben und anmaßend erscheint, ein wenig Wahrheit steckt am Ende doch darin. Nachdem die Entwicklung der 3D-Darstellung bis hin zu nahezu photorealistischer Optik fortgeschritten ist, wird das Fehlen einer realistisch bewegten Umwelt immer deutlicher. Denn je besser die optische Darstellung gelingt, um so statischer wirkt plötzlich die Spielewelt ohne realistische Animationen und Bewegungen.

Vergleicht man die Anfänge einfacher VGA-Spiele mit den heutigen Spielen, dann merkt man sehr deutlich, wie weit die Spielegrafik in den letzten 20-25 Jahren fortgeschritten ist. Statt animierter Paletten und Pixel-Sprites misst man die Grafikqualität heute an komplexen Darstellungen wie Wasser, Spiegelungen, Nebel und Rauch und vor allem auch deren Bewegungsabläufen und Animation. Da all diese Berechnungen sehr komplex ausfallen, greifen die Entwickler von Spielen sehr gern auf sogenannte Physik-Engines zurück, also auf vorgefertigte Bibliotheken, mit denen sich beispielsweise Charaktere animieren lassen (Ragdoll-Effekte), oder komplexe Bewegungsabläufe (Fahrzeuge, herunterfallende Gegenstände, Wasser usw.)
Fallende und im Wind tanzende Blätter lassen eine Szene noch realistischer erscheinen
Natürlich ist PhysX nicht die einzige derartige Engine, denn Havok wurde beispielsweise bis heute in wesentlich mehr Spielen eingesetzt als PhysX. Jedoch bietet PhysX, neben dem 2008 eingestellten Havok FX, derzeit als einzige etablierte Plattform im Gaming-Bereich die Möglichkeit, Berechnungen nicht nur auf der langsameren CPU, sondern auch auf der schnelleren Grafikkarte auszuführen. Und genau an dieser Stelle beginnt das aktuelle Dilemma, denn es gibt nur eine Schnittstelle, jedoch zwei Grafikkartenhersteller. Konfliktpotential genug für eine Menge Pressemeldungen und einen Haufen Schlagzeilen inklusive. Wir hoffen, wie die ganze Spielergemeinde auch, auf offene Standards und übergreifende Lösungen. Solange dies von der Spieleindustrie jedoch nicht realisiert wird, müssen wir das Beste aus dem machen, was uns von den Publishern angeboten wird. Und sei es auf der CPU.
Vorwort
Warum dieser Artikel? Oftmals befindet sich die Wahrheit irgendwo zwischen den Schlagzeilen. Weniger Emotionen, statt dessen mehr Pragmatismus. Dies ist unser Vorschlag an den Leser der nachfolgenden Seiten, auf denen wir all die in letzter Zeit aufgetauchten Probleme vor allem denjenigen näher bringen möchten, die über keinerlei Programmierkenntnisse verfügen. Deshalb werden wir auch manche Ausführung etwas vereinfachen oder abkürzen. Wir werden auf den nächsten Seiten hinterfragen, ob und in wie weit Nvidia wirklich CPU-PhysX bewusst zu Gunsten der eigenen Grafikkartenlösung ausbremst, ob CPU-PhysX nicht vielleicht doch multithreadfähig (und damit konkurrenzfähig) ist und ob PhysX auf der Grafikkarte wirklich alle Physik-Berechnungen problemlos und so vorteilhaft umsetzen kann, wie behauptet.
Zusätzlich werden wir in einem How-To demonstrieren, wie sich mit einem netten Tweak aus der Community auch eine ATI-Karte als Hauptgrafikkarte zusammen mit einer Nvidia-Grafikkarte als dedizierten PhysX-Karte nutzen lässt und unsere Ergebnisse mit passenden Benchmarks belegen. Denn uns interessiert, welche Kartenkombination wirklich Sinn macht und welche Slots sich dafür eignen. Warum also kapitulieren, wenn es Lösungen außerhalb der Herstellerdoktrinen gibt?
- Einleitung und ein kurzes Vorwort
- Unser Testsystem
- CPU-PhysX: Relevanz
- CPU-PhysX: Die x87-Story
- CPU-PhysX: Multithreading? Doch, es geht...
- Anleitung: Seine Majestät Radeon der V. und der PhysX-Knecht Geforce
- GPU-PhysX: Shootout - jeder gegen jeden
- GPU-PhysX: Welche Karte passt am Besten?
- Zusammenfassung und Fazit
Vor der GTS250 hatte ich übrigends eine 8600GTS mit 512 drin, damit lief eigentlich auch schon alles...
