Seit April 2008 ist Microsofts Office-Open-XML ISO-Standard, mit dem SP2 für Office 2007 implementierte der Hersteller das Dateiformat in sein Office-Paket. Nun kritisiert die ODF-Alliance die Inkompatibilität des Formats.

»Potenziell Millionen an ODF-Dateien in Umlauf zu bringen, die nicht interoperabel und zur ODF-Unterstützung anderer Anbieter inkompatibel sind, ist ein Rezept für eine Fragmentierung«, erklärt Marino Marcich, der geschäftsführende Direktor der ODF Alliance unter anderem gegenüber Pressetext. Er spricht von der mangelhaften Implementierung des Open-Document-Formats in Office 2007 durch das zweite Service Pack. OOXML wurde letztes Jahr als ISO-Standard anerkannt (siehe »Microsofts Office Open XML ist ISO-Standard«).
»Unglücklicherweise wurden schwerwiegende Mängel in Microsofts Support für ODF festgestellt«, so Marcich, »eine Reihe von Basistests zwischen Microsoft Office 2007 und verschiedenen Softwarepaketen mit ODF-Support haben gezeigt, dass das Niveau der Interoperabilität weit hinter dem zurückbleibt, was Regierungen rund um den Globus verlangen«. Sogar Grundfunktionen beispielsweise in Excel sollen nicht korrekt ins ODF-Format übertragen werden. Auch per Passwort geschützte ODF-Files sind mit Office 2007 nicht zu öffnen. Die ODF Alliance hat die Testergebnisse als PDF veröffentlicht.
Microsoft wehrt sich gegen die Vorwürfe: »Es gibt beispielsweise keine einzige Implementation, die exakt dem ISO-Standard für ODF entspricht«, erklärt Gerhard Göschl, bei Microsoft Manager für strategisches Marketing. »Unabhängige Experten, die sich auf Dateiformate spezialisiert haben«, so Göschl, »bestätigen, dass die ODF-Implementierung von Microsoft Standard-konform ist«.
Also wenn Word nicht einmal mit sich selbst kompatibel ist, wie soll es dann erst mit anderen Programmen klappen?