Schade, dass eine stromsparende gt 240 in der Regel wahrscheinlich nicht ausreichen wird.
Damit fällt PhysX für mich als ATI-Nutzer flach. Diese zusätzliche Heizung für mein Case lohnt sich nicht.
Und seihen wir ehrlich. Ist das Spiel gut, brauchen wir auch kein PhysX, oder?
FluidMark 8600GTS ca 24 fps und mit ner GTS250 ca 30 fps
Damit fällt PhysX für mich als ATI-Nutzer flach.
Wie gesagt auch mit ner GT240 bringt es Spass. Es gibt zwar nur eine Handvoll (guter) PhysX Spiele, ich möchte es aber nicht mehr missen. Besonders bei Batman: Arkham Asylum und Mafia 2.
@SpielerZwei:
Mirrors Edge ist einfach nur krank. Das macht selbst mit einer GTX480 keinen Spaß, voll der Flop - auch wenns läuft.
leider hab ich den Artikel nicht so ganz verstanden:
Habe als Hauptkarte ne ATI 5970 und hätte im Schrank noch ne GF8800 GTX (ca. 700mb) liegen..lohnt es sich nun das mal auszuprobieren oder würde ich damit das System irgendwie bremsen?
Danke schonmal
Tip: Takte die alte Karte im Performance 3D etwas runter, also ungefähr auf GTS-Takt. Spart unter Last doch einige Watt.
Runtertakten im "Performance 3D"? Ähm sorry, komme zwar aus der Branche aber bin nicht Grafik-Profi
Danke für die Antwort, bevor ich irgendwas zerstöre
Meine Komponenten (für den Stromverbrauch):
Antec TwelveHundred
2xSATA HDDs/1xSATA Laufwerk
i7 930@3,5Ghz mit nem Noctua NH-U9B SE2
3x2GB DDR1333
Gigabyte GA-EX58-UD5
750 Watt BeQuiet
Asus HD 5970/2GB
@FC
Hast du zufällig Infos zur Hand ob diesen oder kommenden Monat noch eine GTX485 rausgebracht wird, habe da leider nicht offizielles finden können.
Die ca. 550 Watt kannst Du schon großzügig einkalkulieren, das kommt schon hin mit dem Rechner von Enermax. Da passt die 8800 GTX gerade noch so dazu.
@f1delity:
Ob ichs weiß oder nicht - NDAs sind für alle da. Leider.
LG Michael
GTX285 zu GTX260 bei PhysX je nach Auslastung und Spiel: 5-12%, da hast Du ungefähr einen Anhaltspunkt.
und wenn schon dann wenigstens onboard grafik als physix lösung anbieten!!!
Ich sehe nur: Ob es jedoch für jeden Sinn macht, muss der Betreffende für sich selbst entscheiden. Die Lektüre des Artikels hätte Dir auch zu verstehen gegeben, dass Onboard keinen Sinn macht (siehe Erwähnung zur 8400GS), zu wenige Shader-Einheiten. Unter 48 ist es Unfug, unter 64 nicht ratsam und unter 96 immer noch nicht optimal.
Wir haben für diesen Test mit Absicht erneut dieses Spiel gewählt, weil wir darin einen recht gelungenen Kompromiss zwischen Physik- und herkömmlichen Grafikeffekten sehen. Cryostasis setzt auf überproportional viel PhysX und Metro 2033 im Gegensatz dazu auf überladene Grafikausgabe.
Warum also ein altes Spiel nehmen, was keine Sau interessiert (Batman), oder keine genauen Schlüsse zulässt (Metro, Cryostasis) oder erst gar nicht funktioniert (Mirrors Edge)? Ich habe hier sogar zwei Mafia-DVDs liegen. Die erste habe ich selbst gekauft und importiert (siehe auch Kommentare zur betreffenden News) die zweite kam später dann doch noch vom Publisher, nach dem Release. Ich habe sogar eine passenden Bilderstrecke zum Spiel gemacht - inklusive kritischer Beurteilung. Mit der ersten DVD, der selbst gekauften.
entweder hast du den Bericht nicht gelesen oder du hast wirklich nur keine Ahnung.
Der Bericht beweiss doch das erst eine gt8600 die gtx480 bremst, davon ist die gt240 weit entfernt.
Also von welcher ATI Karte redes du das eine gt240 deine Karte bzw. System ausbremsen würde?
Ohne zusätzliche Stromanschluss, möglichkeit eine passivern Betrieb und idle taktung ist eine gt240 in meine augen die momentan beste PhysX, in 6 Monaten gibts ja schon die gt420